Schlusslicht DSV misslingt Rückrundenauftakt – Laufbereite, junge Billstedter belohnen sich

Im Hinspiel schirmt Andranik Ghubasaryan den Ball vor DSV-Kapitän David Özcerkes ab. Archivfoto: Herzog

Düneberger SV – SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt 1:2 (0:2)
Landesliga Hansa, 16. Spieltag (Sa., 10.11.18, 15.00 Uhr)

Diese eine Szene, sie verdeutlichte so passend, was in der Hinrunde der Landesliga das große Problem des Düneberger SV war. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite wollte Esad Redzepagic das Spielgerät aus der Gefahrenzone rausschlagen, erzielte dabei allerdings beinahe ein Eigentor. Es folgte eine Ecke, die Stürmer Tarek Abdalla verwertete und seinen SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt in Führung schoss (10.). „Wir haben einfach zu viele Böcke und individuelle Fehler drin. Das zieht sich vom ersten Spieltag an bis heute hin. In dieser Masse ist das ärgerlich, da solche Fehler in der Landesliga, anders als in der Bezirksliga, bestraft werden“, war sich auch DSV-Trainer Dennis Tornieporth bewusst. Letztlich mussten der 36-Jährige und sein Team gegen „VW“ zum Rückrundenauftakt eine 1:2-Niederlage hinnehmen.

Vorwärts-Wacker mit früher 2:0-Führung – DSV nach der Pause mit mehr Aufwand

Schon nach einer Viertelstunde erhöhte die Mannschaft von Coach Hamid Derakhshan auf 2:0. Nach einem langen Ball in die Spitze gingen DSV-Rechtsverteidiger Jannik Wöhl und Vorwärts-Stürmer Andranik Ghubasaryan ins Laufduell. Der Gästespieler überlief Wöhl im Eiltempo und schob dann trocken an Torwart Pascal Treichel vorbei ins Tor ein (16.). Das gesamte Billstedter Team lief geschlossen zum Torschützen und bejubelte den Treffer. Die Düneberger hingegen kamen erst nach 32 Minuten zu ihrer ersten Gelegenheit. Eren Bektas setzte zum Freistoß an, diesen aber einige Meter über das Gehäuse.

Erst nach der Pause drückten die Gastgeber auf den Anschlusstreffer. Die beste Gelegenheit dazu hatte Innenverteidiger Marcel Jeremias, der nach einem Freistoß per Kopf aber knapp das Tor verfehlte (57.). Doch sie belohnten sich kurze Zeit später dann für den größeren Aufwand. Stürmer Dominik Schindler steckte durch auf Linksaußen Moyed Elghrari, der zum Sprint ansetzte, den Ball flach und ohne großen Druck in den Fünfmeterraum spielte. Für einen Torwart eigentlich eine sichere Beute. Doch der sonst so sichere Vorwärts-Keeper Fabian Haupt ließ das Spielgerät durch seine Handschuhe flutschen und brachte den DSV so zurück. „Solche Fehler macht Fabi normalerweise nicht, er ist ein Riesen Torhüter. Das müssen wir dann als Mannschaft kompensieren“, nahm Trainer Derakhshan seinen Schlussmann in Schutz. Letztlich wurde es für die Billstedter nicht mehr gefährlich – auch, weil Dünebergs Kapitän David Özcerkes nach einem Foulspiel an den eingewechselten Michael Adjei-Bediako die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (76.).

Dünebergs Neuzugang im Debüt mit frühem Verletzungspech

„Ich glaube, wir müssen das Spiel nicht verlieren, auch, wenn der Sieg für Vorwärts-Wacker nicht unverdient war. Wir haben einfach zu wenig auf das Tor geschossen, zu wenige zwingende Aktionen nach vorne gehabt“, erklärte DSV-Übungsleiter Tornieporth nach dem misslungenen Rückrunden-Auftakt, um dann weiter auszuführen: „Es war ein Riesen Kraftakt, vor allem in Unterzahl, gegen so eine junge, laufstarke Vorwärts-Mannschaft, das Ergebnis noch gerade zu biegen. Ärgerlich vom Ergebnis her. Schade, dass man nicht mit mindestens einem Punktgewinn in die Rückrunde starten kann.“

DSV-Neuzugang Timo Lübbers im Trikot des FSV Geesthacht. Archivfoto: Herzog

Hoffnung machen sollte eigentlich ein neues Gesicht in der Startelf des DSV. Mit Timo Lübbers konnte für den personell kleinen Kader ein erfahrener Innenverteidiger dazu gewonnen werden. Der 27-Jährige spielte jahrelang in der Bezirksliga, lief für den FSV Geesthacht oder die Lauenburger SV auf. Seit acht Wochen ist Lübbers nun bereits im Training mit dabei, gestern folgte sein Debüt – doch es war ein kurzes. Nach nur 24 Minuten musste der Neuzugang das Feld verletzungsbedingt verlassen. Die Schnelldiagnose von Coach Tornieporth: „Es sieht nach einem Bänderriss aus. Da kann Timo wohl schon jetzt in die Winterpause gehen.“ Eine lange Gewöhnungszeit an das Team brauchte Lübbers allerdings nicht. „Er hat hier immer schon zugeguckt, ist mit vielen aus der Mannschaft befreundet. Er wollte einfach wieder Fußball spielen und hatte Lust auf unsere Mannschaft. Er hat über Jahre in der Bezirksliga konstant Fußball gespielt. Ärgerlich, dass er heute in seinem ersten Einsatz direkt umgeknickt ist“, so sein neuer Trainer Tornieporth, der neben den Langzeitverletzten wie Marvin Blöh, Tjark Schuhhardt oder Torwart Domenic Kikillus gegen Vorwärts-Wacker auf den mit einer Oberschenkelzerrung verletzten Joscha Behrens verzichten musste.

„VW“-Trainer Hamid Derakhshan lobt seine Mannschaft: „Geile Laufwege!“

„VW“-Trainer Hamid Derakhshan war stolz auf sein Team. Archivfoto: Herzog

Nach dem 4:2-Sieg im Hinspiel am ersten Spieltag gewannen die Billstedter also auch die erste Rückrundenpartie. Kein Wunder, dass Trainer Hamid Derakhshan da vollen Lobes für sein Team war. Allerdings hatte der rundum glückliche Übungsleiter auch für den Gegner lobende Worte. „Es war schon im Hinspiel trotz des klaren Ergebnisses sehr eng. Das ist eine Mannschaft, die einfach viel Erfahrung hat. Wir haben genau das Gegenteil, sind jung, unsere Laufbereitschaft ist vielleicht ein bisschen höher. Die Jungs waren strukturiert, diszipliniert, hatten geile Laufwege und waren super motiviert. Das sah schon ganz gut aus. Wenn man die Torchancen und Spielanteile anguckt, müssen wir das Spiel heute natürlich gewinnen. Von daher ist das Ergebnis auch völlig verdient.“

Das einzige Manko aus Sicht der Billstedter war das Verwalten der Führung nach dem 2:0. „Wir müssen das in der zweiten Hälfte vielleicht einfach ein wenig besser gestalten, dann wäre ein besseres Ergebnis für uns drin gewesen. Es war aber wichtig, dass wir wieder gewinnen und drei Punkte einfahren, nachdem wir in den vergangenen Wochen immer super viel Aufwand betrieben haben, geilen Fußball gespielt haben und mit leeren Händen vom Platz gegangen sind. Schön, dass wir nun mit einem Sieg in die Rückrunde starten“, freute sich Derakhshan, der abschließend betonte: „Jetzt geht es darum, dass wir die Leistung beibehalten. Wir müssen einfach die Konstanz reinbringen.“

DSV: Treichel; Wöhl, Jeremias, Lübbers (24. Scharnberg), Pauels; Redzepagic (56. Ketschojan), Özcerkes; Ullmann, Bektas (85. Gieseke), Elghrari; Schindler
VW: Haupt; Bogunovic, Dülsen, Ha. Karaca; Ludwig, Sarikaya, Ghubasaryan, Hü. Karaca (86. Bieber), Ileri (78. Ziskin); Ates; Abdalla (72. Adjei-Bediako)