Seibert: „So etwas habe ich noch nie gesehen“ 

Foto: Herzog
FC Voran Ohe – FC Elazig Spor 3:2 (3:0)
Landesliga Hansa, 14. Spieltag (Fr. 27.10.2017, 19.30 Uhr)
 

In der 85. Minute musste das Hütchen auf der Torauslinie dran glauben. Nach einer vergebenen Großchance trat Voran Ohes Stürmer Max Johnsen den Kunststoffkegel vor vollem Frust einige Meter weg. Dass diese vergebene Torchance in der Landesliga-Partie des FC Voran Ohe und dem FC Elazig Spor nicht die einzige auf Seiten der Gastgeber war, dokumentierte der zweite Abschnitt fast im Minutentakt.

Beim 3:2-Erfolg der Hausherren gegen den Tabellenletzten spielte der FCVO eine beinahe furiose erste Hälfte. Von Beginn an ging es nur in eine Richtung. In der 18. Minute markierte der auffällige Kim Liebermann nach einem Freistoß von Johnsen die 1:0 Führung. Acht Minuten später erhöhte Sebastian Kaufmann auf 2:0, nachdem Marc Ohl sich auf der rechten Außenbahn durchsetzte und den Ball mustergültig in den Rückraum legte. Kaufmann brauchte nur noch einschieben. In der 35. Minute machte es Ohl dann selber und markierte das 3:0 nach einer Flanke von Marcel Anton.

Nachdem Elazigs Bekir Hüyük wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, konnte man nun ein Schützenfest erwarten (56.). Doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Max Johnsen lief viermal alleine auf das gegnerische Tor zu. Der Stürmer vergab seine Chancen aber leichtfertig. Auch Kim Liebermann brachte es nicht zu Ende, den Ball aus einem Meter ins leere Tor unterzubringen. „Das Spiel muss 10:2 ausgehen. Was wir für Chancen vergeben haben ist unglaublich. So etwas habe ich noch nie gesehen“, erklärte FCVO-Trainer Rainer Seibert fassungslos.

So kam es wie es kommen musste und Elazig Spor erzielte durch Igor Araujo da Silva das 1:3 (74.). Die dezimierten Gäste kamen eine Minute vor Abpfiff durch Lukasz Gesla sogar noch zum 2:3. Danach war Schluss und die Gastgeber konnten sich über einen knappen Heimsieg freuen, den sie durch Chancenwucher beinahe aus den Händen gegeben haben. „Nach einer desolaten ersten Hälfte haben wir das im zweiten Abschnitt richtig gut gemacht. Natürlich hatten wir Glück, dass Voran Ohe ihre Torchance nicht genutzt haben“, urteilte Elazigs Co-Trainer Hüseyin Aydin.

Ohe: Hebbeler; Schenkenberg, Walek, Sulinski, Gläser; M. Ohl (67. Gassmann), Kaufmann, Liebermann, Anton (73. Bakker); von Knebel, Johnsen
Elazig: Akaba; Akdemirci, Güler, Hüyük, Alhalaky (46. Schumann); Araujo da Silva, M. Sbou, Farbin (46. Cudjoe), Y. Sbou (46. Güngör); Gümüstas, Gesla