Selbst eingewechselter Sulinski rettet Ohe per Doppelpack einen Punkt

Der erste Streich: Ohes Oskar Sulinksi (weiß) traf doppelt gegen den Rahlstedter SC. Foto: Zerbian

FC Voran Ohe – Rahlstedter SC 2:2 (0:1)
Landesliga Hansa, 25. Spieltag (Fr., 13.04.18, 19.30 Uhr)

Als Ohes Sebastian Kaufmann in der 26. Minute in der Landesliga-Partie zwischen dem FC Voran Ohe und dem Rahlstedter SC seinem Trainer Rainer Seibert signalisierte, dass er aufgrund von Oberschenkelproblemen nicht weiter spielen kann, schickte der Coach Innenverteidiger Daniel Walek zum kurzen Aufwärmen mit den Worten „du kommst gleich rein.“ Doch nach kurzem Überlegen des Übungsleiters sollte sich auch Oskar Sulinski aufwärmen. „Beide sind Führungsspieler, aber sie sind nicht im Trainingsrhythmus. Deswegen habe ich gesagt, entscheidet selbst, wer reinkommt. Das ist Ohe“, erklärte Seibert schmunzelnd. Die Entscheidung hieß Sulinski – und das sollte sich auszahlen. Der Innenverteidiger erzielte beim 2:2 beide Treffer für den FCVO.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit der Oher, in der es vor allem an Biss und Körpersprache fehlte, lag die Seibert-Elf nach einem Treffer von Ferris Pressel mit 0:1 hinten (24.). „Wir waren immer einen Schritt zu spät. Das war nicht Ohe“, haderte Mittelfeldspieler Rene Seibert mit der ersten Halbzeit. Die Gäste, die sich sehr griffig und zweikampfstark zeigten, versäumten es mit einer höheren Halbzeitführung in die Kabinen zu gehen. Besonders der quirlige Steve Theis überzeugte beim Team von Trainer Marc Gruber.

Im zweiten Durchgang zeigten sich dann die Gastgeber stark verbessert und spielten sich Torchancen heraus. Als Rahlstedts Mert Kepceoglu nach einem Foul an Marco Braesen mit Gelb-Rot vom Platz musste (71.), ergaben sich nun mehr Räume in der Offensive. Nach einer Flanke von Robin Woost stand Oskar Sulinski goldrichtig und beförderte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 ins Netz (78).

Steve Theis krönt seine Leistung und trifft zur erneuten Führung – Sulinskis zweiter Streich folgte prompt

Nun wollten die Oher die drei Punkte. Von der Bank waren die Worte „Jetzt geht hier richtig was“ zu hören. Doch da sahen sie sich getäuscht. Trotz personeller Überzahl ließ sich der FCVO von den Gästen auskontern und wurde durch den Treffer von Steve Theis mitten ins Herz getroffen (84.). „Es darf nicht passieren, dass wir uns in Überzahl auskosten lassen. Da waren wir übermotiviert“, bemängelte Ohe-Trainer Rainer Seibert. Dieser zweite Treffer für die Gäste war verdient, da sie sich trotz des Platzverweises nicht aufgaben und trotzdem den Weg nach vorne suchten.

Doch mit den drei Punkten konnte der RSC nicht nach Hause fahren, da ein Oher noch nicht genug hatte. Marcel Anton beförderte den Ball in den Strafraum, wo wieder Sulinski im Fünfmeterraum stand und das Spielgerät zum 2:2-Endstand über die Linie stocherte (89.). Großer Jubel war die Folge. „Ich bin sehr glücklich, dem Team mit zwei Toren geholfen zu haben“, strahlte der Matchwinner.

Beide Trainer können mit dem 2:2 leben – Seibert: „Wir wollen nicht an der Wurst schnuppern, sondern sie festhalten.“

Dieses Strahlen sah man seinem Trainer nicht an – zumindest nicht, als Rainer Seibert über die Leistung  in der ersten Hälfte sprach. „Die erste halbe Stunde war es kein Fußball von uns. Wir haben keinen Druck gemacht und uns keine Chancen erspielt. In der Pause habe ich dann gesagt, dass wir mit mehr Biss spielen müssen und gierig sein wollen. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft das super gemacht. Mit dem Unentschieden kann ich gut leben“, erklärte Ohe-Trainer Rainer Seibert.

Das sah sein Gegenüber ähnlich. „Am Ende des Tages ist es ein leistungsgerechtes Unentschieden. Ohe hat das in Überzahl gut gemacht. Dennoch haben wir Moral gezeigt und sind nach dem 1:1, trotz Unterzahl, zurückgekommen. Da muss ich sagen: Chapeau. Nur über die Art und Weise wie wir die beiden Gegentore bekommen haben, ärgere ich mich“, analysierte RSC-Coach Marc Gruber.

Abschließend betonte Seibert noch einmal wo die Reise mit seinem FCVO hingehen soll. „Wir waren nach dem vierten Spieltag auf dem letzten Platz und haben jetzt die Chance, Zweiter zu werden. Das habe ich meiner Mannschaft verklickert. Wir wollen nicht an der Wurst schnuppern, sondern sie festhalten“, blickt der Coach selbstbewusst voraus.

FCVO: Hebbeler; Schenkenberg, Gläser, Kaufmann (29. Sulinski), Lang; Re. Seibert, Dülsen; Woost, von Knebel, Braesen (72. Anton); Johnsen (55. Gassmann)
RSC: Timm; Dose, Ruddigkeit, C. Hess (70. Rosenfeld), Bekler; Kepceoglu, Baake; S. Theis (87. Wolfgramm), Pressel (63. Düzel), Y. Hess; M. Theis

Einige Impressionen zum Spiel von Wilfried Zerbian: