Steht der FC Voran Ohe II vor der Auflösung?

Foto: Herzog

Die Faktenlage ist eindeutig: Bei der zweiten Mannschaft des FC Voran Ohe läuft es nicht. Das Team, welches in der Bezirksliga Ost beheimatet ist und von Patrick Gilde trainiert wird, steht mit sieben Punkten nach 13 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt bereits neun Punkte. Die vergangenen beiden Punktspiele (Di., 31.10. gegen Düneberg, Fr., 03.11 gegen den SC Vier- und Marschlande) fielen wegen Unbespielbarkeit des Platzes aus – so heißt es offiziell. Ob die aktuelle Lage ein Grund für die Spielausfälle ist, sei mal dahin gestellt.

„Ich weiß, dass diverse Gerüchte kursieren, doch der Platz war wirklich in einem schlechten Zustand und man darf nicht vergessen, dass wir dort immer mit zwei Mannschaften spielen“, kommentierte Gilde. Doch die negative Bilanz und die Spielausfälle sind nur das Eine. Viel mehr ist es die aktuelle Situation in der Mannschaft und im Umfeld, die die Offiziellen in Ohe beschäftigt. „In Ohe brennt aktuell der Baum“, beschreibt der Übungsleiter wie aus der Pistole geschossen.

Doch woran harkt es und wo liegen die Ursachen?

Nachdem der Verein Co-Trainer Frank Punert, der erst seit Sommer im Amt war, Anfang Oktober freistellte, trainierte Gilde die Mannschaft in alleiniger Funktion. Da dieser aber aus privaten Gründen in der Trainingsgestaltung nicht vollzeitig zur Verfügung steht, installierte Fußball-Abteilungsleiter Peter Bahr am vergangenen Donnerstag Ömer Ünen als gleichberechtigten Trainer neben Gilde. Dieser stellte sich noch am selben Tag der Mannschaft vor und leitete eine Trainingseinheit, der nur acht Spieler beiwohnten. Tags drauf sollte es eine Mannschaftsbesprechung geben, bei der sich Ünen dem Rest des Kaders vorstellen und über den weiteren Saisonverlauf gesprochen werden sollte. Doch auch diese fiel ins Wasser, da erneut nicht genügend Akteure anwesend gewesen wären.

Und genau hier liegt das Hauptproblem: die mangelnde Trainingsbeteiligung. Dadurch, dass konstant zu wenig Spieler an den Einheiten teilnehmen, sind Gilde die Hände gebunden. So standen in den letzten Partien durchschnittlich nur 13 Spieler zur Verfügung — inklusive Ligaleihgaben, um die Punktspiele nicht absagen zu müssen. „Wir können nicht jedes Wochenende auf die Ligaspieler setzen und hoffen, die Spiele irgendwie zu überstehen“, betonte Gilde.

BOLZJUNGS.de ist aus sicheren Quellen bekannt, dass eine Auflösung der Mannschaft zur Winterpause aktuell ein Thema ist, da man sich nicht sicher ist, ob die Mannschaft über den Winter hinaus genügend Spieler zusammen hat, um einigermaßen konkurrenzfähig zu sein.

Für Patrick Gilde ist das Kapitel Ohe II aber noch nicht zu Ende: „Ich bin der Letzte, der dieses Kapitel abhakt. Wir werden alles Mögliche tun, um diese Mannschaft zu halten. Ich kenne die Spieler seit mehr als vier Jahren. Die sind mir alle ans Herz gewachsen.“

Gerüchte um seine Person, die besagen, dass Gilde sich zum Winter in Richtung Aumühle aufmachen soll, wollte der Coach weder bestätigen noch dementieren. „Von dem Aumühle-Gerücht habe ich nichts gehört, dennoch habe ich mir in den letzten Jahren bei der einen oder anderen Mannschaft, glaube ich, einen guten Ruf erarbeitet. Trotzdem zählt für mich nur die zweite Mannschaft des FC Voran Ohe.“

Für den Verein, der in den vergangenen Jahren kontinuierlich betont hat, wie wichtig die zweite Mannschaft als Unterbau zum Landesliga-Team ist, wäre die Auflösung ein herber Rückschlag. „Es wäre sehr schmerzhaft für uns und ein Schlag ins Kontor. Wir haben als Abteilung aber alles dafür getan, dass es nicht so weit kommen wird“, erklärt Abteilungsleiter Peter Bahr auf BOLZJUNGS-Nachfrage.

Am kommenden Freitag steht für die Gilde-Equipe eine richtungsweisende Begegnung auf dem Programm: Der Tabellenletzte empfängt mit dem SC Schwarzenbek den Vorletzten, der seit sieben Partien auf einen Sieg wartet. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschehnisse bei der zweiten Mannschaft des FC Voran Ohe in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln. Wir halten Euch auf dem neusten Stand!

Sportliche Grüße,

Eure BOLZJUNGS