SVNA gewinnt den „Stadtparkkick“ gegen Meiendorf und ist Rückrundenmeister

Der SVNA gewann 1:0 gegen den Meiendorfer SV und sicherte sich den "Titel" des Rückrundenmeisters. Fotos: BOLZJUNGS

SV Nettelnburg/Allermöhe – Meiendorfer SV 1:0 (1:0)
Landesliga Hansa, 30. Spieltag (Fr., 25.05.18, 19.00 Uhr)

Es gibt diese Spiele, in denen es für beide Mannschaften um nichts mehr geht. So auch die Partie am Freitagabend zwischen dem SV Nettelnburg/Allermöhe und dem Meiendorfer SV. Während die Gäste schon als Meister und damit als Oberliga-Aufsteiger feststehen, befindet sich der Gastgeber in der oberen Tabellenhälfte und hat längst nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Also ein lockerer Saisonausklang bei bestem Wetter oder wie es MSV-Trainer Baris Saglam nach Spielende formulierte: „Das war heute ein Sommerkick oder besser gesagt ein Stadtparkkick“. Wie auch immer man solche Partien nennen möchte, es gibt immer welche, die etwas finden, um was es auch bei dem letzten Saisonspiel gehen kann.

Wer sich die Rückrundentabelle vor der Partie angesehen hat, dem ist aufgefallen, dass der MSV mit 33 Punkte aus 14 Spielen von ganz oben grüßt. Hinter den Meiendorfern befindet sich der SVNA mit 31 Punkten. Also ging es doch um was. Und zwar um die Rückrundenmeisterschaft. „Das ist ein Titel, mit dem man sich nichts kaufen kann. Trotzdem würden wir uns dagegen nicht wehren“, sagte SVNA-Coach Daniel Andrade-Granados vor drei Wochen nach dem 3:1-Erfolg gegen den SV Bergstadt am 28. Spieltag.

SVNA-Coach Daniel Andrade-Granados: „Das ist schon echt super.“

Standen zum letzten Mal gemeinsam an der Linie: Daniel Andrade-Granados (re.) mit dem scheidenden Co-Trainer Olcay Günay.

Nun kann sich der Übungsleiter auch gar nicht mehr gegen den „Titel“ wehren. Nachdem seine Mannschaft den Meiendorfer SV mit 1:0 besiegen konnte, überholt die „DAG“-Equipe den feststehenden Meister in der Rückrundentabelle und grüßt in der Rückserie von ganz oben. „Ich bin sehr glücklich und stolz. Das ging ja Ende des letzten Jahres los, wo wir zurück in die Spur gefunden haben und wie wir jetzt in 2018 gespielt haben, das ist schon echt super“, resümierte ein zufriedener Daniel Andrade-Granados. „Wir haben oft gezeigt, wie viel Potenzial in uns steckt, aber auch welche Risiken wir mit uns tragen. Mir war klar, dass wir die Klasse halten werden. Sonst hätte ich das hier ja auch nicht gemacht. Aber dass wir das letztendlich so positiv beendet haben, ist schon echt super“, bilanzierte der Coach.

Bevor es aber um Fußball ging, verabschiedeten die SVNA-Offiziellen drei Akteure, die den Verein verlassen werden. Die Spieler Muizz Saqib (TuS Dassendorf) und Yannik Bol, den es zur zweiten Herren des SV Curslack-Neuengamme zieht, bekamen ebenso einen Blumenstrauß überreicht, wie Co-Trainer Olcay Günay, der zur neuen Spielzeit Cheftrainer beim Bezirksligisten SC Vier- und Marschlande II (Staffel Süd) wird. Als Schiedsrichter Stephan Timm (SC Egenbüttel) die Partie dann mit achtminütiger Verspätung Anpfiff, merkte man, dass es das letzte Saisonspiel war. In einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit gingen die Hausherren mit der allerersten Tormöglichkeit der Partie in Führung. Muizz Saqib spielte den Ball in die Spitze, wo die MSV-Defensive den Ball nicht klären konnte. So hatte der auffällige Edon Durguti, der Mitte der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, einfaches Spiel und beförderte das Spielgerät vorbei an MSV-Keeper Yannik Jonas zum 1:0 in die Maschen (18.).

Lief zum letzten Mal für den SVNA auf: Muizz Saqib bei seiner Auswechslung.

MSV-Trainer Baris Saglam: „Wir haben die Jungs heute genau unter die Lupe genommen.“

Im weiteren Verlauf hatte der SVNA noch zwei Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Doch weder Durguti als auch Geburtstagskind Tom-Philipp Müller brachten den Ball im Tor unter (23., 41.). Vom Meiendorfer SV war in der ersten Halbzeit im Offensivbereich nichts zu sehen. Mehr als eine Halbchance in der Anfangsphase sprang beim Team von Trainer Baris Saglam nicht heraus. Im zweiten Durchgang hatte der MSV dann mehr vom Spiel. Doch ein Treffer wollte im letzten Landesliga-Auftritt für den Meister nicht fallen. Der eingewechselte Lawrence Schön und Ephrahim Asante konnten ihre Chancen in der Schlussphase nicht nutzen (83., 85.). So blieb es beim 1:0 für den SVNA, für den Farhad Ali und Müller die besten Möglichkeiten im zweiten Abschnitt vergaben (57., 59.).

„Man hat gesehen, dass die Luft aktuell raus ist, da es um nichts mehr geht. Deswegen ist es auch schwierig, die Jungs noch einmal anzupeitschen. Von Außen hätten wir natürlich nochmal motivieren können, haben dies aber mit Absicht nicht gemacht. Wir haben die Jungs heute genau unter die Lupe genommen, dass sie auch ohne Hilfestellungen das umsetzen können, was wir uns im Training erarbeiten. Besonders diejenigen, die noch keine Verträge für die nächste Saison unterschrieben haben, haben wir heute beobachtet. Dementsprechend haben wir heute ruhig von Außen das Spiel beobachtet und konnten sehen, was wir gut und was wir nicht so gut machen und wo wir für nächstes Jahr ansetzen müssen“, erklärte MSV-Trainer Baris Saglam, der trotz des „Stadtparkkicks“ einige wichtige Erkenntnisse sammeln konnte. „Vom Ergebnis war das kein guter Abschluss, aber von der Beobachtung her konnten wir viel mitnehmen“, resümierte der Meistercoach.

SVNA: Erschens; Feilke, Milke, Spiewak; Lubinski, Ebadi, Ali, Müller; Durguti (71. Viegas Santos), Satari (80. Bol), Saqib (66. Sahin)
MSV: Jonas; Rosseburg, Tatsis, Hoffmann, Gnanzou; Celik (46. Schön), Gündogan, Fedai, Asante; Koura (46. Saß), Hallmann (62. Scheffel)