Transfer-Coup! SCS holt Torwart-Talent Tom Bleck vom VfB Lübeck II – auch Moritz Leibold kommt

Das 19-jährige Torwart-Talent Tom Bleck stößt vom SH-Oberligisten VfB Lübeck II zum SC Schwarzenbek. Foto: Leibold/SCS

Was für ein Ausrufezeichen, das da in den vergangenen Tagen von der Schützenallee kam. Der SC Schwarzenbek, Tabellenzwölfter der Bezirksliga Ost, hat das Torwart-Talent Tom Bleck vom VfB Lübeck II verpflichtet. Der Schlussmann ging beim aktuell fünftplatzierten Flens-Oberligisten VfB Lübeck II aus Schleswig-Holstein als Nummer eins in die Saison – und das wohlgemerkt als 19-Jähriger! Doch nun heuert Bleck bei seinem Jugendverein SCS an. Die Gründe dafür liegen vor allem in seinem Berufsleben. „Ich hatte den zeitlichen Aufwand mit meiner Ausbildung zum Mechatroniker in Hamburg (seit August 2018, d. Red.) und den vier Trainingseinheiten pro Woche in Lübeck unterschätzt. Nach einiger Zeit habe ich dann gemerkt, dass mich dieser Aufwand immer unglücklicher gemacht hat und ich schließlich die Motivation verloren habe. Und ohne Motivation zeigst du keine Leistung, ohne Leistung spielst du keine Rolle mehr“, erklärt Bleck gegenüber BOLZJUNGS. „Trotz ein paar Einsätzen entschied ich mich daher dazu, die ‚Notbremse‘ zu ziehen und zum SCS zurückzukehren.“

Bleck verfolgte SCS: „Es geht wieder bergauf!“ – Interesse vom HSV und aus Kiel

Bleck im Trikot des VfB Lübeck. Foto: VfB Lübeck

Seine Karriere begann in jungen Jahren beim SC Schwarzenbek – wohlgemerkt als Feldspieler. Zum Ende der E-Jugend wechselte Bleck dann zum SV Eichede, bei dem er die Basics des Torwartspiels erlernte. Nach drei Jahren zeigte unter anderem der VfB Lübeck Interesse. Er einigte sich mit dem Klub aus der Hansestadt schnell auf einen Wechsel und durchlief anschließend von der U15 bis zur Ligamannschaft alle Mannschaften des VfB. In dieser Zeit waren auch die beiden Zweitligisten Hamburger SV und Holsten Kiel an dem Nachwuchsmann interessiert. Beim VfB kam der 1,87 Meter große Schlussmann auch mit dem Profifußball in Kontakt. „Im Leistungsfußball zählt, wie der Name schon sagt, nur die Leistung. Bringst du sie, bist du dabei. Bringst du sie nicht, bleibst du zu Hause. Ich hatte das große Glück, schon früh in der Ligamannschaft des VfB (Zweiter der Regionalliga Nord, d. Red.) mittrainieren zu dürfen und war auch in der Vorbereitung als dritter Torwart der ersten Mannschaft eingeplant“, erinnert sich Bleck, der dieses attraktive Angebot aufgrund seiner Ausbildung aber ablehnen musste. „Dennoch war es eine tolle Erfahrung, mit hauptberuflichen Fußballern zu trainieren. Aber es ist eben auch deutlich spürbar, dass menschliche Dinge und das Verständnis für Nichtsportliches auf der Strecke bleiben.“


Nun freut sich der Schwarzenbeker Jung auf den heimischen Fußball in „seiner“ Stadt, in der er noch immer wohnt. „Vom Amateurfußball erhoffe ich mir einfach wieder Spaß am Fußball, Spaß innerhalb der Mannschaft und auch Zeit für mich selbst. Die kurze Entfernung zur Schützenallee und zu den Auswärtspartien waren sehr reizvoll für mich. Und da mir Spaß am Fußball und mehr Zeit für mich sehr wichtig waren, war mit die Höhe der Spielklasse ziemlich egal und so zog es mich wieder dahin, wo alles angefangen hat“, sagt der Youngster, der zuletzt ein Angebot des SH-Oberligisten SV Eichede ablehnte, voller Vorfreude. Das Interesse an seinem Heimatklub von der Schützenallee nahm auch in seiner Lübecker Zeit nicht ab. „Zunächst hat mich die Entwicklung mit dem Abstieg aus der Landesliga recht traurig gemacht. Auch wenn ich lange weg war, ist es nie schön zu sehen, dass der Heimatverein sportlich so auseinander fällt. Mittlerweile geht es aber wieder deutlich Berg auf! Allein schon das neue Vereinsheim macht einiges besser. Aber auch der sportliche Weg geht aus meiner Sicht deutlich in die richtige Richtung. Junge Spieler zu verpflichten, die auch auf lange Sicht dem Verein helfen können, ist eine gute Sache und auch ein Grund, warum ich mich diesem ‚Projekt‘ angeschlossen habe“, erklärt Bleck, dessen Ziel logischerweise der frühstmögliche Klassenerhalt ist. Und wie es sich für einen ehemaligen Leistungssportler gehört, hegt der 19-Jährige langfristig größere Ziele: „In den nächsten Jahren ist es dann auch nicht verkehrt, mal in Richtung Rückkehr in die Landesliga zu schauen.“

Trainer Reinke und Teammanager Leibold stolz: „Die Arbeit trägt Früchte!“

Die Zusage des top ausgebildeten Torhüters ist ein Paradebeispiel dafür, dass es beim SCS nach den Negativjahren mit dem Abstieg und dem abgebrannten Vereinsheim wieder bergauf geht. „Zunächst einmal muss man sagen, dass es unsere Arbeit ist, die Früchte trägt. Mit Florian Leibold und Finn Apel haben wir da zwei wirklich ganz hervorragende Leute. Als wir den SCS damals in der Landesliga übernommen hatten, war genau das der Plan: Dass wir bereits jetzt in der Lage sind, solche Talente zu überzeugen. Junge Spieler, denen neben der sportlichen Perspektive auch die Gemeinschaft und Geselligkeit wichtig sind, gehören auf unserer Wunschliste nach ganz oben. Bei uns können sich junge, ambitionierte Spieler sportlich und menschlich weiterentwickeln und sich gegebenenfalls für höhere Aufgaben empfehlen. Aber wer einmal bei uns ist, will eigentlich auch nicht mehr weg“, zeigt Trainer Sven Reinke seine Freude.




Schwarzenbeks Teammanager Florian Leibold, Präsident Hans-Jürgen Hansen, Chefcoach Sven Reinke und „Co“ Finn Apel (v.l.n.r.). Archivfoto: Leibold/SCS

Auch bei Teammanager Florian Leibold ist die Euphorie groß. Der 30-Jährige: „Natürlich macht es uns in gewisser Weise stolz, dass wir hier in so kurzer Zeit ein Team aufgebaut haben und ein Image um die Erste Herren geschaffen haben, das für so ambitionierte Spieler wie Tom eine Option ist. Vielmehr bestätigt mich dieser Transfer aber, dass wir den richtigen Weg gehen und dass dieser auch wahrgenommen wird. Was würde uns dieses hervorragende Trainerteam, dieser starke Teamgeist, unsere so talentierten Spieler und die tolle Arbeit, die wir leisten, bringen, wenn keiner etwas davon mitbekommen würde? Persönlich bin ich sehr stolz auf das Drumherum, das wir hier geschaffen haben – und wir sind hier gerade erst am Anfang.“ Ein Anfang, der Lust auf mehr macht und auch einen Ex-Keeper in neuer Funktion zu einer Rückkehr an die Schützenallee bewogen hat.

Ex-Keeper Scheunemann wird Torwarttrainer – Arne Mangels verlässt Liga im Sommer

Im Zuge des Neuzugangs Bleck verkündeten die Offiziellen auch, dass ab sofort der jahrelange Stammkeeper des SCS, Lucas Scheunemann, als Torwarttrainer an die Seite von Pit Apel rücken wird. Der 26-Jährige zu BOLZJUNGS: „Es gab durchaus die Möglichkeit für mich, als aktiver Spieler wieder einzusteigen und das nicht nur beim SCS. Es gab eine kurze Zeit, in der das für mich in Frage kam, jedoch habe ich mich dann doch dagegen entschieden, weil ich mich beruflich verändern wollte und dort immer noch viel Zeit und Energie reinstecken muss. Als ich dann aber die Möglichkeit erhielt, bei meinem Verein eine etwas zeitlich flexiblere Position einzunehmen, habe ich sofort zugesagt.“ Der neue Übungsleiter, der sich selbst als einen ambitionierten Trainer einschätzt, sagt selbstbewusst: „Ich habe mir früh die Grundlagen von Trainingsmethoden und andere Grundlagen der Sporttheorie angeeignet und mich über die Jahre hinweg konstant über neue Trends und Erkenntnisse informiert, sodass ich sagen muss, dass ich durchaus selbstbewusst an die Aufgabe gehe, um die Jungs auf ein neues Level zu bringen.“ Pit Apel wird sich fortan vor allem um die Fitness der Torhüter kümmern, Scheunemanns Fokus liegt auf dem technischen und strategischen Teil des Torwartspiels. „Hier ist viel technische, individuelle Arbeit geplant. Auch Video- und Spielszene-Analysen aus unseren, aber auch Profispielen, wird es geben“, erklärt der „alte Neue“, der sich neben Bleck auf einen weiteren jungen neuen Keeper freuen darf.

Die neuen Keeper Moritz Leibold (l.) und Tom Bleck (r.) umrahmen den neuen Torwarttrainer Lucas Scheunemann. Foto: Leibold/SCS

Des Weiteren wird auch Moritz Leibold per sofort zum Kader der Ersten Herren gehören. Der 17-Jährige hat in seiner Jugend für den SC Concordia, den SV Eichede und zuletzt in der A-Jugend-Oberliga beim SV Nettelnburg/Allermöhe gespielt, ist ab Sommer spielberechtigt. Der Nachwuchs-Keeper begründet seinen vorzeitigen Wechsel auf dem Team-Blog des SCS wie folgt: „Auch wenn ich die unangefochtene Nummer eins beim SVNA war, hat sich nicht alles so entwickelt, wie ich es mir vorstelle und auch durch meine Ausbildung in Hamburg ist es für mich zeitlich schwierig, zum Training zu kommen und alles unter einen Hut zu bekommen. Ich freue mich jetzt auf die Herausforderung SCS und glaube, dass mich Lucas und Pit weiterbringen können und ich auch von Tom sicherlich einiges lernen kann.“ Sein großer Bruder und Teammanager Florian Leibold fügt an: „Mit Moritz (Torwart Moritz Leibold, d. Red.) verpflichten wir einen jungen, ebenfalls sehr talentierten Torwart, der in seiner Jugend bereits höherklassig Fußball gespielt hat.“

Der derzeitige Stammkeeper Arne Mangels wird die Fußballschuhe im Sommer hingegen an den Nagel hängen. „Mit der Verpflichtung dieser beiden Jungspunde (Bleck und Leibold, d. Red.) sind wir auch über diese Saison hinaus und für die Zukunft auf der Torhüter-Position sehr gut aufgestellt“, befindet Teammanager Leibold. Aber wer hat denn nun in den verbleibenden Spielen dieser Saison die Nase vorn? „Aktuell haben wir mit Mangels, Bleck, Huhn und Hansen (Maxi Huhn und Florian Hansen, d. Red.) vier Keeper im Kader für die verbleibenden Spiele. Huhn war lange verletzt und wird in der zweiten Herren erst einmal Spielpraxis sammeln. Zwischen den verbleibenden Keepern ist es ein offener Kampf. Gerade Mangels will es natürlich noch mal wissen, da er im Sommer seine Ligakarriere beenden wird“, erklärt Trainer Reinke. Der SCS startet am 5. Februar in Vorbereitung – der Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten beim SC Schwarzenbek dürfte dabei so hoch sein wie schon lange nicht mehr.