Trotz 2:1-Sieg gegen TuS Hamburg: Die Sehnsucht nach der Lust am Fußball des ETSV

Keeper Maximilian Richter stand von 17 Partien zehnmal im Gehäuse der "Eisenbahner". Insgesamt mussten sie bisher 57 Gegentore schlucken. Archivfoto: Herzog

ETSV Hamburg – TuS Hamburg 2:1 (0:1)
Bezirksliga Ost, Nachholspiel des 15. Spieltags (Sa., 15.12.18, 14.00 Uhr)

Als Radoslaw Rzepa in der 58. Minute in der Bezirksliga-Nachholpartie zwischen seinem ETSV Hamburg und dem TuS Hamburg seinen Mitspieler Jesper Garbers mit einem starken Pass in die Schnittstelle freispielte, sodass Garbers nach einer guten Ballmitnahme das Spielgerät zum zwischenzeitlichen 1:1 einschob, entstanden Hoffnungen bei ETSV-Trainer Christopher Leitlof. „Von solchen Momenten wünschen wir uns im kommenden Jahr viele weitere“, blickt der Übungsleiter hoffnungsvoll voraus. Durch die Umbauarbeiten am heimischen Mittlerer Landweg konnten die „Eisenbahner“ noch kein einziges Heimspiel absolvieren.

Leitlof: „Durch die besseren Bedingungen erhoffen wir uns, dass die Jungs wieder richtig Lust auf Fußball bekommen.“

So musste auch das Spiel gegen den TuS Hamburg an den Sander Tannen ausgetragen werden. Nachdem Garbers den 0:1-Rückstand durch Christoph Aydin (19.) egalisieren konnte, erzielte Radoslaw Rzepa fünf Minuten vor Schluss per Elfmeter den 2:1-Siegtreffer. Niclas Schulz sah auf Seiten der Gäste die Gelb-Rote Karte (85.). „Das war ein guter Abschluss für das Jahr 2018. Das war nicht so einfach für uns mit den zahlreichen Auswärtsspielen“, bilanzierte der Übungsleiter, der einen „verdienten Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit“ sah. Doch trotz dieses Erfolgs liegt der ETSV aktuell nur auf dem elften Platz und nicht in der Nähe der angestrebten Top Fünf. „Die Trainingsbedingungen auf dem Rasenplatz lassen kein richtiges Fußballtraining zu. Dort ist kaum ein Passspiel möglich und die Jungs können sich kein Selbstvertrauen im Training für die Spiele holen“, moniert Leitlof.

Dadurch, dass der Rasenplatz in keinem guten Zustand ist, hat der ETSV-Coach einige verletzte Spieler zu beklagen – vor allem in der Defensive. „Aufgrund von Verletzungen konnten wir nie mit derselben Defensive spielen. So musste sich die Viererkette immer erst neu finden“, erklärt Leitlof das Zustandekommen von 57 Gegentoren, was die schlechteste Defensive in der Bezirksliga Ost bedeutet. Doch im kommenden Jahr soll das alles besser werden. Zum Vorbereitungsstart Ende Januar sollen die ETSV-Kicker dann endlich in den Genuss des neuen Kunstrasenplatzes am Mittlerer Landweg kommen. „Durch die besseren Bedingungen erhoffen wir uns, dass die Moral besser wird und dass die Jungs wieder richtig Lust auf Fußball bekommen“, betont Leitlof.

Küster: „So verlierst du ein Spiel, in welchem du zur Halbzeit eigentlich mit 2:0 oder 3:0 führen musst.“

Durch diese angesprochene Lust am Fußball wollen die „Eisenbahner“ ihrem gesteckten Saisonziel ein Stück näher kommen. „Den Abstand nach unten wollen wir so groß wie möglich halten, dass wir nicht in eine Drucksituation geraten und nach oben wollen wir das Optimum rausholen“, erklärt der Coach. Dabei sollen einige Neuzugänge helfen, mit denen sich die Verantwortlichen aktuell noch in den letzten Gesprächen befinden. Einzig Ömer Dede, der aus der A-Jugend des SC Victoria Hamburg kommt und bereits gegen den TuS Hamburg mitwirkte, ist schon fester Bestandteil.

Personelle Verstärkungen könnte wohl auch der TuS Hamburg gut gebrauchen – angesichts der aktuellen Tabellensituation. Das Team von Trainer Benjamin Küster steht mit sieben Punkten aus 17 Partien am Tabellenende und hat den einzigen Abstiegsplatz der Staffel inne. So wollten die Gäste zum Jahresabschluss eigentlich einen Dreier einfahren. „Anfänglich haben wir uns schwer getan. Man hat gemerkt, dass wir aufgrund einiger Umstellungen Schwierigkeiten hatten, Ordnung und Ruhe ins Spiel zu bringen. Die so ziemlich aus dem Nichts entstandene 1:0-Führung durch Aydin verunsicherte dann allerdings die Gastgeber. Wir konnten deutlich mehr nach vorne machen und müssen nach zwei großen Chancen nach Standards eigentlich auch erhöhen“, bilanzierte TuS-Coach Küster, der sich über diese knappe Niederlage sichtlich ärgerte. „In Durchgang zwei kam der ETSV dann mit mehr Schwung aus der Kabine und wir haben uns leider mehr und mehr im Spiel mit den Entscheidungen des Schiedsrichters beschäftigt, was unserem Spiel einen Bruch gab. So kassierst du noch zwei Gegentore und verlierst ein Spiel, in welchem du zur Halbzeit eigentlich mit 2:0 oder 3:0 führen musst.“

ETSV: Richter; Aba (62. Drobik), Ohmsen, Schlufter, Uebachs; Graske, Thomsen; Garbers, Rzepa, Grönsel (89. Becker); Dede (90. Meyer)
TuS: Dombrowski; Lilje, Schulz, Salicites-Salewski, Günther; Bajlovic, Dreyer (71. Renic), Redzepi, Aydin (75. Kangni-Djagoe), Tanko; Ratke