Trotz lauter Halbzeitansprache: Düneberg verliert Pokalspiel gegen Voran Ohe

Der FC Voran Ohe setzte sich in der ersten Runde des ODDSET-Pokals gegen den Düneberger SV mit 2:1 durch. Foto: Zerbian

Düneberger SV – FC Voran Ohe 1:2 (0:0)
ODDSET-Pokal, 1. Runde (Sa., 21.07.18, 15.00 Uhr)

Laut war es. Teilweise hörte man sogar Wort für Wort, was Dennis Tornieporth gegenüber seiner Mannschaft in der Halbzeitansprache sagte. In der ersten Runde des ODDSET-Pokal stand es zwischen dem Düneberger SV und dem FC Voran Ohe zur Pause 0:0. Der Trainer des DSV war überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Durchgang eins. So bekamen die herumstehenden Zuschauer um den Kabinentrakt den lautstarken Monolog des Übungsleiters mit. „Teilweise konnte ich unseren Trainer bei unserer Besprechung gar nicht verstehen“, sagte Ohe-Kapitän Daniel Walek, der mit seinem FCVO in der Kabine auf der gegenüberliegenden Seite die Predigt des gegnerischen Trainers mitbekam.

Aber warum wurden Sie denn so laut, Herr Tornieporth? „Bei unserer Mannschaft ist es gang und gäbe dass sie einen Wachrüttler brauchen. Das war in den letzten beiden Jahren schon so. Oftmals muss man sie auch nach einer guten ersten Halbzeit lautstark wachrütteln. Das ist bei uns leider so, dass sie sich diese Eigenmotivation dadurch holen müssen und dieser Impuls muss dann vom Trainer aus kommen. Das habe ich probiert und im zweiten Durchgang sah es dann ja auch ein bisschen besser aus“, erklärte der Trainer seine Maßnahme.

Im angesprochenen ersten Durchgang zeigten vor allem die Gäste, die nach den ersten zehn Minuten gut in die Partie fanden, dass sie eine Runde weiter kommen wollen. Mit Biss in den Zweikämpfen und einem frühen Offensivpressing versuchten die Männer von Rainer Seibert den DSV unter Druck zu setzen. Dadurch resultieren frühe Ballgewinne. Doch der FCVO konnte in der ersten Halbzeit noch kein Kapital daraus schlagen. Weder eine Flanke von Jens Schenkenberg als auch zwei Hereingaben von Marco Braesen fanden einen Abnehmer (14., 18., 38.). Die beste Gelegenheit zur Gästeführung hatte Neuzugang Nico Sandig. Doch sein Distanzschuss ging knapp über den Querbalken (39.). Die Gastgeber hatten in Person von David Özcerkes eine einzige nennenswerte Torchance. Seinen Versuch konnte FCVO-Keeper Michel Thomä aber parieren (9.).

Oher Doppelschlag binnen sieben Minuten – Walek möchte den TSV Glinde

Im zweiten Durchgang präsentierte sich der DSV, bei denen etliche Spieler fehlten und nur 13 Akteure im Kader standen, etwas besser. Doch die Oher, denen der große personelle Umbruch überhaupt nicht anzusehen war, bestimmten weiterhin die Partie – und gingen in Führung. Nach einem Freistoß von Marco Pflug köpfte Kapitän Daniel Walek am zweiten Pfosten zur verdienten und umjubelten 1:0-Führung ein (56.). Sieben Zeigerumdrehungen später konnte der FCVO erneut jubeln. Nach einem Ballgewinn von Pflug, legte Robin Woost den Ball in den Lauf von Neuzugang Patrick Gordon, der auf 2:0 erhöhte (63.). Eine Minute später wurde der gefeierte Neuzugang ausgewechselt. Apropos feiern: Bei den Ohern war rundherum eine positive und ausgelassene Stimmung zu spüren. Die „neue“ Mannschaft (11 Zugänge, 11 Abgänge) scheint sich schon frühzeitig gefunden zu haben.

Doch in der Schlussphase machten die Oher sich das Leben noch einmal selber schwer. Nachdem sie den Ball nicht klären konnten, verkürzte Joscha Behrens auf Seiten der Gastgeber zum 1:2 (77.). Nun war auch Coach Tornieporth wieder aktiv an der Linie. Nach seiner lautstarken Halbzeitansprache und dem 0:2-Rückstand nach 63 Minuten, saß der Trainer stillschweigend auf der Trainerbank. Doch zu einer großen Ausgleichschance kam der DSV nicht mehr. Viel mehr hätten die Gäste alles klar machen können. Doch weder Maxim Gassmann als auch Marco Braesen konnten ihre Gelegenheiten nutzen (88., 90.+4). Kurz vor Schluss kam es noch einmal zu einer kurzen Rudelbildung, bei der Dünebergs Ruven Scharnberg die Gelbe Karte sah. Zu großem Unmut der Oher. Sie forderten für eine Tätlichkeit den Platzverweis. Doch Schiedsrichter Adrian Höhns (TuS Dassendorf) beließ es bei dem gelben Karton. So steht der FC Voran Ohe nach dem 2:1-Sieg im Duell der beiden Hansa Landesligisten in der zweiten Runde des ODDSET-Pokals.

„Das Ergebnis ist zweitrangig. Aber wie wir uns präsentiert haben, damit bin absolut zufrieden. Es war bisher unser bestes Spiel in der Vorbereitung auf die Punktspiele. Auf die Leistung kann man definitiv aufbauen und ich bin vollständig zufrieden“, bilanzierte FCVO-Coach Rainer Seibert. „Mit diesem Auftritt gegen einen starken Gegner, der für mich ein Aufstiegsfavorit in der kommenden Saison ist, hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, erklärt der Coach. Und welcher Gegner soll nun in der zweiten Runde kommen, Herr Seibert? „Das ist mir völlig egal. Hauptsache es verletzt sich niemand in dieser Partie“, betont Seibert. Das sieht sein Kapitän anders. „Ich würde mich über ein schönes Derby gegen den TSV Glinde freuen“, gibt Daniel Walek zu Protokoll. Dafür müssen die Glinder ihr Pokalspiel am morgigen Sonntag gegen die TSG Bergedorf erst einmal gewinnen. Die zweite Runde wird am Montag (23.07.18) ab 18.30 Uhr beim Hamburger Abendblatt ausgelost. Als Losfee fungiert der Manager der TuS Dassendorf Jan Schönteich.

DSV: Kikillus; Scharnberg, Müller (67. Raabe), Blöh, Gieseke; Özcerkes, Schindler; Elghrari, Bektas, Ullmann; Behrens
FCVO: Thomä; Schenkenberg, Stritzke, Walek, Gläser; Sandig, Pflug (71. Karakas); Braesen, Woost (78. Gassmann), Gordon (64. Ohl); Andersson

Eine Impressionen zum Spiel von Wilfried Zerbian: