Trotz Stürmer Gottschling: OSV verliert 1:4 gegen SVNA

Foto: BOLZJUNGS

Dass Trainer Simon Gottschling in den Spielen seines Oststeinbeker SV vom Seitenrand lautstarke Anweisungen gibt, daran sind seine Spieler bereits gewöhnt. Doch aus dieser Nähe, wie beim Testspiel gegen den SV Nettelnburg/Allermöhe, hatten sie es noch nicht erlebt. Der Trainer stand nämlich nicht wie gewohnt an der Seitenlinie, sondern war als Mittelstürmer mittendrin im Geschehen. Aufgrund vieler verletzter und kranker Spieler musste sich der Übungsleiter selber das Trikot überstreifen. Trotzdem war in Gottschling der Trainer zu erkennen. Ob Innenverteidiger Laurent Schönfeldt oder Mittelfeldmotor Marcel Meyer, Gottschling gab seinen Spielern wie gewohnt Anweisungen. Dass er nebenbei auch selber mitspielte und mit der Kugel noch gut umgehen kann, bewies er das ein oder andere Mal. Doch am Ende konnte auch der „Spieler-Trainer“ selbst die 1:4-Testspielniederlage gegen den Landeslisten SVNA nicht verhindern.

Mit der Nummer 7 auf dem Rücken lief OSV-Traier Simon Gottschling auf. Foto: BOLZJUNGS

Gottschlings Vertreter an der Seitenlinie, Co-Trainer Alexander Kaya, war vor allem mit der Leistung in der Anfangsphase zufrieden. „In der ersten Halbzeit haben wir gut begonnen und ich habe keinen Klassenunterschied gesehen. Wir hatten unsere Torchancen, kriegen aber kurz vor der Halbzeitpause das 0:1 durch einen individuellen Fehler. In der zweiten Hälfte hat man dann das Fehlen der vielen verletzten und kranken Spieler gesehen. Da haben wir zu viele Fehler in der Defensive gemacht. Dementsprechend geht das Ergebnis am Ende auch in der Höhe in Ordnung“, analysierte Alexander Kaya, der für seinen „Chef“ auf dem Platz lobende Worte fand. „Dass er was kann und stark am Ball ist, das hat man gesehen, aber das ist ja kein Geheimnis. Dass er nicht mehr der Schnellste ist, das ist ja klar. Aber ansonsten war ich mit ihm zufrieden“, schmunzelte Kaya.

Andrade lobt die Defensive – Eingewechselter Dustin Siegmund trifft doppelt

Zufrieden war auch sein Gegenüber Daniel Andrade. Der Übungsleiter des SVNA konnte sich nicht nur über vier Tore erfreuen, sondern war vor allem von der Leistung seiner Defensivleute angetan. „Wir standen sehr strukturiert und haben richtig gut verteidigt“, lobte Andrade. Aus einer guten Defensive wurden die Gäste, wenn sie Platz und Raum bekamen, durch ihre schnellen Kombinationen gleich brandgefährlich. So scheiterte Mete Sahin nach einem guten Pass von Egzon Vejseli an OSV-Schlussmann Thorben Joost (25.). Doch sechs Minuten vor der Pause war Joost chancenlos, als Muizz Saqib allein vor ihm auftauchte und die Kugel zur 1:0-Führung an ihm vorbei spitzelte.

Bereits zwei Zeigerumdrehungen nach dem Wiederanpfiff erhöhte Oliver Lubinski auf 2:0. Der Kreisligist gab sich aber nicht auf und kam in der 52. Minute durch Marcel Meyer auf 1:2 heran. Doch die Spannung wurde durch den schönsten Angriff des Spiels gleich wieder herausgenommen. Patrick Santos schlug einen herrlichen Seitenwechsel auf Lubinski, dessen Flanke der eingewechselte Dustin Siegmund direkt nahm und den Ball unter die Latte zum 3:1 für den SVNA beförderte (57.). Nun zeigten sich die Gäste so richtig in Spiellaune. Lubinski dribbelte mit Tempo an seinem Gegenspieler vorbei und drang in den Strafraum ein. Dort konnte er nur mit einem Foul von Nick Khurshid gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Siegmund souverän zum 4:1-Endstand (65.).

„Gegen einen Gegner, der nicht in die Kreisliga gehört, sondern minimum in die Bezirksliga, war das eine ordentliche Leistung. Das Ergebnis ist völlig in Ordnung. Dennoch gibt es noch Sachen, die wir besser machen müssen, aber dafür sind wir ja noch mitten in der Vorbereitung“, betonte Andrade abschließend.

OSV: Joost; Khurshid, Schönfeldt, Krupowicz, Grünberg; Fehlandt, Herber (62. Qasem); Andreou (46. Mi. Meyer), Ma. Meyer, Qasem (46. Frers); Gottschling (60. Soltani)
SVNA: Erschens; Feilke (62. Drobo-Ampen), Spiewak, Wenk (31. Franz); Vejseli (62. Bol), Ali (78. Santos); Sander (62. Richard), Santos (62. Sulejmani), Lubinski; Saqib, Sahin (46. D. Siegmund).

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