TSV verlängert mit Deutsch: „Glinde ist kein Verein, der in schlechten Phasen den Trainer rausschmeißt“

Bleiben auch in der kommenden Saison an der Linie beim TSV Glinde: Trainer Sören Deutsch (l.) und sein "Co" Kevin Karras. Foto: Maibach

Die Euphorie im Sommer war groß beim TSV Glinde. Trainer Sören Deutsch, der im März 2018 das Amt von Oliver Schomburg übernahm, verkündete acht Neuzugänge, darunter Rückkehrer Philipp Fischer, mit Frank Kehr wurde ein neuer Teammanager installiert und die Strukturen im Umfeld wurden ordentlich auf Vordermann gebracht. Klang alles sehr vielversprechend. „In Glinde tut sich was“, sagte Deutsch damals. Inzwischen wurde auch ein Fußball-Förderverein namens „101 Prozent GLINDE e.V.“ gegründet, dem Kehr als 2. Vorsitzender angehört. Doch diese Aufbruchstimmung war bereits nach dem Saisonstart verflogen. Nach vier Spielen standen die Glinder punktlos und mit einem Torverhältnis von 1:15 am Tabellenende. Nach zehn Spielen standen gerade einmal zehn Punkte auf der Habenseite – und nun hat sich der TSV mit 20 Punkten aus 17 Spielen als Tabellenzehnter der Bezirksliga Ost in die Winterpause verabschiedet.

Teammanager Frank Kehr. Foto: TSV

In dieser haben die Verantwortlichen um Teammanager Kehr nun bekannt gegeben, dass der TSV auch in der Spielzeit 2019/20 mit Trainer Sören Deutsch sowie dessen „Co“ Kevin Karras in die Saison geht. Auch Torwarttrainer Rene Ebel und Fitness-Trainer Thomas Appel bleiben an Bord. Nur hinter Physiotherapeutin Katharina Töpler („Sie leistet überragende Arbeit und wir wollen sie unbedingt im Team halten“, so Frank Kehr) steht aktuell noch ein Fragezeichen. Ansonsten bleibt das komplette Funktionsteam den Stormanern so erhalten. „Warum soll man etwas wegschmeißen, wenn man es gerade erst angefangen hat? Sören hat viele gute, neue Sachen eingeführt. Das einzige, das wir nicht in den Griff bekommen, ist die fehlende Konstanz. Aber der TSV Glinde ist kein Verein, der in schlechten Phasen den Trainer rausschmeißt“, betont Kehr, der seinen Coach in den Schutz nimmt. „Sören (Trainer Sören Deutsch, d. Red.) konnte nie mit derselben Elf spielen. Ihm haben immer sechs bis sieben Leistungsträger gefehlt. Da kannst du auch Pep Guardiola hinstellen, der kriegt das nicht hin“, sagt Kehr.

 Sören Deutsch: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist es eine enttäuschende Hinserie.“

TSV-Trainer Sören Deutsch. Foto: Maibach

Doch der Teammanager hat auch klare Anforderungen für die Restserie – vor allem an die Spieler. „Die Jungs sollen sich mal nur auf Fußball konzentrieren. Manchmal benehmen sie sich wie eine B-Jugend. Ich hatte gehofft, dass sich das unter Sören (Trainer Sören Deutsch, d. Red.) ändert. Dafür gebe ich ihm jetzt noch ein Jahr Zeit“, stellt Kehr klar, der sich erhofft, „dass wir das Gefüge noch besser zusammenbekommen“. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Übungsleiter selbst. „Wir hatten am Anfang einige Startprobleme und mussten uns erst einmal aneinander gewöhnen. Doch wir hatten nach dem misslungenen Saisonstart mal eine richtig gute Besprechung auf Augenhöhe. Wir lieben alle den Fußball und wollen Spaß haben. Danach war alles gut und es macht richtig Bock mit der Truppe“, sagt Deutsch, der „gar keinen Gedanken daran verschwendet hat, jetzt wieder aufzuhören“. Doch auch der Trainer weiß, dass es im Fußball nicht nur um das Drumherum geht. „Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist es eine enttäuschende Hinserie. Doch unsere Trainingsbeteiligung ist sehr hoch und wir wachsen immer mehr zusammen. Da sehe ich einige Fortschritte. Die Tabelle nervt mich aber extrem. Da gehören wir mit dem Talent der Truppe nicht hin und das kratzt auch an meinem Trainer-Ego“, unterstreicht der Coach. Und wie Manager Kehr sieht auch der Übungsleiter das Hauptproblem in der „mangelnden Konstanz“.




Doch Deutsch möchte jetzt nicht mehr in der Vergangenheit graben und lamentieren. Er richtet den Blick nach vorne. „Wir wollen in den restlichen Spielen richtig viel Fußballspielen lassen und richtig Spaß haben. Die Partien wollen wir schon als Vorbereitung auf die kommende Saison nutzen und dafür sorgen, dass wir gut starten und dann schauen wir mal, was passieren wird“, blickt der Trainer voraus. Genauso tut es auch sein „Chef“. „Wir haben schon 14 feste Zusagen für die kommende Spielzeit und wir sind in Gesprächen mit ein, zwei Krachern aus dem obersten Regal“, beschreibt Kehr die Personalplanung, die aktuell auch so aussieht, dass sich noch „vier bis fünf Spieler bis Februar Bedenkzeit erbeten haben“. Man darf also gespannt sein, was in den kommenden Wochen und Monaten beim TSV Glinde passiert – auf und neben dem Platz.