TuS Dassendorf gewinnt das ODDSET-Pokalfinale und macht das Double perfekt

Die TuS Dassendorf trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den MSV Duisburg. Foto: Bode

Niendorfer TSV – TuS Dassendorf 0:2 (0:0)
ODDSET-Pokal, Finale (Mo., 21.05.18, 12.30 Uhr)

Es war alles angerichtet für das ODDSET-Pokalfinale zwischen dem Niendorfer TSV und der TuS Dassendorf: 4183 Zuschauer sorgten bei bestem Fußballwetter im Stadion Hoheluft für eine fulminante Atmosphäre. Fußballprofi Dennis Diekmeier und der ehemalige Manager des FC St. Pauli Helmut Schulte waren ebenfalls live Ort. Zudem war die ARD für ihre Übertragung im Zuge des „Tag der Amateure“ mit von der Partie. Dazu war ein erfahrener und bekannter Schiedsrichter angesetzt: Zweitliga-Referee Norbert Grudzinski (TSV Wandsetal) pfiff die Partie. Für die Akteure auf dem Feld also ein Tag, der für immer in Erinnerung bleiben wird. Besonders für die Dassendorfer, die durch den 2:0-Erfolg gegen den NTSV mit dem Pokalsieg das Double perfekt machten und sich damit für den DFB-Pokal qualifizierten.

Dass sich die TuS, die bereits als erneuter Oberliga-Meister feststeht, am Ende den begehrten Pokal sicher wird, darüber waren sich im Vorhinein fast alle einig. Der Oberliga-Serienmeister ging als großer Favorit in das Endspiel. Das sahen auch die Fans so, die ein Transparent mit der Aufschrift „Endstation Niendorf? Das ist nur bei der U2 der Fall.“ Und so begann das Team vom Trainerduo Thomas Hoffmann und Peter Martens auch. Von Beginn an drückte der Favorit auf das Gaspedal und erspielte sich in der Anfangsviertelstunde gleich drei hochkarätige Gelegenheiten. Finn Thomas legte den Ball von der rechten Seite in den Rückraum auf Kristof Kurczynski, der das Spielgerät allerdings nicht richtig traf. Der Ball ging rechts am NTSV-Gehäuse vorbei (8.). Vier Zeigerumdrehungen später wurde ein Abschluss von Dassendorfs Sven Möller so abgefälscht, dass das Spielgerät auf der Oberkante der Latte landete (12.). 60 Sekunden später war wieder der Querbalken im Weg. Einen schnell ausgeführten Einwurf legte Finn Thomas in den Rückraum, wo Marcel von Walsleben-Schied mit seinem Schuss erneut die Latte traf (13.). Zum ersten Mal ging ein Raunen durchs Publikum.

Vermeintlicher Elfmeter sorgt für Aufregung an der Dassendorfer Trainerbank

Niendorfs Marvin Karow versucht, Maximilian Dittrich (weiß) den Ball abzunehmen. Foto: Bode

Auf der Niendorfer Seite passierte im Offensivbereich nicht viel. Leon Meyer hatte nach 14 Minuten eine erste Torannäherung. Doch sein Schuss verfehlte den Kasten von Christian Gruhne deutlich. In Folge nahm die Dassendorfer Drangphase wieder etwas ab und die Partie wurde hitziger. Besonders von Walsleben-Schied schien ein wenig übermotiviert zu sein. Nach seinem dritten Foulspiel binnen kürzester Zeit kassierte der Stürmer die erste Gelbe Karte der Partie. Nachdem sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld abspielte, kam es neun Minuten vor der Halbzeit mal wieder zu einer Torchance. Einen Eckball von Sven Möller bugsierte „Dasse“-Kapitän Joe Warmbier per Kopf neben das Tor (36.). 180 Sekunden später sprangen die Dassendorfer Ersatzspieler und Trainer Peter Martens dann auf – aber nicht vor Freude. Sie reklamierten ein Foulspiel und forderten einen Strafstoß. Ein vermeintlich regelwidriges Einsteigen von NTSV-Kapitän Adam Benn an Kristof Kurczynski im Strafraum wurde von Schiedsrichter Grudzinski aber nicht geahndet (39.).

In der Nachspielzeit legte Maximilian Dittrich im Dress der Dassendorfer den Ball sehenswert per Hackentrick in den Lauf von Marcel von Walsleben-Schied, der mit seinem zu zentral geratenen Abschluss aber an NTSV-Torwart Marcel Kindler scheiterte (45.+1). So ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen. Im zweiten Durchgang zeigte sich das selbe Bild. Dassendorf dominierte die Partie und drückte auf den Führungstreffer, während die Niendorfer sich sehr passiv verhielten und mit langen Bällen agierten. Nennenswerte Großchancen ergaben sich zu Beginn des zweiten Abschnitts nicht. 

Für Karikari schließt sich ein Kreis: Doppelpack statt Armverletzung

In Minute 71 war es dann aber soweit. Nach einer Ecke von Sven Möller, die Joe Warmbier per Kopf verlängerte, brachte Innenverteidiger Jeremy Karikari den Ball ebenfalls per Kopf zum 1:0 im Netz unter. Großer Jubel war die Folge: Alle Dassendorfer Verantwortlichen und Ersatzspieler jubelten gemeinsam auf dem Rasen. Nun kannten die zahlreichen TuS-Anhänger kein Halten mehr. Lautstarke Fangesänge sowie zahlreiche Fahnen waren aus dem Block D zu hören und zu sehen. In Anlehnung an den Meisterspruch zum Oberliga-Titel „Kann uns bitte endlich mal jemand das Wasser reichen?“ wurde ein Plakat mit der Aufschrift „Kann uns bitte endlich mal jemand den Pokal reichen?“ in die Höhe gehalten. Und das knapp zehn Minuten vor Abpfiff. Wenn das mal nicht zu voreilig war.

Matchwinner Jeremy Karikari wird von TuS-Sportchef Jan Schönteich geherzt. Foto: Bode

Doch Zweifel am Pokalerfolg der Mannschaft vom Wendelweg hatte keiner mehr. Spätestens in der 89. Minute waren auch die letzten Hoffnungen der Niendorfer begraben. Eine Flanke von Mittelfeldmotor Sven Möller brachte erneut Jeremy Karikari im Tor unter. Damit schloss sich ein Kreis für den Defensivspieler, der beim vergangenen ODDSET-Pokalfinale (damals noch im Dress vom Regionalligisten Eintracht Norderstedt) mit einer Verletzung am Arm frühzeitig ausgewechselt wurde und lange verletzungsbedingt ausfiel. Nun also Doppelpack statt Armverletzung. In der dreiminütigen Nachspielzeit passierte nichts mehr. So stand dem verdienten 2:0-Erfolg und dem Pokalsieg sowie der damit verbundenen Qualifikation für den DFB-Pokal nichts mehr im Wege. Der Abpfiff von Referee Grudzinski war der Beginn einer feuchtfröhlichen Pokalparty für die Dassendorfer.

Thomas Hoffmann: Erst Pressekonferenz, dann folgt die Bierdusche

TuS-Trainer Thomas Hoffmann jubelt nach dem 2:0. Foto: Bode

„Die Partie war über lange Zeit sehr eng. Das war uns aber von vornherein klar. Wir haben kaum nennenswerte Torchancen zugelassen und selbst oftmals das Pech mit der Latte gehabt. In der zweiten Halbzeit hatten wir weiterhin die Spielkontrolle. Am Ende des Tages ist der Sieg für uns hochverdient“, resümierte ein sichtlich zufriedener Thomas Hoffmann auf der Pressekonferenz nach der Partie, ehe es zurück zu den starteten Feierlichkeiten ging. Dort angekommen gab es für den Übungsleiter von Maximilian Dittrich und Finn Thomas eine Bierdusche, die der Coach über sich ergehen lassen musste.

An Bierduschen war bei seinem Gegenüber nicht zu denken. Dennoch war NTSV-Coach Ali Farhadi stolz auf seine Mannschaft. „Es war eine vernünftige Partie von uns, die sich sehr spannend gestaltete. Gegen diese individuelle Qualität der Dassendorfer kannst du am Ende aber wenig ausrichten. Dassendorf ist uns in der individuellen Qualität einen Schritt voraus. Am Ende haben sich die Dassendorfer auch verdient den Pokal geholt. Vom Grundsatz her ist es natürlich schade, dass wir uns durch zwei Standards, die wir vorab angesprochen hatten, verlieren. Aus dem Spiel heraus ist nicht viel gegen uns geschehen, bis auf die erste Viertelstunde, in der wir 0:2 hätten hinten liegen können. Wir sind stolz auf unsere junge Mannschaft“, formulierte Farhadi sein Fazit zum Pokalendspiel.

NTSV: Kindler; Agdan (88. Schröder), Krüger, Benn, Speck; Streubier (72. Afsin), Karow, Tafese, Meyer (81. Utcke); Hartwig, Wilhelm
TuS: Gruhne; Warmbier, Karikari, Carolus; Thomas, Dettmann, Kurczynski (86. Steinfeldt), Möller (90. +1 Aust), Nägele, Dittrich; von Walsleben-Schied (70. Müller)

Bilder zum Spiel und zu den Feierlichkeiten von Hanno Bode: