VfL Lohbrügge trifft das Tor nicht und wird doppelt bestraft

Der VfL Lohbrügge unterlag dem Hamm United FC mit 0:2. Foto: BOLZJUNGS

VfL Lohbrügge – Hamm United 0:2 (0:0)
Landesliga Hansa, 7. Spieltag (Sa., 08.09.18, 15.00 Uhr)

Da saßen sie auf dem Rasenplatz am Binnenfeldredder in Lohbrügge und blickten ins Leere. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Kevin Klüver (Eintracht Norderstedt) die Landesliga-Partie zwischen dem VfL Lohbrügge und Hamm United abgepfiffen. VfL-Kapitän Anto Zivkovic und seinem Mannschaftskameraden Duro Arlovic waren die Enttäuschung und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Der VfL musste sich mit 0:2 dem HUFC geschlagen geben. Und keiner von denen, die etwas mit dem VfL zu tun haben, wusste warum. Die Treffer für die Gäste fielen beide in den letzten sechs Minuten.

So wirkte auch Elvis Nikolic, der zusammen mit Sven Schneppel das Lohbrügger Trainer-Duo bildet, sichtlich angeschlagen. „Über weite Strecken waren wir die bessere Mannschaft. Das einzige, was wir verbessern müssen, ist, dass wir das Tor machen. Wir hätten schon viel früher den Sack zu machen müssen. Diese Niederlage war unnötig und tut richtig weh“, resümierte die eine Hälfte des Trainergespanns. Diese angesprochenen Chancen ereigneten sich zum Ende der ersten Halbzeit. Während in den ersten 30 Minuten außer einem verletzungsbedingten Wechsel beim VfL, Agit Aydin musste bereits in Minute sieben das Feld verlassen, nichts passierte, hatte Anto Zivkovic eine gute Chance. Doch die Hereingabe des Mittelfeldmotors fand keinen Abnehmer (40.). Drei Minuten später schickte Gerrit Betzin Pascal Bäker auf der linken Seite, doch Hamm-Keeper Samuel Graudenz parierte den Schuss von Bäker (43.). Nach der folgenden Ecke landete der Ball bei Zivkovic, der das Spielgerät knapp am rechten Pfosten vorbei setzte.

Hamm United ist neuer Tabellenführer und Marschall interessiert das nicht

Bei den Gästen war der ehemalige Curslacker Jan Landau der auffälligste Spieler. Doch die Nummer 77 konnte die Chancen nicht verwerten (30., 34.). Im zweiten Durchgang ereignete sich ein ähnliches Bild, wie zum Ende der ersten Halbzeit. Die Hausherren drückten auf das 1:0. Doch dieses wollte nicht fallen. Weder Arlovic noch Bäker waren mit ihren Versuchen erfolgreich (51., 52.). Arlovic, der auf Seiten der Gastgeber zusammen mit Zivkovic den stärksten Part spielte, konnte auch in der 73. Minute seinen Distanzschuss nicht an Graudenz vorbeibringen. Zehn Zeigerumdrehungen später war der Ball dann drin. Doch Referee Klüver erkannte den Treffer wegen Abseits nicht an. So kam es, wie es kommen musste und die Gäste gingen in Führung. Unmittelbar nach dem Abseitstreffer erzielte Stürmer Christian Ayim nach Zuspiel von Lucas Kauth das umjubelte 1:0 für das Team von Trainer Sidnei Marschall (84.). Eine Minute vor Ende konterten die Gäste den VfL aus. Nach einem Pass vom eingewechselten Matthias Märtens war Ayim erneut alleine vor VfL-Keeper Alen Brandic und erzielte das 2:0 (89.). Zu der Zeit war Lohbrügges Duro Maskaljevic schon gar nicht mehr auf dem Platz. Nach einem Foulspiel am Doppeltorschützen Ayim sah die Nummer 11 des VfL die Gelb-Rote Karte (87.).

So groß wie der Frust bei Nikolic und seinen Spielern Zivkovic und Arlovic war, umso glücklicher war HUFC-Trainer Marschall. „Es war von Vorhinein zu erwarten, dass es ein schweres Spiel wird. Ich habe vor dem Spiel gesagt, wenn wir in der 89. oder 90. Minute das 1:0 machen, bin ich glücklich. Dass es jetzt ein 2:0 geworden ist, ist umso besser“, sagte Marschall freudestrahlend. „Wir haben das clever gemacht und standen hinten sicher. Ich hätte mir in der ersten Halbzeit gewünscht, dass wir hier auf dem riesigen Platz mehr kontern“, analysierte der Coach, um anschließend die Wichtigkeit dieser drei Punkte zu betonen. „Hier werden noch einige Mannschaften verlieren. Das ist nicht irgendeine Mannschaft. Lohbrügge gehört für mich nach oben in der Tabelle. Und ich bin froh, dass wir jetzt die drei Punkte haben“, erklärte Marschall zufrieden. Mit diesen drei Punkten ist Hamm United nun am Bramfelder SV vorbeigezogen und grüßt in der Tabelle von ganz oben. „Das ist ein netter Nebeneffekt und zeigt die Arbeit, die wir investieren. Es interessiert uns aber nicht, wir werden weiter arbeiten und wollen Fussi kicken“, betonte der Übungsleiter.

VfL: Brandic; Gencel, Bozic, Hamdan, Maskaljevic; Arlovic, Petrekovic-Loncar, Zivkovic, Vidovic (66. Reimers); Aydin (7. Betzin), Bäker
HUFC: Graudenz; Kauth, Hartung, Schlichting, Wiederkehr (45. Yücel); Rahn, Kazmierczak (68. Simon); Landau (86. Märtens), Seifert, Patrin; Ayim