2:0 gegen den Oststeinbeker SV: TuS Dassendorf siegt beim Debüt von Neu-Coach Jean-Pierre Richter

Dassendorfs neuer Coach Jean-Pierre Richter (re.) gibt Pascal Nägele von der Seitenlinie aus Anweisungen. Foto: Herzog

Oststeinbeker SV – TuS Dassendorf 0:2 (0:1)
Testspiel, (Fr., 15.02.19, 19.30 Uhr) 

Plötzlich ging alles ganz schnell bei der TuS Dassendorf: Elard Ostermann und sein Trainerteam wurden am Montagabend beurlaubt und Jean-Pierre Richter stand per sofort als Trainer an der Seitenlinie. Statt erst im Sommer zu beginnen, zog der Verein schon jetzt die Option und holte den Ex-Coach des SC Victoria Hamburg ins Boot. Ein Umstand, der nicht nur ihn selbst sehr verwundert hatte. „Ich war besonders überrascht, dass es so schnell ging. Das war nicht vorbereitet und geplant. Die Umstände sind jetzt so und wir schauen nach vorne. Ich wurde super aufgenommen und habe die Jungs relativ schnell kennenlernen dürfen. Menschlich sind die Spieler top und fußballerisch auch, sie machen einen guten Eindruck. Die Anfangsphase muss relativ schnell laufen, da wir nächste Woche wieder im Wettbewerb sind“, ist Richter voller Tatendrang bei seinem neuen Verein. 

Oststeinbeker SV hilft mit Torwart aus, Samuel Louca markiert die Führung

Jan Daniel Niedwetzki (vorne) half als Keeper bei den Gästen aus. Foto: Herzog

Überraschung ist auch das Stichwort in Bezug auf das Testspiel beim Oststeinbeker SV. Denn weder Stammkeeper Christian Gruhne noch sein Vertreter Tobias Braun waren verfügbar, um sich zwischen die Pfosten zu stellen. Stattdessen bediente man sich bei den Gastgebern. Und wer dann noch dachte, dass die TuS die Gastgeber an die Wand spielen würde, wurde ebenfalls eines Besseren belehrt. Denn: Bei seiner ersten Aufgabe und seinem Pflichtspieldebüt hatte „JPR“ lediglich elf Feldspieler zur Verfügung und mit Oststeinbeks Torwart Nummer zwei Jan Daniel Niedwetzki einen Gastspieler in den eigenen Reihen. „Da müssen wir mal die Vertragssituation prüfen lassen, er hat einen guten Eindruck hinterlassen, gerade in Durchgang eins gute Paraden gezeigt, Souveränität ausgestrahlt und versucht, viel fußballerisch zu lösen. Er hat seinem Coach gezeigt, was er kann – danke an Oststeinbek.“, so die Lobeshymne von Richter auf Niedwetzki, der nach dem Abpfiff einen TuS Dassendorf-Wimpel als Dankeschön erhielt. In die gleiche Kerbe haute OSV-Übungsleiter Simon Gottschling, der weiß, was er an ihm hat. Vermasselt hat der Keeper dennoch die Führung der Hausherren – und somit auch Gottschlings. Maximilian Kochsiek (19.) und Maximilian Grünberg (21.) scheiterten aus besten Positionen an Hand und Fuß des Torwarts. „Dass wir hier nicht abgeschossen werden, war mir klar. Ich habe mit einem Remis gerechnet, vielleicht mit einem knappen Sieg. Wenn wir die Chancen nutzen, darf sich auch niemand beschweren.“, sagte der zufriedene Gottschling. Auf der Gegenseite hatte Marcel von Walsleben-Schied einen Kopfball vergeben (24.), ehe Samuel Louca per Linksschuss die 1:0-Gästeführung markieren konnte (33.). 

Richter engagiert an der Linie – Lob für den OSV: „Der Gegner war ansprechend und lauffreudig.“

Das war es schon mit den Auffälligkeiten im Spiel. Auffällig an der Seitenlinie war vielmehr, dass der neue Übungsleiter immer wieder einzelne Spieler zu sich rief, um Anweisungen zu geben. Egal ob mit Pascal Nägele, Marcel von Walsleben-Schied oder Kapitän Amando Aust: Richter suchte stets den direkten Kontakt zu seinen Spielern. „Ich glaube schon, dass wir uns schwer getan haben. Vielleicht sind es auch von der Grundordnung her ein, zwei kleine Veränderungen. Grundsätzlich sind es eher Punkte im und gegen den Ballbesitz, die mir wichtig sind, die die Mannschaft umsetzen möchte und auch muss. Deswegen haben wir auch mal variiert und etwas angepasst.“ Ein Torfestival aus Sicht des Hamburger Serienmeisters blieb also aus. Auch weil der zwei Klassen tiefer angesiedelte Bezirksligist mitspielte und sich nicht versteckte. „Der Gegner war ansprechend und lauffreudig“, so Richter, der weiter erklärte: „Man hat gesehen, welche Dynamik Oststeinbek entwickeln kann. Wir dagegen haben etwas Zeit benötigt, bis wir Eigendynamik entwickeln konnten, eine gewisse Kontrolle vom Spiel bekommen haben, um die richtigen Bälle zu spielen. Das Tor war gut herausgespielt, aber ansonsten waren wir im Angriff verhalten und haben mit zu vielen Kontakten gespielt.“

Niedwetzki lange nicht zu bezwingen, Dittrich macht kurz vor Schluss aber alles klar

Torschütze Maximilian Dittrich (re.) freut sich mit Sven Möller und Mark Hinze (Nr. 27) über den Treffer zum 2:0. Foto: Herzog

In Halbzeit zwei hatte der Bezirksliga-Tabellenführer direkt die Chance auf den Ausgleich, allerdings wurde der Ball unsauber gespielt (46.). Niedwetzki parierte nochmals gegen Kochsieks Heber (54.). Neuzugang Ilir Aliu (kam vom MSV Hamburg), der weitestgehend unauffällig agierte, zielte zudem knapp vorbei (75.). Die Gäste verwalteten nun bestmöglich. Da das Wechselkontingent bereits in der 12. Minute erschöpft war (Saqib zerrte sich am Oberschenkel), war die Cleverness und Abgeklärtheit der TuS besonders zu sehen. Tempo gemacht, Tempo rausgenommen, Gegner und Ball laufen gelassen. Der OSV kam somit, wie zuvor nur selten in der laufenden Saison, an seine Grenzen und wurde kurz vor Ultimo ausgekontert. Samuel Louca legte raus auf Marcel von Walsleben-Schied, der butterweich auf Sven Möller flankte. Der wiederum legte direkt ab auf Dittrich, der eiskalt vollendete und den Treffer zum 2:0-Endstand erzielte (85.). Der Deckel war also drauf und das Debüt vom neuen Coach, trotz schwieriger Umstände, geglückt. „Wir sind mit elf Mann angereist und haben nun zwei Verletzte mehr, das ist das nicht so schöne hier heute. Pascal Nägele hat einen starken Pferdekuss abbekommen und Muizz Saqib hat Oberschenkelprobleme. Insgesamt gab es positive als auch nicht so positive Eindrücke, aber das gehört auch dazu. Dafür machen wir ein Testspiel, damit wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen“, sagte „JPR“ abschließend. Sein Gegenüber hat einen „super Test“ gesehen: „Alle haben Gas gegeben, gut gepresst, sind gut angelaufen. Die letzte halbe Stunde gehörte uns, leider war der letzte Pass dann zu hektisch, zu ungenau – insgesamt aber Top!“

OSV:  Joost; Youness Sbou, Gimeno Hinrichs, Köksal, Grünberg; Youssef Sbou, M. Sbou, Aliu, Voigt (68. Yazici); Fischer (65. Frers); Kochsiek
TuS: Niedwetzki; Dettmann, Aust, Lenz; Blohm, Möller, Louca, Saqib (12. Hinze); Dittrich, von Walsleben-Schied, Nägele

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: