32 Tore in 18 Spielen: Kreisklasse B-Knipser Timo Knetsch spielt mit Freunden – aber ohne Trainer

Timo Knetsch (Düneberger SV III) knipst sich in der laufenden Spielzeit durch die Kreisklasse B2. Foto: Vahlendieck

Timo Knetsch ist ein absolutes Düneberger Eigengewächs. Schon in der Jugend kickte er immer am Silberberg, unter anderem in der Verbandsliga (Hamburgs höchste Spielklasse). Auch den Schritt heraus aus dem Jugendbereich rein in die Herren machte der Offensivallrounder beim DSV, spielte zwei Jahre für die erste Herren in der Kreisliga und ging dort auf Torejagd – bis er sich im Sommer 2016 dazu entschloss, zu pausieren. Zwei Jahre lang war seine fußballerische Auszeit, ehe er sich im vergangenen Sommer der zu dem Zeitpunkt neu ins Leben gerufenen dritten Herren des Geesthachter Stadtteilklubs anschloss. Der heute 23-Jährige ging den Schritt in die Kreisklasse B, der untersten Spielklasse der Hansestadt – und knipst dort Woche für Woche, was das Zeug hält.

Trotz 32 Toren in 18 Spielen wird Knetsch in der „KKB“ nicht langweilig

Timo Knetsch nach einer athletisch getretenen Flanke. Foto: Vahlendieck

Auch zum Punktspielstart im Jahr 2019 beim Escheburger SV III war Knetsch wieder erfolgreich. Im Alleingang sorgte er mit vier Treffern für einen 4:0-Vorsprung, am Ende verließen der Stürmer und seine Mitspieler das Feld mit einem 7:1-Erfolg. Aber wieso geht ein für die Kreisklasse B offenbar viel zu guter Spieler diesen Schritt? Zumeist hängt das mit dem Berufsleben zusammen. So auch bei Knetsch. Durch seine Weiterbildung zum Techniker schafft er es zeitlich nicht mehr, die Trainingseinheiten der ersten oder zweiten Herren zu absolvieren. Bei der „Dritten“ steht lediglich montags eine Einheit an. Es gefällt dem besten Stürmer der Kreisklasse B2, aktuell denkt er nicht daran, wieder eine oder mehr Etagen höher zu gehen. „Langweilig wird es auf keinen Fall, da jedes Spiel eine neue Herausforderung ist und man es sich auch selbst immer wieder beweisen möchte und man sich verbessern will“, erklärt er im Gespräch mit BOLZJUNGS. „In erster Linie habe ich natürlich aus den schon angesprochenen beruflichen Gründen keine Zeit. Zudem macht es aber auch einfach viel Spaß, nach zweijähriger Pause wieder Fußball zu spielen, da wir eine wirklich geile Truppe haben.“

Ohnehin gab es noch keine Angebote von anderen Vereinen für Knetsch, der mit seinem DSV III im Auftaktjahr einen soliden fünften Tabellenplatz belegt und dabei beachtliche elf Zähler Vorsprung auf den Sechsten Moorburg hat. Auch die durchaus attraktive Liga mit Derbys gegen den FSV Geesthacht II oder Grünhof-Tesperhude sowie den für die „KKB“ überqualifizierten Teams vom SV Altengamme IV oder Hamm United III ist ein Faktor dafür, dass es nicht langweilig wird. „In erster Linie haben wir einen sehr hohen Spaßfaktor in der Mannschaft. Dennoch möchte jeder gerne gewinnen und das sieht man dann auch in gewissen Situationen, wo es mal nicht so gut läuft, dass der Ton dann auch mal ernster wird“, gesteht Knetsch, der mit vielen früheren Freunden zusammen spielt. Der einzige Problempunkt – zumindest ab und an – ist, dass sie bei Dünebergs Dritter keinen Trainer haben. „Natürlich ist das kompliziert. Gerade wenn die Emotionen mit im Spiel sind, wäre es hilfreich, wenn außen jemand da wäre, der klare Anweisungen gibt“, so der Stürmer, der seit Sommer 2018 in Bergedorf wohnt und früher auch mal als Rechtsverteidiger gespielt hatte. „Aber der Mannschaftsrat kümmert sich um alles organisatorische.“ Dem gehört Knetsch nicht an. Er kümmert sich lieber um die Tore – und das mit großem Erfolg!