ATSV-Trainer Matthias Nagel: „Es wäre vermessen zu sagen, dass wir der große Topfavorit sind.“

Die Spieler des Ahrensburger TSV bejubeln einen ihrer zahlreichen Treffer. Foto: Herzog

Der Ahrensburger TSV befindet sich aktuell im dritten Bezirksliga-Jahr in Folge – und ist dem Aufstieg wohl so nah wie nie zuvor! Nach dem Aufstieg aus der Kreisliga am Ende der Saison 2016/17 landete das Team aus der Schlossstadt auf einem sehr starken dritten Rang, welchen sie in der abgelaufenen Spielzeit noch einmal bestätigten. Der ATSV schnupperte also zwei Mal am Aufstieg, letztlich mussten sie aber immer zurückstecken. Doch in der noch jungen Saison 2019/20 scheinen die Ahrensburger bereit zu sein für den ganz großen Coup. Wir sprachen mit Trainer Matthias Nagel, der sich Woche für Woche die Spiele der Konkurrenz anschaut, über seine Einschätzungen zum Saisonstart, eine mögliche Favoritenrolle und ob seine Mannschaft bereit wäre für die Landesliga.

BOLZJUNGS: Moin Matthias, zum Saisonstart konntet ihr sieben Siege aus sieben Spielen feiern – eine beachtliche Ausbeute. Was macht den ATSV aktuell so stark?
Matthias Nagel: Natürlich haben wir eine hohe Qualität in unserem breiten Kader und können so urlaubs- oder krankheitsbedingte Ausfälle kompensieren. Man muss aber auch sagen, dass wir manchmal das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten. Da fallen mir beispielsweise die engen Spiele gegen den SC Vier- und Marschlande oder den MSV Hamburg (beide Spiele gewann der ATSV mit 2:1, Anm. d. Red.) ein – die hätten auch ganz anders ausgehen können. Wenn man aber da oben stehen möchte, muss man dieses Glück haben und auch ein Stück weit erzwingen.
BOLZJUNGS: Euch gelangen in den bislang sieben Liga-Partien stolze 31 Treffer. Ist die Offensive das Prunkstück deiner Mannschaft?
Nagel: Natürlich ist unsere Offensive sehr, sehr wichtig. Wir besitzen da vorne eine sehr hohe Qualität. Aber auch die anderen Mannschaftsteile arbeiten gut mit, geben Assists und bauen das Spiel auf. Unsere Defensive ist sehr gut abgestimmt mit den starken Keepern. Wir sind in allen Mannschaftsteilen gut besetzt, das macht uns aktuell so stark.
BOLZJUNGS: Mit Mihai-Vladut Bitez, der alleine 15 eurer 31 Tore erzielte, sticht ein Akteur bislang deutlich heraus. Ist er so etwas wie der personalisierte Erfolgsfaktor?
Nagel: Er macht die Tore klasse, keine Frage! Aber er wurde auch immer gut in Szene gesetzt. Im gleichen Atemzug wie Mihai muss man auch einen Marco Vogler (Sommer-Neuzugang vom Hoisbütteler SV, Anm. d. Red.) nennen, der sehr wichtige Treffer erzielt hat. Genauso einen Bene (Paul Simon Benedikt Neumann-Schirmbeck, Anm. d. Red.), dem in seinen drei Spielen bislang zwei Tore und fünf Vorlagen gelangen. Und sind wir mal ehrlich: Dieses Torverhältnis beruht vor allem auf dem 11:2-Erfolg gegen HT 16 vom vergangenen Sonntag, bei dem wir einen sehr guten Tag erwischt hatten.

Ahrensburgs Trainer Matthias Nagel ist überzeugt: „Wir könnten in der Landesliga bestehen!“. Foto: Herzog

BOLZJUNGS: Die von dir angesprochenen guten Tage hattet ihr bislang schon des Öfteren. Ihr seid jetzt die Gejagten. Nehmt ihr euch der Favoritenrolle nun endgültig an?
Nagel: Man hat bereits gesehen, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Es ist alles möglich. Jede Mannschaft wird ihre kleine Krise bekommen und die, bei der diese Phase am kürzesten ist, wird am Ende oben stehen. Es wäre blöd, wenn wir als Tabellenerster sagen, dass wir dort nicht bleiben wollen – aber der absolute Überflieger sind wir nicht! Ich zähle vor allem den MSV Hamburg, Wentorf, Glinde, aber auch den ASV Bergedorf 85 zur Konkurrenz. Der Kreis der Favoriten ist also groß und wir gehören natürlich dazu. Aber noch mal: Es wäre vermessen zu sagen, dass wir der große Topfavorit sind.
BOLZJUNGS: Du hast mit deiner Mannschaft schon in den vergangenen Jahren am Aufstieg geschnuppert, allerdings hat es am Ende nie dazu gereicht. Wieso gelingt es euch in diesem Jahr?
Nagel: Das Ziel Aufstieg ist da. Wir wollen in die Landesliga und das haben wir auch so kommuniziert. Im ersten Bezirksliga-Jahr sind wir überraschend Dritter geworden, in der vergangenen Saison haben wir einfach zu viele Punkte gegen Teams aus dem Mittelfeld liegen gelassen. Aber wir haben immer guten Fußball gespielt. In diesem Jahr kann es nun klappen, aber wir müssen weiter konsequent am Erfolg arbeiten. Uns wird nichts geschenkt, keiner steht Spalier und sagt: ‚Jetzt werdet mal Meister.‘
BOLZJUNGS: Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Sollte euch der Aufstieg tatsächlich gelingen, hat dein Team in dieser Konstellation das Zeug für die Landesliga?
Nagel: Wir haben schon oft gegen Landesligisten getestet und konnten immer mithalten. Unsere Truppe hat die Landesliga in sich und das Zeug, nach einem möglichen Aufstieg in der Landesliga zu bestehen. Im Moment läuft es bei uns, die Jungs ziehen sehr gut mit und es macht ihnen, aber auch uns Trainern eine Menge Spaß!
BOLZJUNGS: Vielen Dank für das Gespräch, Matthias! Wir wünschen dir und dem Ahrensburger TSV viel Erfolg für die weitere Saison.