Aufsteiger Dassendorf II will unter die Top Neun – Trainer Lößel: „Sind keine Ausbildungsmannschaft!“

Die Spieler der TuS Dassendorf II feiern ihren Aufstieg mit ihren NRW-Freunden vom RTV. Foto: Privat

Dennis Lößel wollte (noch) nicht reden. Zwar deutete sich bereits in der Winterpause der Aufstieg der TuS Dassendorf II an – die Zweitvertretung vom Wendelweg hatte in der Kreisklasse 2 als Tabellenführer bereits sieben Punkte Vorsprung – doch der junge Trainer hielt sich in der Öffentlichkeit zu diesem Thema bedeckt. „Ich bin generell eher der Typ, der nicht zu früh von Dingen spricht. Wir hatten uns damals intern den Druck aufgebaut, wollten aber nicht von außen noch zusätzlichen Druck bekommen“, erklärt der 34-Jährige im Gespräch mit BOLZJUNGS. 17 Tage verbrachte der Coach bis vor Kurzem mit Inselhopping in Thailand. Seine Mannschaft startete hingegen vor mehr als zwei Wochen in die Vorbereitung. Und nach dieser hat die Zweite vom Wendelweg in der Kreisliga 3 einiges vor.

Umdenken im Verein – Lößel setzte sich bei Amtsübernahme den Aufstieg als Ziel

Trainer Dennis Lößel blickt in Richtung Zukunft und damit in Richtung Kreisliga. Foto: Herzog

Rückblick: In der Spielzeit 2017/18 war ‚Dasse 2‘ mit nur zwei Punkten Vorsprung dem Aufstieg knapp entgangen. Dieses Abschneiden bewegte die Vereins-Verantwortlichen und vor allem Lößel selbst zum Umdenken. „Das war unsere dritte Saison in der Kreisklasse und in dieser haben wir gemerkt, dass man mehr tun muss als das, was wir getan haben. In dieser Zeit musste ich mir selbst den Arsch aufreißen, damit wir nicht runtergehen!“, erinnert sich der Ex-Spieler, der sich bei seiner auf die schwache Saison folgenden Amtsübernahme den Aufstieg selbst als Ziel gesetzt hatte. „Ich habe die Mannschaft auf links gedreht und eine ganz andere Mentalität eingefordert.“ Er behielt zwar sein Fast-Abstiegs-Team, das in der Region bis dato durchaus auch den Ruf einer ‚Sauftruppe‘ hatte, beisammen, ergänzte dieses aber mit starken Neuzugängen. Der namhafteste von allen: Stürmer Daniel ‚Takka‘ Otremba (Oststeinbeker SV). „Wir wollten schon etliche Jahre zusammenspielen. Im vergangenen Sommer hatte es dann in seine Lebenslage gepasst und er hat mir mit seinem Wechsel einen großen Gefallen getan“, so Trainer Lößel, der nach der souverän gespielten Halbserie vor dem Jahreswechsel (14 Siege, zwei Niederlagen) im Winter noch mal personell zulegte – und wie!

Für den Saisonendspurt kam mit Timo Trefzger ein Ex-Oberligaspieler vom HSV III, der nach Dassendorf umgezogen war. Auch Lennart Suratman vom Landesligisten Düneberger SV sowie Pierre Zielke vom TuS Aumühle-Wohltorf wechselten an den Wendelweg. Mit diesem Personal sicherte sich ‚Dasse 2‘ ungefährdet den Meistertitel in der Kreisklasse 2, schoss in 26 Partien stolze 120 Tore und stand auch in der Fairness-Tabelle am Ende der Saison ganz oben. Zudem knipste sich Otremba mit 35 Treffern zum besten Schützen der Liga. „Bei aller Euphorie um den Aufstieg müssen wir nun erst mal sehen, wie das Team beispielsweise mit drei Niederlagen am Stück umgeht“, warnt Lößel nach der starken Kreisklassen-Spielzeit, nach der er allerdings noch einmal ein großes Lob an die Mannschaft richten will: „Das Team steht im Vordergrund, ich bin für sie eine Unterstützung, um besser zu werden und Spaß zu haben. Vor allem mein Kapitän Jan-Velten Behrend hat einen großen Anteil an unserem Erfolg!“

Zusammenarbeit mit Oberliga-Team stimmt, aber: „Wir bleiben eigenständig.“

Mit diesem angesprochenen Erfolg hat der Coach der Zweiten auch gleichzeitig seine eigene Vorgabe ‚Aufstieg‘ erfüllt – und nebenbei auch prompt dem Wunsch des Vereins, dass die ‚Zweite‘ mindestens in der Kreisliga spielen sollte, entsprochen. Angesprochen auf die finanziell großen Mittel beim Dorfklub erklärt Lößel: „Dassendorf ist ein Dorf, unsere zweite Mannschaft hat eigene Sponsoren. Für ein Kreisklassen-Team sind wir sehr gut aufgestellt, was das Material und so weiter angeht eigentlich wie unsere ‚Erste‘. Aber bei uns gibt es kein Geld. Alle sind aus freien Stücken gekommen, ohne, dass sie dafür etwas bekommen!“ In diesem Sommer stößt in Rückkehrer Philipp Kruse (TuS Aumühle-Wohltorf II) lediglich ein neuer Akteur zum Team, allerdings konnten auch alle Spieler aus der vergangenen Saison gehalten werden. Lößel zeigt sich daher optimistisch: „Ich bin mir sehr sicher, dass wir eine gute Rolle in der Kreisliga spielen können und werden. Das Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.“ Langfristig wolle man sich sportlich weiterentwickeln, mittelfristig wird der Blick sicher auch in Richtung Bezirksliga gehen. „Aber“, so Lößel, der vor allem mit Dassendorfs Oberliga-Trainer Jean-Pierre Richter einen sehr guten Kontakt pflegt, abschließend, „wir bleiben eigenständig. Eventuell findet auch mal ein Austausch zwischen ‚Erster‘ und ‚Zweiter‘ statt, aber wir sind kein reiner Unterbau oder gar eine Ausbildungsmannschaft!“

Der Kader der TuS Dassendorf II in der Übersicht:
Torhüter
Timo Meyer, Jan-Hendrik Stahmer
Abwehr
Jannik Tabel, Mirko Richter, Patrick Remus, Christian Knudsen, Andre Litfin, Pierre Zielke, Philip Poleska, Christopher Jander 
Mittelfeld
Jan-Velten Behrend, Tim Grohn, Lucas Buhk, Philipp Ploog, Stanislav Schkolnik, Christopher Buhk, Marvin Nern, Linus Feldpausch, Lennart Suratman, Timo Trefzger, Bastian Romo Ravanal, Alban Neziri, Lennart Matthes, Moritz Kuhlmann
Sturm
Sascha Matz, Daniel Otremba, Philipp Kruse, Tom Buntrock, Lukas Mühlmann

Trainerteam
Cheftrainer: Dennis Lößel
Co-Trainer: Amir Rahali