Babuschkins Paraden reichen nicht: SVCN scheidet nach 2:3 gegen den MSV aus dem Lotto-Pokal aus!

Und wieder ist er drin: Der Meiendorfer SV jubelt über Tor Nummer zwei. Foto: BOLZJUNGS

SV Curslack-Neuengamme – Meiendorfer SV 2:3 (0:1)
Lotto-Pokal, 4. Runde (Mi., 02.10.19, 19.00 Uhr)

Er machte ein Spiel, wie es im Buche steht. Hielt was zu halten war, kämpfte, schrie seine Vorderleute an, munterte dann wieder auf. Doch am Ende kassierte Gianluca Babuschkin drei Treffer gegen den Meiendorfer SV – und seine Vorderleute trafen nur zweimal ins Netz. Damit schied der SV Curslack-Neuengamme aus dem Lotto-Pokal aus. „Das war nichts von uns! Viel vorgenommen und nichts umgesetzt“, so das niederschmetternde Fazit nach Abpfiff von Keeper ‚Babu‘. Der Schlussmann war sichtlich enttäuscht über das Ausscheiden, dabei hatte sein Team in einer intensiven Anfangsphase, in der der MSV leichte Vorteile hatte und beinahe in Perfektion die Gastgeber anpresste, die erste Chance: Marco Schubring prüfte dabei Meiendorfs Keeper Sulejman Hoxha mit der Pieke. Doch der Schlussmann parierte mit einem starken Reflex zur Ecke (13.). Die erste gute Möglichkeit für die Gäste führte hingegen direkt zum Tor: Theodoros Ganitis mit dem Freistoß, Özgür Bulut verlängerte eher glücklich per Kopf und Sean Paul Vinberg nickte über den herauseilenden Curslacker Torwart Babuschkin zum 1:0 ein (18.). 

‚Babu‘ rüttelt seine Curslacker wach, doch Sebastian Spiewak ist im Pech

Nach 24 Minuten hatten die Hausherren Glück, dass Babuschkin bei einem zu kurzen Rückpass hellwach war und Haci Gündogan keinen Druck hinter den Ball bekam. Eine Minute später gab es erneut kurze Aufregung, als Haci im Fallen nach oben trat und Curslacks Gökhan Iscan traf. Schiedsrichter Marco Kulawiak beließ es bei der gelben Karte – Glück für den Rechtsverteidiger (25.). Im weiteren Verlauf scheiterte Bulut an ‚Babu‘ im Eins-gegen-Eins (30.). Dies brachte Babuschkin so auf die Palme, dass er seine Vorderleute lautstark wachrüttelte. „Als Torwart will man nicht viel zu tun bekommen. Wenn man dann oft halten muss, gibt es in diesem Moment halt nicht viel Positives“, erläuterte Babuschkin seinen Wutausbruch. Dieser schien aber tatsächlich gewirkt haben, denn der SVCN kam nun besser in die Partie und hatte nach einer Ecke von Iscan und dem darauf folgenden Kopfball von Sebastian Spiewak den Torschrei auf den Lippen. Allerdings deckte Yusuf Musbau den Pfosten ab und klärte für den bereits geschlagenen Hoxha auf der Linie. Damit blieb es bei der hauchdünnen, aber nicht unverdienten Führung für die Equipe aus Meiendorf. „Ich bin mit der ersten Halbzeit absolut zufrieden. Wir haben eine gute Performance hingelegt“, freute sich deren Übungsleiter Baris Saglam.

Direkter Nackenschlag für den SVCN nach eigenem Ausgleich 

Nach dem Pausentee sahen die 94 zahlenden Zuschauer, wie der MSV auf die Entscheidung drängte. Tolga Tüter lupfte den Ball am Tor vorbei (49.) und hatte spätestens in der 52. Minute seinen Meister in Babuschkin gefunden, als dieser erneut das Tor regelrecht verschloss. Allerdings landete der gehaltene Ball bei Dylan Williams, sodass dieser nur noch ins verwaiste Tor einzuschieben brauchte. Dann hatte Curslacks Coach Matthias Wulff genug gesehen und wechselte so, wie man es sonst nur auf der Konsole täte. Gleich drei Spieler holte er vom Geläuf und brachte mit Mike Beldzik, Oliver Franz und Moritz Kühn frischen Wind in die Partie (59.). Nur vier Zeigerumdrehungen später durften sie alle jubeln, als Schubring per Heber mit dem Außenrist MSV-Torwart Hoxha per Heber düpierte (64.). Nun war den Gästen etwas anzumerken, welches Tempo sie gegangen waren und die Curslacker drängten auf den Ausgleich. In der 75. Minute durften sie diesen dann auch feiern: Eine Ecke von Witalij Wilhelm ging auf den kurzen Pfosten, Hoxha sah nicht gut aus und Jan Bannasch nickte den Ball einen halben Meter vor der Linie in die Maschen – 2:2! „Danach waren wir sehr euphorisch und nicht konzentriert. Denn wenn ein Gegenspieler den Ball acht Meter vor dem Tor annehmen und ins Tor schießen kann, ist man nicht wach. Das ist sehr bitter gewesen!“, resümierte Babuschkin mit leiser, bedrückter Stimme. Denn nur 120 Sekunden nach dem Ausgleich konnte Ganitis den völlig freistehenden Yusuf Musbau anspielen, der Babuschkin überwand (77.). Diesen Nackenschlag verdaute der Gastgeber nicht mehr wirklich und konnte sich schließlich bei seinem Schlussmann bedanken, dass Angreifer Tüter an diesem Abend nicht jubelte (87., 90.). „Wir müssen den Kopf frei kriegen und am Wochenende gegen Paloma drei Punkte holen. Eine andere Option gibt es nicht“, richtete Babuschkin den Blick schon auf die nächste Aufgabe in der Oberliga. Auf der anderen Seite war die Gefühlswelt, trotz einiger vergebener Chancen, deutlich besser. „Wir haben viele Spieler und dadurch auch Rotation. Das muss sich noch finden. Wir haben heute die pure Leidenschaft der Trainingswoche mit reingenommen und sind über den Einzug in die nächste Runde mehr als zufrieden!“, freute sich dagegen Saglam euphorisch.

SVCN: Babuschkin; Wilhelm, Spiewak, Schlufter; Bannasch, Rogge, Iscan (59. Franz), Witmütz (59. Beldzik), Lenz (59. Kühn); Schubring, Mokhlis
MSV: Hoxha; Asante, Musbau, Vinberg, Gündogan; Rosseburg, Herrdum (77. Mucunski), Bulut (70. Baafi), Williams; Ganitis, Tüter

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