Bambur trifft nach Urlaub doppelt, SVCN zeigt beim Kreisligisten TSV Reinbek aber ein „gruseliges Spiel“

Sturm-Neuzugang Benjamin Bambur traf für seinen SVCN in Runde 3 des Lotto-Pokals in Reinbek doppelt. Foto: Herzog

TSV Reinbek – SV Curslack-Neuengamme 0:3 (0:0)
Lotto-Pokal, 3. Runde (Di., 13.08.19, 18.30 Uhr)

Erst kegelte der Kreisligist TSV Reinbek in Runde 1 des Lotto-Pokals den Bezirksliga-Absteiger TuS Hamburg aus der Parallelstaffel KL4 aus dem Wettbewerb, dann folgte in Runde 2 das bislang wohl spektakulärste Spiel des Hamburger Wettbewerbs: Im Heimspiel gegen den klassenhöheren FSV Geesthacht stand es zur Pause bereits 0:3. Doch das Team von Trainer Rüdiger Neuhaus erkämpfte sich in Halbzeit zwei durch drei Treffer die Verlängerung, nach der es mit einem 5:5 (!) ins Elfmeterschießen ging. In diesem sicherte sich die TSV mit einem unglaublichen Endergebnis von 25:24 n.E. das Weiterkommen. Nun ging es in Runde 3 gegen den Oberligisten SV Curslack-Neuengamme im Duell David gegen Goliath. Und auch in diesem erspielten sich die Reinbeker einen (Teil)erfolg – was allerdings eher an dem Gegner lag.

Nullnummer zur Pause, SVCN-Führung kurz nach Wiederanpfiff

Matthias Wulff, der Trainer der Gäste aus den Vierlanden, zeigte sich ’not amused‘ über das Auftreten seiner Mannschaft. In Abschnitt eins auf dem Rasenplatz an der Theodor-Storm-Straße ergab sich zwischen den drei Ligen auseinander spielenden Teams ein Chancenverhältnis auf Augenhöhe: Der SVCN hatte zwar ein wenig mehr Möglichkeiten, die TSV aber die deutlich besseren. „Insofern war der Halbzeitstand für uns in Ordnung“, musste Wulff sich eingestehen. Sein Gegenüber Neuhaus erklärte mit ein wenig Stolz: „In der ersten Halbzeit standen wir gut, haben gut reagiert und gekontert. Zwei Buden hätten wir zur Pause schon machen können. Wir haben Curslack zu langen Bällen gezwungen.“ Einzig unmittelbar nach Wiederanpfiff – die Gäste wechselten in der Pause doppelt und brachten Abwehrkante Sebastian Spiewak sowie Außenbahnspieler Moritz Kühn in die Partie – zeigte der SVCN eine kurze gute Phase, in der sie nach einer Ecke von Witalij Wilhelm durch Stürmer Benjamin Bambur in Führung gingen (47.). Der Torschütze kehrte erst einen Tag vor dem Pokalduell ins Mannschaftstraining zurück, verbrachte zuvor dreieinhalb Wochen Urlaub in Mazedonien. Doch im Anschluss, so Wulff, verfiel der SVCN „wieder in die Lethargie des ersten Abschnitts“.

War zufrieden mit dem Auftritt seines Teams: TSV-Trainer Rüdiger Neuhaus. Archivfoto: Herzog

So dauerte es bis Minute 67, ehe Timo Lenz nach einer Flanke von Jan Bannasch per Kopf auf 2:0 erhöhte, und gar bis zur 90. Minute, in der erneut Bambur nach Vorarbeit von Hamed Mokhlis über die linke Seite aus kurzer Distanz und mit dem Schlusspfiff mit seinem Treffer zum 3:0 für die Entscheidung sorgte. „Dass der Akku dann irgendwann leer wird, ist ja klar. Die meisten meiner Spieler sind Anfang 20 und noch grün hinter den Ohren, sie haben es daher wirklich gut gemacht!“, zollte Neuhaus seiner TSV Respekt. Selbiges tat Wulff für den Gegner aus der Kreisliga nach der Partie zwar ebenfalls, suchte die Gründe für dieses nicht eindeutige Ergebnis aber vor allem bei seinem Team: „Sie haben aus ihren Möglichkeiten eine Menge herausgeholt, hatten in der Offensive ein paar gute Wege. Unterm Strich muss man aber ganz klar sagen, dass wir das Ganze deutlich befeuert haben. Es lag heute einzig an der Einstellung von uns zu der ganzen Sache.“ So ist es auch kein Wunder, dass sich die geschonten Marco Schubring, Mike Beldzik, Gökhan Iscan sowie die eingewechselten Spiewak, Kühn und Mokhlis keine ernsthaften Sorgen um ihren Startplatz im Oberliga-Duell mit dem TuS Osdorf am kommenden Samstag machen müssen. „Ansprüche für dieses Spiel hat hier heute keiner angemeldet! Das war über 90 Minuten ein gruseliges Spiel von uns!“ Einzig der wiedergekehrte Vollstrecker Bambur könnte sich aufgrund seiner enormen Torgefährlichkeit – trotz seines Urlaubs – eventuell in die erste Elf geknipst haben.

TSV: Kudszus; Feininger, Perz, Wachsmuth, Alebachew; Beckmann (77. Wefel), Alkhalil; Wittenhagen (80. Yetis), Ebrahim, Özdemir (70. Schliewen); Brandt
SVCN: Giese; Brudler, Franz, Wilhelm; Lenz (70. Mokhlis), Bannasch, Rogge, Schlufter (46. Spiewak); Schmidt; Radic (46. Kühn), Bambur