Beim gemütlichem Beisammensein unter Freunden: Ost-Bezirksligist schlägt Süd-Bezirksligisten mit 3:1

Wentorfs Doppeltorschütze Maurice Voelkel (mi) lässt sich von seinen Mannschaftskameraden feiern. Foto: Herzog

SC Vier- und Marschlande II – SC Wentorf 1:3 (0:2)
Testspiel, (Fr., 05.07.19, 19.30 Uhr)

Da saßen die Spieler nun: Es gab Fleisch vom Grill, selbstgemachte Salate und ein kühles Bier. Es wurde gefachsimpelt und über die verschiedenen Staffeln philosophiert. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass der SC Vier- und Marschlande II (Bezirksliga Süd) und der SC Wentorf (Bezirksliga Ost) dieses gemütliche Beisammensein organisierten? Olcay Günay, Übungsleiter des SCVM II, erklärt: „Im vergangenen Jahr hatte Wentorf Sommerfest. Da hatten wir dort ein Testspiel und anschließend saßen wir noch im Vereinsheim. Wentorf hat sich nicht lumpen lassen und uns den einen oder anderen ausgegeben. Deshalb wollten wir uns revanchieren und haben die Mannschaft zum Grillen eingeladen.“ Eine schöne Sache frei nach dem Motto: In den Farben getrennt, aber Hunger haben nach dem Spiel alle. Und gespielt wurde zunächst auch. In diesem Testspiel nahm der SCW Revanche für die „Sommerfest-Niederlage“ im Jahr 2018.

SC Vier- und Marschlande II macht es dem SC Wentorf leicht

Von Beginn an spielte der SC Wentorf gezielt und ansehnlich nach vorne. Ein Schuss von Marc Mauersberger (3.) und ein Abschluss von Jonas Ebel (7.) verfehlten ihr Ziel. Auf Seiten der Hausherren scheiterte Anton Karau mit einem strammen Schuss an Keeper Niklas Runge (9.). Von nun an übernahm jedoch der Ost-Bezirksligist das Spiel, die Gastgeber waren mehr mit der Rückwärtsbewegung beschäftigt und hatten mit zu vielen Ballverlusten im Zentrum zu kämpfen. Maurice Voelkel nahm schließlich Maß und besorgte die verdiente Führung (22.). Acht Zeigerumdrehungen später ging es richtig schnell: Mauersberger auf Robert Renner, der legte quer auf Jonas Ebel – 0:2. „Heute hat es tatsächlich saisonübergreifend funktioniert: Wir konnten unser Spiel machen, wobei es uns der SCVM II leicht gemacht hat“, resümierte Wentorfs Coach Slavec Rogowski. Vermeintlich leicht hatte es auch Tobias Scharnweber. Doch statt dem geglückten Anschlusstreffer wurde der Angreifer kurz vor der Torlinie entscheidend gestört und krachte samt Spielgerät an den Pfosten. In Durchgang zwei machte der SCW schnell alles klar. Voelkel war frei durch und überlupfte den heraus eilenden Schlussmann Janik Mahr (54.). Die Hausherren, die zur Pause sechs Mal gewechselt hatten, schüttelten sich und kamen immer besser in die Partie. Zum Matchwinner hätte nun Karau avancieren können. Nach dem Tor von Alexander Behrens, nach einem Freistoß von Joshua Mülter (78.), scheiterte der Angreifer gleich drei Mal aus bester Position (79., 80., 82.). „Ich habe mich verausgabt und bin dann später nochmals, völlig aus dem Nichts eingewechselt worden. Meine Beine haben gefühlt jeweils eine Tonne gewogen, ich war nicht mehr bei Kräften und die Präzision war dadurch auch nicht mehr vorhanden“, sagte der Stürmer später. Präzision, an der noch gearbeitet werden muss beim Süd-Bezirksligisten.

SCW-Trainer Slavec Rogowski: „Die nächste Saison wird schwer!“

„Testspiel-Ergebnisse sind immer zweitrangig. Wichtig sind neue Erkenntnisse. Wir haben die letzten 20 Minuten noch richtig Druck gemacht, während bei Wentorf die Luft langsam raus war. Wir haben auch bei einigen Neuzugängen taktisch einiges zu verbessern. Das braucht seine Zeit. Wir blicken weiter positiv nach vorne und werden im Training und im Trainingslager hart arbeiten – das wird spaßig!“, freute sich Günay bereits auf die Tage in Mölln mit seiner Truppe. Sein Gegenüber durfte dagegen mit der alt bewährten Taktik zufrieden sein. „Gegen den SV Börnsen II haben wir etwas ausprobiert. Eine andere Formation, weil ich dachte, dass das aus der Vergangenheit etwas abgenutzt ist. Aber das ging nach hinten los und wir haben deutlich verloren. Deshalb habe ich direkt einen Haken dahinter gemacht und spiele wieder so, wie in der abgelaufenen Saison. Wir haben auch das Spielermaterial, um so agieren zu können. Das wollen wir weiter nutzen“, erläuterte Rogowski. In Hinblick auf die kommende Saison sieht Rogowski nicht schwarz, aber auch nicht rosarot. „Es wird schwerer. Das habe ich der Mannschaft auch gesagt. Die anderen Teams waren auf gut deutsch gesagt zu doof und wir hatten richtig Glück. Hinzu kommt, dass wir viele Spiele zum Schluss hin, auch mit Glück, für uns entschieden haben. Nächstes Jahr wird es daher ganz sicher anders verlaufen!“, so Rogowski, der die Kaderplanungen abgeschlossen hat und mit einem Sieg in Richtung Heimat davon fuhr, während seine Spieler noch weiter bei Fleisch und Bier fachsimpelten.

SCVM II: Mahr; Münch (46. T. Richardt), Buss (46. L. Richardt), Stut, Böttger (46. Gosch); Mülter, Gathmann, Steenbock (46. Joost); Asante (46. Behrens), Karau (61. Endlein), Scharnweber (46. Klingler, 76. Karau)
SCW: Runge; Benett (61. Wiegand), Dehn, Ziems, Schütte; Floredo, Fröck; Voelkel (61. Hohnroth), Renner (72. Voelkel), Ebel; Mauersberger

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: