Curslacker Albtraum wiederholt sich am Freitag, den 13. nicht: SVCN bringt eine 3:1-Führung über die Zeit!

Applaus vom Torschützen! Curslacks Sebastian Spiewak traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Archivfoto: Herzog

Bramfelder SV – SV Curslack-Neuengamme 1:3 (1:0)
Oberliga Hamburg, 8. Spieltag (Fr., 13.09.19, 19.00 Uhr)

Beim SV Curslack-Neuengamme läuft es in der bisherigen Oberliga-Spielzeit noch nicht rund: Nach den ersten sechs absolvierten Partien belegten die Vierländer mit nur sechs Zählern den elften Rang – mit nur einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge. Doch am Freitagabend (13.09.19) vergrößerte der SVCN diesen Abstand und fuhr nach zuletzt vier sieglosen Liga-Partien in Folge den zweiten Saisonsieg ein. Gegen den Oberliga-Aufsteiger Bramfelder SV gewann die Mannschaft von Trainer Matthias Wulff trotz eines 0:1-Halbzeitrückstandes mit 3:1 an der Ellernreihe.

Doch danach sah es im ersten Durchgang überhaupt nicht aus: Von Beginn an übernahmen die Hausherren die Initiative und hatten bereits nach nicht mal 60 Sekunden die erste große Chance – doch Raoul Bouveron verpasste eine Hereingabe von Justin Sadownik nur hauchdünn (1.). Fünf Zeigerumdrehungen später verfehlte der Vorlagengeber dieses Mal selbst (6.). Kurze Zeit später hatten die Gäste vom Gramkowweg durch einen Distanzschuss von Hamed Mokhlis dann ihre erste Gelegenheit, BSV-Torwart Victor Medaiyese war jedoch zur Stelle (8.). Nach dieser unterhaltsamen Anfangsphase durchlebte die Partie ihre erste Verschnaufpause – doch anschließend gaben die Hausherren so richtig Gas! Nach einem verunglückten Klärungsversuch von Moritz Kühn verfehlte Jassin Zabihi das Ziel (23.), ehe Bouveron nach einer Flanke von Kapitän Christopher Skalnik an SVCN-Schlussmann Gianluca Babuschkin scheiterte (27.). Nach diesen beiden ausgelassenen Möglichkeiten erzielte Sadownik zwei Minuten später nach einem schönen Angriff über Robin Polzin und Cedric Stoppel die verdiente 1:0-Führung (29.). Trotz dieses Rückstandes kamen die Gäste durch einen vielversprechenden Abschluss von Witalij Wilhelm beinahe zum schmeichelhaften Ausgleich – doch BSV-Keeper Medaiyese parierte diesen Ball (36.). Auf der Gegenseite ließ die Equipe des Trainer-Duos Carsten Henning und Mirko Schulz gleich zwei weitere gute Chancen auf das 2:0 liegen: Erst setzte Polzin das Spielgerät aus der Distanz an den rechten Pfosten (41.), ehe Bouveron nach einer Polzin-Hereingabe knapp verpasste (44.). „Bramfeld ist klar spielbestimmend und es wäre nicht unverdient, wenn sie 2:0 oder 3:0 führen“, musste auch der verletzte Curslacker Marvin Schalitz in der Halbzeitpause eingestehen.

Schalitz erinnert an Tornesch und Osdorf: „Aber eine 3:1-Führung kennen wir irgendwo her.“

Im zweiten Abschnitt bekamen die Zuschauer dann ein ganz anderes Spiel zu sehen. Die Vierländer kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine: Erst stocherte Sebastian Spiewak den Ball nach einer Ecke von Wilhelm zum 1:1-Ausgleich über die Linie (47.), ehe Mokhlis 60 Sekunden später per Kopf nur die Latte traf – und somit die Führung verpasste (48.). Diese fiel dann aber in Minute 57: Nach einem Flatterball von der rechten Seite von Florian Rogge sah Medaiyese überhaupt nicht gut aus und ließ das Spielgerät nur abklatschen, SVCN-Torjäger Marco Schubring bedankte sich und stolperte die Kugel ins Netz – das Spiel war gedreht! Und es kam noch besser für das Wulff-Team: Nach einem gewonnenen Zweikampf von Rogge im Mittelfeld bediente Wilhelm den gestarteten Mokhlis, der sich den Ball mit einem starken ersten Kontakt selbst vorlegte und anschließend aus 16 Metern mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 3:1 traf (63.). „Bramfeld ist nun stehend K.O., Curslack im Gegenteil zur ersten Halbzeit richtig heiß, sehr laut auf dem Platz und mit dem richtigen Willen in jedem Zweikampf“, formulierte auch Zuschauer Schalitz seinen positiven Eindruck – schob jedoch hinterher: „Aber eine 3:1-Führung kennen wir irgendwo her…“ – und spielte damit auf die beiden verspielten 3:1-Vorsprünge gegen den FC Union Tornesch und den TuS Osdorf an. Doch an diesem Abend – am Freitag, den 13. – wiederholte sich dieser Curslacker Albtraum nicht zum dritten Mal. Bis auf zwei Abschlüsse von Bouveron kam vom BSV nichts mehr (70., 86.). So stand dem zweiten Curslacker Erfolg in der noch jungen Saison nichts mehr im Weg. Anschließend lobte Coach Wulff im Mannschaftskreis die geschlossene Mannschaftsleistung in der zweiten Hälfte und hob dabei Gökhan Iscan und Florian Rogge aufgrund ihres Einsatzes sowie ihrer gewonnenen Zweikämpfe im Mittelfeld hervor.

„In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Ballbesitz, wobei wir uns daraus nichts Zwingendes erspielt haben. Bramfeld stand kompakt in der Defensive und wir hatten keine Ideen, wie wir den Ball nach vorne bringen“, analysierte SVCN-Toschütze Sebastian Spiewak. „Letztendlich hatten wir Glück, dass es zur Halbzeit nur 0:1 gestanden hat“, schloss der Innenverteidiger sein Fazit zur ersten Hälfte, ehe er sich auf den zweiten Abschnitt bezog. „In der Halbzeitpause haben wir uns mehr auf das Spiel von Bramfeld eingestellt und das System gewechselt. Der Treffer zum 1:1 war der Brustlöser. Im zweiten Abschnitt waren wir spielerisch absolut besser und konnten endlich das kämpferische Element, welches im ersten Durchgang noch gefehlt hat, einsetzen und haben unsere Chancen genutzt“, erklärte Spiewak. „Wir sind in der Halbzeit in der Kabine relativ cool geblieben und haben uns als Mannschaft noch einmal eingeschworen, dass wir das Spiel unbedingt drehen wollen – und das hat geklappt“, betonte Curslacks Nummer vier, ehe dieser den Blick auf die kommenden Partien legte: „Jetzt kommen mit Sasel und Victoria Hamburg zwei der spielstärksten Mannschaften der Oberliga. Das werden ganz andere Spiele, als die, die wir jetzt hatten. Nun treffen wir auf spielstarke Mannschaften – und das liegt uns besser“, sagte Spiewak abschließend.

BSV: Medaiyese; Bahn, Kastl, Westphal, Skalnik (78. Ates); Stoppel, Opardija (87. Chahal); Sadownik, Zabihi (65. Ljubisavljevic), Polzin; Bouveron
SVCN: Babuschkin; Witmütz, Spiewak, Schlufter; Rogge, Iscan; Kühn (72. Lenz), Mokhlis, Wilhelm; Schubring, Bambur (89. Schmidt)