Dänemark, Niederlande, Spanien, Italien, Österreich, Frankreich: JUSTUSGOALKEEPERS goes international

Ein Erinnerungsfoto auf Teneriffa: Carsten Böge, Dani Hernández, Tom Haaley, Ángel Galván und Fabian Lucassen. Foto: JUSTUSGOALKEEPERS

Als Fabian Lucassen am 22. November vergangenen Jahres sein neues Projekt „JUSTUSGOALKEEPERS“ öffentlich machte, erklärte er, dass er diese Idee schon länger im Kopf gehabt habe und er total Bock auf etwas Neues hatte. „Man muss es einfach probieren. Wenn man auf eine Sache Bock hat, muss man sich dahinter klemmen“, sagte der selbstständige Torwart-Trainer damals. 119 Tage später muss der 31-Jährige erst einmal tief durchatmen, ehe er die ersten Tage, Wochen und Monate seines Projektes zusammenfassen kann. „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass die ganze Geschichte so gut laufen würde. Man wünscht es sich zwar, aber das hätte ich wirklich nicht gedacht“, bilanziert der ehemalige DFB-Torwart zufrieden. Nachdem Lucassen in den ersten Wochen den SønderjyskE Fodbold in Dänemark, den FC Hansa Rostock und Holstein Kiel besuchte, ging es im Dezember in die Niederlande zum Erstligisten VVV-Venlo und dessen Torhüter Lars Unterstall (ehemals FC Schalke 04). Im Februar diesen Jahres stiegen Lucassen und seine Amateur-Torhüter dann sogar in den Flieger, um ihr Ziel zu erreichen. Es ging auf die spanische Insel Teneriffa, wo eine gemeinsame Trainingseinheit mit Brasiliens Nationaltorhüterin Aline Reis und eine Session mit Dani Hernández, dem venezolanischen Nationaltorwart, anstand.

Die brasilianische Nationaltorhüterin Aline Reise (li.) und Fabian Lucassen. Foto: JUSTUSGOALKEEPERS

Dieser Trip war für Lucassen das bisherige Highlight. „Das waren super Tage in Spanien. Dani Hernández hat beispielsweise sofort gecoacht und die Amateur-Torhüter verbessert, das war sensationell. Er war auch ein sehr cooler Typ. Er hat zu uns gesagt: ‚Wenn ich Paulaner trinken würde, wäre ich auch so lustig wie ihr Deutschen‘. Daraufhin habe ich ihn zum Oktoberfest eingeladen“, erzählt der „Stand-by-Torwart“ des SV Curslack-Neuengamme mit einem Schmunzeln. Besonders angetan zeigte sich Lucassen auch von der Übungseinheit mit Aline Reis. „Sie (Torhüterin Aline Reis, d. Red.) hat richtig Gas gegeben. Das war ein richtig geiles Torwarttraining. In Spanien wird viel Wert auf Power und Technik gelegt, das hat man auch in unserer gemeinsamen Einheit gesehen“, erklärt der ehemalige Torwart, der davon spricht, dass er und seine Amateur-Torhüter auf solchen Reisen im Ausland enorm viel lernen.

Der große Traum von Amerika und Tim Howard

Dieser Trip auf die spanische Insel soll nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft sein. „Es soll noch weiter gehen. Wir sind ja immer noch in der Lernphase und schauen, wie wir das Ganze noch optimieren können. Wir lernen viele Typen kennen und man lernt ja nie aus“, blickt Lucassen voraus, um anschließend zu konkretisieren. „Wir haben Zusagen aus Italien, Österreich und Frankreich“, erzählt der in Trittau lebende Lucassen voller Stolz. Dass es JUSTUSGOALKEEPERS vermehrt ins Ausland zieht, ist für den Gründer selbst keine Überraschung. „In Deutschland ist es aktuell sehr schwierig, einen Verein zu finden. Ich hatte beispielsweise schon Zusagen von Fortuna Düsseldorf und dem VfB Stuttgart. Nun sind die betroffenen Torhüter aber verletzt. Ich stand auch mit Greuther Fürths Sascha Burchert und Andreas Luthe vom FC Augsburg in Kontakt. Man muss auch immer die Tabellensituation der Vereine und die Vertragssituation des jeweiligen Torhüters beachten“, gibt Lucassen Einblicke in den Prozess der Vereinsfindung. Doch für ihn selbst ist das kein Problem. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mir keine Grenzen setze und das Projekt nicht nur in Deutschland mache“, betont Lucassen.

Neben den Trainingseinheiten mit den Profis läuft es bei JUSTUSGOALKEEPERS auch abseits des Platzes enorm. Bereits über 8.500 Follower hat das Projekt auf Instagram, eigene Pullover und Mützen wurden produziert und erste Sponsorenanfragen von verschiedensten Ausrüstern gingen bei Lucassen ein. Dementsprechend plant der ehemalige Keeper des Hamburger SV auch die Zukunft. „Demnächst kommt unsere Homepage online und wenn wir die 10.000 Follower-Marke geknackt haben, machen wir einen Online-Shop“, erzählt Lucassen. Und ganz tief in der JUSTUSGOALKEEPERS-Schublade steckt der größte Traum. „Irgendwann wollen wir auch nach Amerika und vielleicht nochmal mit Tim Howard trainieren, bevor er seine Karriere beendet. Aber das ist Zukunftsmusik und Wunschdenken zugleich“, gibt der 31-Jährige mit einem breiten Grinsen zu Protokoll. Und sollte der Traum vom Trip nach Amerika und einem gemeinsamen Training mit Tim Howard klappen, müsste Fabian Lucassen erneut einmal tief durchatmen, um die Erlebnisse aus den zurückliegenden Monaten zu realisieren.