Der SC Wentorf marschiert bis auf Rang drei vor: „Da komme ich vor Grinsen gar nicht in den Schlaf!“

Der Jubel beim SC Wentorf geht weiter: Nach dem Sieg gegen Glinde steht der SCW nun auf Rang drei. Archivfoto: Herzog

SC Wentorf – TSV Glinde 2:1 (1:1)
Bezirksliga Ost, 27. Spieltag (Fr., 03.05.19, 19.30 Uhr)

Wer hätte das, was beim SC Wentorf in der laufenden Spielzeit bislang passiert ist, im vergangenen Sommer für möglich gehalten? Der „Macher“ des Erfolgs, Trainer Slavec Rogowski, jedenfalls nicht einmal selbst. „Das hat alle Erwartungen gesprengt, keiner hatte mit uns gerechnet. Ich freue mich ohne Ende über den dritten Platz. Den hat sich die Mannschaft schwer erarbeitet“, frohlockte es dem strahlenden Rogowski am späten Freitagabend – an dem es die nächsten drei Punkte auf das gelb-schwarze Konto gab. Kurz zuvor besiegte sein SCW den TSV Glinde in einem „stets freundschaftlichen und respektvollen Duell“ (TSV-Trainer Sören Deutsch) auf dem heimischen Kunstrasenplatz mit 2:1. Und doch müssen sie in Wentorf feststellen: Die Ergebnisse stimmen, die Leistung ist aber noch ausbaufähig.

Der Matchplan von Sören Deutsch ging nur teilweise auf

In der Anfangsphase übernahm kein Team die Spielkontrolle. „Es war ein wilder Anfang und von beiden schlecht“, brachte es TSV-Coach Deutsch treffend auf den Punkt. 20 Minuten brauchten seine Glinder, die fortan die Partie dominierten – und sogar in Führung gingen. In der 30. Minute traf Rechtsverteidiger Bjarne Gerloff zum 1:0. Der Plan des Gäste-Trainers schien aufzugehen. „Wir wussten, dass Wentorf immer schwer ins Spiel findet, am Ende aber bärenstark ist“, erklärte Deutsch seine Idee, fügte dennoch an: „Wir müssen dann aber dringend nachlegen.“ Doch diesen zweiten Teil seines Matchplans befolgte sein Team nicht. Ayoub Kamal scheiterte nach einem Freistoß – den Deutsch mit dem Treffer von Lionel Messi aus dem Champions-League-Duell mit dem FC Liverpool verglich – an der Latte (37.). Und so kam es, wie es kommen musste: Die Wentorfer wurden im Laufe der Partie immer stärker. Noch vor der Pause gelang ihnen schließlich der Ausgleich: Nach einem Freistoß stocherte SCW-Kapitän und Liga-Toptorschütze Marc Mauersberger den Ball zum 1:1-Halbzeitstand ins Netz (45.).

Wie schon in den vergangenen Partien zeigten die Glinder auch in Hälfte zwei erneut eine starke Leistung. Doch das Pech war weiterhin mit ihnen: Hendrik Behnken setzte sich per Solo schön durch, schoss SCW-Keeper Erik Peter durch die Hosenträger, scheiterte dann aber am langen Pfosten (52.). „Ergebnistechnisch haben wir einen Negativlauf. Wir möchten trotzdem mit Spaß und Engagement Fußball spielen, das haben wir auch heute wieder gemacht. Die Jungs sollen sich aber endlich mal dafür belohnen“, stellte Deutsch klar. Dass er zu diesem Fazit kam, lag daran, dass die Wentorfer wieder einmal einen Rückstand aufholten – und diesen sogar noch in einen Sieg drehten. Denn Kristoffer Karkosch drückte nach einem langen Freistoß den Ball mit dem Kopf über die Linie (71.) und bescherte seinen Schwarz-Gelben den fünften Sieg im Jahr 2019. Zudem sind die Wentorfer weiterhin ohne Liga-Niederlage im laufenden Kalenderjahr. Diese Fakten bescheren dem jungen Team aktuell den zweiten Platz in der Rückrundentabelle, den dritten Rang im Gesamttableau.

Veränderte Erwartungshaltung beim neuen Dritten

Darf seinem Team, aber auch sich selbst applaudieren: SCW-Coach Slavec Rogowski. Archivfoto: Herzog

So langsam realisiert auch Wentorfs Übungsleiter Rogowski, was da aktuell bei seiner Mannschaft abgeht. „Mittlerweile ist die Erwartungshaltung intern eine andere geworden. In der Mannschaft hat sich eine gewisse Selbstverständlichkeit ergeben“, erklärt der Coach, der mit der Leistung dennoch nicht gänzlich zufrieden ist. „Es war ein räudiger Sieg. Wir waren nicht wirklich gut. Wir haben uns vorab ein bisschen mehr Spielanteile erhofft. Es läuft nicht optimal – aber wir gewinnen die Spiele trotzdem.“ Und dieser Fakt trifft zumeist auf Spitzenteams zu. Ist der SCW bereits eines, Herr Rogowski? „Es hat hier heute nicht die klar bessere Mannschaft gewonnen. Wir haben in den vergangenen Spielen nicht geglänzt, sind oft in Rückstand gegangen. Dass wir am Ende gewinnen, ist für uns auch weiterhin ein Highlight.“ Und aufgrund dessen stellte der „Macher“ des Erfolgs am Ende klar: „Beim Blick auf die Tabelle komme ich vor Grinsen nicht in den Schlaf!“

SCW: Peter; Karkosch, Floredo, Ziems, Schütte (65. Braun); Hohnroth (82. Dehn), Fröck, Ebel, Renner; Mauersberger, Stegen
TSV: Brandt; Gerloff, Scheele, Ernst (60. Griem), Behnken; De Almeida, Appel (80. Albus), Bakker; Gehrke, Ibrahimi, Kamal