Der SV Börnsen muss sich nach Halbzeitführung dem Oberligisten Rugenbergen mit 2:6 geschlagen geben

Die Börnsener um Christian Senkpiehl hielten gegen den Oberligisten SV Rugenbergen eine Stunde gut mit. Archivfoto: Herzog

SV Börnsen – SV Rugenbergen 2:6 (2:1)
Lotto-Pokal, 4. Runde (Mi., 02.10.19, 19.30 Uhr)

Es war eines der spektakulärsten Spiele, das sich in den vergangenen Jahren am Hamfelderedder ereignete: An jenem Dienstagabend, dem 07. August 2018, gastierte der Hansa-Landesligist SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt beim Ost-Bezirksligisten SV Börnsen im Rahmen der 3. Runde des Oddset-Pokals. Am Ende sicherte sich der klassentiefere SVB nach einem packenden Elfmeterschießen mit einem 7:6 den Einzug in die nächste Runde, scheiterte in dieser jedoch am späteren Cup-Sieger TuS Dassendorf. Solch ein Pokal-Erlebnis sollte sich am Mittwochabend (02. Oktober 2019) aus Sicht der Börnsener auch in der 4. Runde des diesjährigen Lotto-Pokals möglichst wiederholen. Im Rahmen dieser gastierte der zwei Ligen höher spielende Oberligist SV Rugenbergen an der ‚Hamfield‘ – und zur Pause sah es ganz nach dem nächsten Pokal-Märchen des SVB aus!

Bezirksliga-Underdog dreht frühen Rückstand in eine 2:1-Pausenführung

Diese Atmosphäre rund um den engen Börnsener Sportplatz fühlte sich nach einem Pokalabend mit Sensations-Potenzial an: Nieselregen, Flutlicht, die sogenannte ‚Havana-Bande‘ machte Stimmung – und auch an der Längsseite des Feldes hatte sich eine Gruppe mit einem Banner mit der Aufschrift ‚Börn Ultras‘ versammelt. „Wer ist das?“, fragten sich die Offiziellen und Auswechselspieler des SVB auf der gegenüberliegenden Seite. Die Antwort: Ein paar Jugendliche aus dem Umkreis, die von dem Spiel gelesen hatten und sich kurzerhand dazu entschlossen hatten, den Underdog zu supporten. Und es schien etwas zu gehen für den SVB, hatte Stürmer Christoph Bolz doch die erste Gelegenheit auf dem Fuß (7.). Doch den ersten Treffer ins Netz markierten die favorisierten Gäste: Nach einem Foulspiel von Börnsens Rechtsverteidiger Florian Rutkowski an Felix Dieterich im Strafraum traf Patrick Hoppe souverän vom Punkt zum 1:0 (18.). Dieterich hätte zehn Minuten später nachlegen können, doch SVB-Keeper Lars Stephan erwischte dessen Distanzschuss noch im letzten Moment vor der Torlinie. In der Folge kam es dann zu den Minuten der Gastgeber: Rugenbergens Innenverteidiger Boamah Rüster foulte Bennet Ohrt ebenfalls im Strafraum, Schiedsrichter Jan Strauch (SC Wentorf) zeigte erneut auf den Punkt – und Alexander Tamm verwandelte zum 1:1 (44.). Doch damit nicht genug: Mit dem Pausenpfiff holte Börnsen Kapitän Christopher Kleinert noch einmal zum langen Freistoß aus. Dieser fand in Joshua Wolter einen Abnehmer, der Jungspund traf aus rund 15 Metern per Lupfer über SVR-Schlussmann Patrick Marciniak zur 2:1-Pausenführung (45.+1). „Vor dem Spiel hatte ich schon gehofft, dass ein Oberligist, der im Tabellenkeller steht, vielleicht nicht vor Selbstbewusstsein strotzt. Der Gegner war zu Beginn dann auch relativ unruhig. Unsere Mannschaft hingegen hat noch mutiger und offensiver agiert, als ich es angesagt hatte“, freute sich SVB-Trainer Dennis Tesch. Und auch die ‚Havana-Bande‘ schaltete sich zur Pause mit feuchtfröhlichen Gesängen wie „Oberliga Oberliga ha ha ha!“ ein.

Doch der Oberligist hatte nach dem Wiederanpfiff die passende Antwort parat: Ein abgefälschter Schuss von SVR-Stürmer Jaques Rodrigues Oliveira fand mit der Hilfe des Pfostens den Weg ins Tor – 2:2 (50.). Es wurde durch kleine Fouls und Wortgefechte immer wieder hitzig auf dem Feld, nach 59 Minuten sah die Rugenbergener Bank die Gelbe Karte, eine Minute später traf Patrick Hoppe zur 3:2-Führung für die Gäste. Selbiger war es auch, der freistehend per Kopf auf 4:2 erhöhte (66.). Nun machte der Favorit Druck: Erst köpfte Rodrigues Oliveira an den Querbalken (70.), dann sah der 31-Jährige nach einem Foul an Börnsens Patrik Papke Gelb-Rot (73.). Die letzten Tore des Spiels markierten Dennis von Bastian Brzezinski (5:2, 78.) und Hendrik Rühmann (2:6, 85.) für den Tabellen-14. des aktuellen Hamburger Fußball-Oberhauses. Eine Runde weiter, doch SVR-Trainer Andelko Ivanko hatte nur ein Thema nach dem Schlusspfiff. „Ich habe seit Langem nicht mehr über Schiedsrichter gemeckert. Aber das hier war einfach eine Frechheit. Die waren so einseitig und haben das Spiel so hektisch gemacht, dass meine Jungs richtig verunsichert waren“, so der Übungsleiter, der unter anderem aufgrund der langen Anreise quer durch Hamburg auf elf Spieler verzichten musste. „Ich sollte bei einem 6:2-Sieg zufrieden gehen, kann ich aber nicht!“ Positiver gestimmt waren sie da auf der Gegenseite: „Wir haben 50 bis 60 Minuten gut mitgehalten. Dann haben sie den Klassenunterschied gezeigt“, so Börnsens Coach Tesch, für den eine erneute Pokal-Sensation am Hamfelderedder dieses Mal aber ausblieb.

SVB: Stephan; Rutkowski, Pinnow (70. Paetzold), Papke, Kleinert, Ketschojan; Wolter, Senkpiehl; Ohrt, Bolz (79. Hamester), Tamm
SVR: Marciniak; Feigenspan, Rüster (46. Worthmann), Wilckens, Gerber (46. Mesenholl); Beese, Rörström (83. Rühmann); Hoppe, Dieterich, von Bastian Brzezinski; Rodrigues Oliveira

Alle Ergebnisse des Mittwochabends (02.10.19) im Lotto-Pokal auf einen Blick:
SV Groß Borstel 2:4 TSV Sasel
Wellingsbüttel 1:2 Concordia Hamburg
SV Lieth 3:4 ASV Hamburg
SV Curslack-Neuengamme 2:3 Meiendorfer SV
Egenbüttel 1:2 Halstenbek-Rellingen
SC Victoria Hamburg 6:7 n.E. Altona 93
Harburger SC : Rantzau (Ausfall)