Derbysieg am Gammer Weg: VfL Lohbrügge geht seinen Weg nach oben auch in Altengamme weiter

Lohbrügges Pascal Bäker (li.) und Robert Pallasch zelebrierten die Führung. Foto: Herzog

SV Altengamme – VfL Lohbrügge 1:2 (0:1)
Landesliga Hansa, 27. Spieltag (Sa., 04.05.19, 15.00 Uhr)

Es lief die 84. Spielminute im Derby zwischen dem SV Altengamme und dem VfL Lohbrügge, als Oguzhan Gencel im Laufduell mit Kevin Obrembalska zu Boden ging, der Schiedsrichter aber auf Vorteil entschied und der Ball wenige Sekunden später von Pascal Bäker über die Linie gedrückt wurde. Doch als Bäker ausholte, ertönte der Pfiff doch noch und es gab Freistoß für den SVA: Gencel und Obrembalska gerieten aneinander, die SVA-Bank sprang auf, der Pfiff kam und das Tor wurde wegen Foulspiel von Gencel an Obrembalska aberkannt. So war die Führung weiterhin knapp für die Lohbrügger und es musste noch gezittert werden, ehe die Hände zum Jubeln in die Höhe gestreckt wurden.

VfL Lohbrügge bissiger – und mit der Führung

Die Gäste kamen vom Start auch besser weg in diesem Derby. Oguzhan Gencel vergab nach zwei gespielten Minuten die frühe Führung, Bäker hatte den bulligen Angreifer in Szene gesetzt. „Kann denn der erste Angriff nicht einfach mal sitzen?“, fragte sich Elvis Nikolic, der zusammen mit Sven Schneppel den VfL coacht, selbst an der Seitenlinie. Aber auch Altengammes erster Torversuch saß nicht. Jonas Buck mit der Pike, aber Bünyamin Bulanik, der erneut den verletzten Alen Brandic ersetzte, reagierte mit einer tollen Parade (4.). Danach hatte nur der VfL den nötigen Biss in den Zweikämpfen und ließ Ball und Gegner laufen – Derbystimmung nur vom VfL. Gencel (10.) und Bäker (12.) ließen Chancen liegen – die ersten verzweifelten Blicke auf der Bank des VfL waren die Folge. Der SVA traute sich erst in Minute 25 wieder nach vorne. Sandro Schraub spielte Robert Pallasch schwindelig und scheiterte an Bulanik und dem Pfosten. Zugegebenermaßen hätte der Treffer den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Fünf Zeigerumdrehungen später setzte Anto Zivkovic Javad Gurbanian in Szene. Der Mittelfeldspieler zögerte nicht und flankte auf den zweiten Pfosten, wo Bäker völlig blank war, zur 1:0-Gästeführung vollendete und den Spielverlauf so wieder spiegelte (30.). „Wir waren überhaupt nicht drin im Spiel, waren immer zu spät in unseren Entscheidungen und können froh sein, dass es nur 0:1 stand“, so SVA-Übungsleiter Jan Krey.

Mächtig Gegenwind für den VfL in Durchgang zwei

Die Halbzeitansprache von Jan Krey muss gesessen haben, die Spieler schienen wie ausgewechselt und zeigten eine andere Mentalität. Den Lohbrüggern blies jetzt nicht nur der starke Wind entgegen, sondern auch ein Sturmlauf der SVA-Akteure. Zunächst blieb dies jedoch ohne Wert. Die Abschlüsse zu ungenau oder der letzte Pass saß nicht. Trotzdem: Nun war es ein Derby und es ging hin und her. Tim Santelmann schlug in dieser Drangphase des Gastgebers den Ball weit nach vorne. Sebastian Peters verschätzte sich mit seinem Kopfball und der eingewechselte Marcel-Pascal Walter war frei durch. Der 21-Jährige ließ Keeper Matthias Schwartz, der einige Szenen zuvor entschärfte, keine Chance – 2:0 für den VfL (70.). Doch die Altengammer steckten nicht auf. Jannis Reinhardt traf mit einer missglückten Flanke sowie viel Wind im Gepäck – der Anschluss zum 1:2 war gefallen (75.). Die vorentscheidende Szene wurde eingangs erwähnt, nun begann die heiße Phase. Schraub war frei durch, bekam das Spielgerät aber nicht unter Kontrolle (87.) und Dominik Scheu verpasste den Ausgleich mit dem Kopf (90.). Nach 93 Minuten war dieses Derby beendet und die Lohbrügger Bank kannte kein Halten mehr: Sven Schneppel ballte die Fäuste und legte einen Sprint hin, er wollte am liebsten alle umarmen. Auch die Erleichterung bei allen Anwesenden war zu spüren. Sie wollten unbedingt und haben letztlich geliefert.

„Die Motivation war da. Alle Gegner legen vor und wir lassen gegen Dersimspor Punkte liegen. Diese Wut der verlorenen zwei Punkte sollte die Mannschaft mitnehmen und sich die heute wiederholen“, erklärte Schneppel sichtlich erleichtert. Im Hinblick auf die ausstehenden Partien sagte die eine Hälfte des VfL-Trainergespanns „Der Druck ist immens groß, aber ich habe der Mannschaft gesagt, wenn wir ungeschlagen bleiben und jetzt die letzten Spiele gewinnen, wird es langen und so lange machen wir eben auch weiter. Gestern haben wir schon Sprüche gehört wie zum Beispiel ‚Wollt ihr nicht?‘, ‚Was ist los?‘. Stimmen, die man sonst nicht hört. Aber den Gefallen tun wir den Leuten nicht, wir gehen unseren Weg weiter, sind ein gutes Team, kämpfen aufopferungsvoll. Das war eine bärenstarke Leistung! Verdiente drei Punkte, aber der Druck wird nicht weniger und das Restprogramm hat es in sich. Den SVNA schlägt man nicht einfach so, für Rahlstedt kann es um alles gehen und Ohe will uns sicherlich auch nicht jubeln sehen. Aber wir wollen die Spiele alle gewinnen, um unser Ziel zu erreichen.“

SVA: Schwartz; Peters (73. Putfarcken), Scheu, K. Herzberg, Behr; Voß (65. Obrembalska), Reinhardt, Böttcher (46. Reimers), Alpen; Buck, Schraub
VfL: Bulanik; Santelmann, Pallasch, Hamdan, Ahmadi; Gurbanian (78. Adam), Zivkovic, Hafiz (65. Bozic), Gencel; Betzin (57. Walter), Bäker

Eine Fotogalerie zum Spiel von Maurice Herzog: