Die Stimmen zum ODDSET-Pokalfinale – Kristof Kurczynski: „Ich habe einfach drauf geschossen!“

Der ODDSET-Pokalsieger 2019: Die TuS Dassendorf. Foto: Herzog

Dank eines Last-Minute-Treffer verteidigt die TuS Dassendorf den ODDSET-Pokalsieg (Hier geht’s zum Liveticker)! Kristof Kurczynski traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg für den Oberligisten im Duell mit dem Regionalligisten FC Eintracht Norderstedt. Die Stimmen zum Hamburger Pokalfinale 2019:

Jean-Pierre Richter (Trainer TuS Dassendorf):
Ich glaube beim Treffer zum 1:1 bin ich schon aus der Haut gefahren und wusste nicht, wohin mit meinen Gefühlen. Dieser Moment hat unserer Mannschaft auf dem Platz und auch auf der Ersatzbank so viel Energie für die Schlussphase gegeben. Nach dem Treffer zum 2:1: So viele Dassendorfer habe ich  noch nie sprinten gesehen in die andere Ecke des Stadions – da bin ich gar nicht hinterhergekommen. Aber ich musste das Team ja nochmal vorbereiten, der Gegner hatte noch einmal Anstoß und wir waren noch nicht durch. Nach dem Abpfiff war es pure Erleichterung, Freude, Spannungsabfall und wahnsinnige Zufriedenheit! Wir sind mega happy und freuen uns auf ein geiles Wochenende! In der Halbzeitpause haben wir auch gesagt, dass wir nicht so viel zu verlieren haben – der Gegner mit einer 1:0-Führung umso mehr! Die Mannschaft wusste, was sie leisten muss und Norderstedt hat uns eine Tür offen gelassen, da sind wir einmal in der Nachspielt mit Kristof Kurczynski durchgehuscht und dann war die Tür auch wieder zu, weil Norderstedt keine große Zeit mehr hatte zum Antworten. Das war der goldene Moment für uns! Für die Dassendorfer Geschichte, kann man diese Geschichte nicht besser schreiben.

Der Siegtorschütze beim Jubel: Kristof Kurczynski (re.). Foto: Herzog

Siegtorschütze Kristof Kurczynski (TuS Dassendorf):
Mir wurde schon bei meiner Einwechslung von Finn Thomas und Joe Warmbier gesagt: „Du machst das hier heute!“ Das hat zum Glück auch so geklappt. Dementsprechend bin ich natürlich sehr fröhlich. Die Chance hat sich ergeben, ich habe den Ball gut getroffen und ihn rein gemacht. Ich habe einfach drauf geschossen, um ehrlich zu sein. Ich wusste natürlich, wo das Tor steht. Ich musste den Ball etwas hintergehen und den Ball aus der Drehung schießen. Das kann man nicht immer perfekt kontrollieren aber in diesem Fall hat es zum Glück geklappt.

Amando Aust (Kapitän TuS Dassendorf):
Gegen einen Regionalligisten nach einem Rückstand so zurückzukommen, ist stark. Das Gegentor war ärgerlich, nach der zweiten Hälfte war es aber am Ende ein verdienter Sieg. Der Zeitpunkt unseres Tores war abartig, das tut mir auch ein wenig Leid für den Gegner, die auch leidenschaftlich gekämpft haben. Aber es kann nur einen Sieg geben – dafür gebe ich auch zwei Euro ins Phrasenschwein. Wir haben verdient gewonnen und sind überglücklich. Ich hatte in jeder Aktion das Gefühl, dass noch etwas passieren kann, es ist etwas passiert! Ich hatte das Gefühl, wenn einer das Spiel gewinnt, dann sind wir das – dass das so spät ist, ist einfach geil! So das Ding zu drehen – das gehört sicher zu meiner Top drei meiner Fußball-Erlebnisse!

Henrik Dettmann (TuS Dassendorf):
Wir haben die ersten 15, 20 Minuten ängstlich und ein bisschen zu zurückhaltend agiert. Nach dem Tor von Norderstedt sind wir besser ins Spiel gekommen, gleichen verdient aus und machen in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer. Ein super Gefühl und ein verdienter Sieg für uns! Wir waren in der Rolle des Underdogs. Wenn man in der Nachspielzeit das Siegtor erzielt und 2:1 gewinnt, ist der Pokalsieg noch ein Tick schöner, als der vom vergangenen Jahr. ‚Mölli‘ (TuS-Spieler Sven Möller, Anm. d. Red.) hatte ja bei euch im Interview gesagt, dass ich heute mal dran bin. Daran habe ich ehrlich gesagt erstmal nicht geglaubt. Dass ich dann tatsächlich treffe, ist umso besser. Da können wir uns bei ‚Mölli‘ bedanken, dann kann er in Zukunft vor den Spielen immer sagen, dass ich treffe. Ich treffe ja nicht so oft, dass ich dann ausgerechnet heute treffe, freut mich umso mehr. Letztendlich ist aber egal, wer die Tore schießt. Ein blindes Huhn findet auch mal einen Korn: Und heute war ich dran.

Sven Möller (TuS Dassendorf):
Unsere Physio und Ärzte haben eine gute Arbeit geleistet. Es zwickte zwar noch ein bisschen, aber ich wusste vorher, dass ich spielen kann, zu 100 Prozent fit bin und Vollgas geben kann. Im Vorfeld war schon ein bisschen Understatement dabei (grinst). Das war hier ein Spiel auf Augenhöhe. Die ersten 20, 25 Minuten war Norderstedt gut im Spiel drin. Dann sind wir aber gut ins Spiel gekommen und standen defensiv besser. In der zweiten Halbzeit waren wir klar besser! Da haben wir unsere Konter dann gut gesetzt. Dass wir die beiden Tore per Standards machen, zeigt unsere Klasse und zeichnet solch ein Spiel aus, weil Kleinigkeiten entscheiden solche Partien. Solche Spiele sind prädestiniert dafür, dass Leute treffen, die viel im Hintergrund der Mannschaft arbeiten. Diese Rollen sind sehr, sehr wichtig und das sehen viele Leute auch nicht. ‚Benno‘ (TuS-Spieler Henrik Dettmann, Anm. d. Red.) ist so ein Spieler, der diese Löcher stopft für uns – so habe ich auch meine Freiheiten auf dem Feld. Das Tor macht er überragend nach einem langen Einwurf. Das hat sich ‚Benno‘ mehr als verdient! Jetzt erstmal Pokalparty, dann geht’s entspannt zur Hochzeit.

Christian Gruhne (Torwart TuS Dassendorf):
Mit diesem Ende war das ein überragendes Event. Eigentlich wollten wir uns in die Verlängerung retten – das war auch in den letzten fünf Minuten so angesagt. Dass wir dann aber noch so einen Lucky-Punch setzen, ist überragend. Meiner Meinung nach ist dieser Sieg auch verdient. Wir hatten das Spiel im Griff und vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir überragend gespielt. Im vergangenen Jahr war es das Double, dieses Jahr haben wir die Saison noch umgedreht. So wäre es nur der dritte Platz und das Finale, jetzt ist es der dritte Platz und der Pokalsieg – ein ganz anderes Gefühl. Auch, weil wir in diesem Jahr gegen einen Regionalligisten nicht als Favorit ins Finale gegangen sind, im vergangenen Jahr war die Erwartungshaltung schon eine andere.

Der Moment der Bierdusche: Dassendorfs Trainer Jean-Pierre Richter. Foto: Herzog

Mattia Maggio (TuS Dassendorf):
Auch wenn ich schon einiges erlebt habe, ist dieser Pokalsieg auf jeden Fall ein Highlight für mich! Dass wir das Ding mit nach Hause nehmen und bei uns behalten, ist nach dem Spiel definitiv verdient! Ich bin sehr glücklich und begeistert über diese Leistung, die wir gebracht haben. Die Saison war nicht leicht, am Ende haben wir es dann aber trotzdem zum Positiven gewendet.

Maximilian Dittrich (TuS Dassendorf):
Das ist einfach unbeschreiblich. Wir wollten einfach nur noch in die Verlängerung – es war wirklich anstrengend. Und dann kommt Kristof Kurczynski rein und haut das Ding rein. Das hat man gar nicht geglaubt, dass das in diesem Moment wirklich passiert ist. Jetzt stehen wir hier und hatte im vergangenen Jahr das schon alles miterlebt, aber in dieser Situation ist es wirklich unfassbar. Nach so einer Saison im Pokalfinale so eine Leistung rauszuhauen und Norderstedt weg zu donnern – mehr geht nicht!

Jens Martens (Trainer FC Eintracht Norderstedt):
Wir haben eine taktische Ausrichtung gehabt, die die Spieler nach fünf Minuten angenommen haben – die ersten fünf Minuten gingen an Dassendorf mit zwei Chancen. Danach hat die Mannschaft das Spiel gut kontrolliert und wir hatten die Dominanz in der Phase, die wir gerne haben wollten. Nach dem 1:0 haben wir von der Ausrichtung nichts geändert und wollten auch weiterhin die Dominanz haben. Das ist uns leider nicht gelungen. Trotz Korrekturen in der Halbzeitpause ging es nicht mehr so weiter, wie wir uns das vorgestellt haben. Im zweiten Durchgang war es ausgeglichen und das Spiel stand auf Messerschneide – auch wir hatten unsere Chancen. Am Ende hat Dassendorf mit ihren starken Standardsituationen aber auch mit unserem nicht mehr konsequenten Nachrücken auf den zweiten Ball das späte Tor zum k.o. in der Nachspielzeit erzielt.

Johannes Höcker (Torwart FC Eintracht Norderstedt):
Das ist sehr bitter, die Enttäuschung ist extrem. Wir wollten unbedingt den Pokal gewinnen. Letztendlich waren wir bei zwei Situationen einfach nicht da – die zweiten Bälle haben wir nicht bekommen. Das hat Dassendorf dann eiskalt ausgenutzt. Glückwunsch nach Dassendorf. Die Enttäuschung ist riesig und einfach zum Kotzen!

Sinisa Veselinovic (FC Eintracht Norderstedt):
Wir hatten uns schon auf die Verlängerung eingestimmt. Wir konnten am Ende nicht mehr einhundert Prozent geben. Dassendorf hat es in der zweiten Hälfte gut gemacht, da kann man ihnen nur gratulieren. Nach der ersten Halbzeit hatten wir es eigentlich verdient zu gewinnen – da hatten wir genug Chancen, das zweite Tore zu erzielen. So ist nun mal der Fußball.

Norderstedts Übungsleiter Jens Martens. Foto: Herzog

Johann von Knebel (FC Eintracht Norderstedt):
Dieses Spiel kann man nicht bitterer verlieren. Wir haben nach der Halbzeit einfach zu wenig gemacht. Das war vielleicht auch der langen Saison geschuldet. Das war nicht unser Tag heute. Wir hatten auch in der zweiten Halbzeit noch zwei, drei Konterchancen, die haben wir aber leider nicht zu Ende gespielt. Dassendorf hatte dann das Glück auf ihrer Seite – aber natürlich haben sie auch eine große Qualität. Das war mein erstes Finale, das hätte ich sehr gerne gewonnen. So ist es sehr schade – aber wir greifen nächste Saison wieder an.

Jan Lüneburg (FC Eintracht Norderstedt):
Das ist natürlich sehr, sehr ärgerlich. Wir hatten genug Chancen auf das zweite Tor. Pokalspiele sind immer eng. Es ist sehr bitte auch auf dieser Seite zu stehen. Wir haben dafür viel investiert. Dassendorf wünschen wir das bestmögliche Los und wir greifen in der nächsten Saison wieder an.

Peter Martens & Thomas Hoffmann (Dassendorfs Trainer-Duo beim letztjährigen ODDSET-Pokalsieg):
Ich habe eben noch zu Thomas gesagt, dass hier Erinnerungen hochkommen. Jetzt wissen wir hier auf der Tribüne, wie sich die Jungs da unten fühlen. Aufgrund der zweiten Hälfte war es keineswegs unverdient. Norderstedt war sehr passiv und Dassendorf hat mehr gemacht. Der Zeitpunkt des Siegtreffers ist natürlich glücklich gewesen.