Drei Big Points im Abstiegskampf: Düneberg schlägt Elazig Spor mit 7:0 und nutzt Patzer der Konkurrenz

Die beiden Düneberger Torschützen aus Hälfte eins: Tolga Cosgun (hi.) und Dennis Utecht. Foto: Herzog

Düneberger SV – FC Elazig Spor 7:0 (2:0)
Landesliga Hansa, 27. Spieltag (Sa., 04.05.19, 15.00 Uhr)

Es ist ein absoluter Pflichtsieg auf dem Weg zum Klassenerhalt für den Düneberger SV! Das Team vom Silberberg, vor dem Heimspiel am 27. Spieltag auf dem 14. Platz und damit auf einem Abstiegsrang stehend, empfing den abgeschlagenen und bereits abgestiegenen Tabellenletzten FC Elazig Spor. Mit dem Dreier – die Silberberger gewannen deutlich mit 7:0 – hat der DSV an den beiden ausstehenden Spieltagen alles selbst in der Hand, da der Rahlstedter SC und der TuS Berne am Freitagabend zuvor ihre Partien deutlich verloren. Den Klassenerhalt haben sie zwar noch nicht in der Tasche, Dünebergs Trainer Dennis Tornieporth konnte nach dem Kantersieg aber zu Recht feststellen: „Wir können nun ein bisschen durchatmen!“

Verzögerter Anfang, ungefährliche Gäste

Die Gastgeber waren bereit, machten sich warm, bereiteten sich auf das so wichtige Spiel bestens vor. Anders die Gäste von der Wendenstraße: Da einige Spieler von Elazig Spor im Stau standen, pfiff Schiedsrichter Julius Steinhorst (SV Halstenbek-Rellingen) 15 Minuten später an – das Schlusslicht startete mit nur zehn Mann und ohne Aufwärmen ins Spiel. Erst kurz vor der Halbzeitpause vervollständigte Hüseyin Cicek die Gäste-Elf (37.). Zu dem Zeitpunkt lagen sie bereits mit 0:2 hinten. Tolga Cosgun traf per Abstauber zum 1:0 (15.), Dennis Utecht erhöhte auf 2:0 (39.). „Die erste Hälfte war eher Fußballkrampf. Wir haben viele Torchancen liegen gelassen“, ärgerte sich DSV-Trainer Tornieporth – die Gemütslage sollte sich nach dem Wiederanpfiff aber prompt ändern: „Wir sind dann aber sehr gut aus der Halbzeit gekommen.“ Wohl wahr.

DSV-Trainer Dennis Tornieporth hatte allen Grund zur Freude. Archivfoto: Herzog

Erneut Utecht war es, der nach nur zwei Minuten mit seinem 3:0 – Cosgun hatte vorgelegt – für die Vorentscheidung sorgte (47.). Nun waren die Gastgeber im Spiel und dominierten die Partie: Erst scheiterte der Doppeltorschütze an Elazig-Keeper Serkan Ermis (52.). Doch dann erhöhte Ruven Scharnberg – erneut nach Vorlage vom starken Cosgun – nach einer schönen Kombination mit der Hacke auf 4:0 (57.), Marcel Jeremias traf nur zwei Minuten später zum 5:0 (59.). Nun belohnte sich auch Cosgun mit dem 6:0 und 7:0 noch zweimal selbst (73., 89.) und sorgte für den deutlichen Endstand. Sein Trainer Tornieporth lobte nach der Partie: „Das ist ein gerechtfertigtes Ergebnis, das auch deutlich höher hätte ausfallen können. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Natürlich war das mit diesen Umständen vor dem Spiel heute ein Pflichtsieg für uns. Wir haben etwas für das Torverhältnis getan und in Anbetracht der Ergebnisse der Konkurrenz war es alles in allem ein guter Spieltag für uns.“ Nach dem Kantersieg stand für den DSV noch ein gemeinsamer Grillabend „mit ein paar Kaltgetränken“ (Tornieporth) an, ehe der Fokus ab Dienstag dann dem nächsten Spiel beim TuS Berne gelte. „Wenn wir diesen Spieltag nächste Woche noch vergolden, dann war dieser ein großer Schritt in die richtige Richtung“, erklärte „Tornie“ in Bezug auf den immer wahrscheinlicher werdenden Klassenerhalt in der Landesliga.

Zukunft des FC Elazig Spor steht in den Sternen

Die Auflösungserscheinungen der Gäste waren offensichtlich. Trainer Hüseyin Aydin erklärte nach der 0:7-Pleite: „Wir haben gerade die entscheidenden Spiele – vor allem zu Hause – nicht gewonnen. Gegen Buxtehude und Rahlstedt beispielsweise. Da hatten wir theoretisch noch eine Chance, es eventuell noch ein bisschen spannend zu machen. Dann kommen wir hierher, haben kaum noch Spieler und sind nur mit zehn Mann aufgelaufen.“ Aufgrund dessen entschied sich der Übungsleiter, nach der Saison sein Amt niederzulegen. Aydin weiter: „Es ist für mich persönlich meine letzte Saison als Trainer. Nach etlichen Jahren ist nun definitiv nach dem letzten Spiel gegen Berne Schluss für mich. Ich werde dem Verein, jenachdem unter welchen Umständen, eventuell treu bleiben.“ Doch aktuell sei noch völlig unsicher, wie es beim FC Elazig Spor in der kommenden Saison weitergeht – und ob es überhaupt weitergeht. Aydin betonte abschließend in Bezug auf einen möglichen Rückzug des Vereins: „Es ist alles noch in der Findungsphase. Wir müssen erst einmal wissen, wie wir uns aufstellen für die neue Saison – und mit wem. Aktuell ist alles möglich.“

Personenkarussell: Einer fällt aus, einer geht, einer kommt

Eren Bektas (r.) wird den DSV wohl im Sommer verlassen. Foto: Herzog

Da laufen die Personalplanungen auf Seiten der Düneberger schon deutlich besser – zumindest, was die Planungssicherheit angeht. Winter-Neuzugang Marcel Bannenberg unterzog sich einer Fußoperation, die binnen weniger Tage noch einmal wiederholt werden musste. Drei Monate Pause sind die Folge, sein Coach Tornieporth sagte sichtlich geknickt: „Er soll jetzt erst einmal gesund werden und Kopf frei kriegen. Mir persönlich tut es sehr leid, da er einfach ein geiler Typ und ein super Fußballer ist. Er wird stärker zurückkommen, da bin ich mir sicher!“ Zudem wird Eren Bektas dem DSV im Sommer den Rücken kehren und zum Kreisligisten FSV Geesthacht zurück wechseln – so vernahm man es zumindest den regionalen Medien. Denn: „Ich habe es tatsächlich nur aus der Presse erfahren. Persönlich habe ich noch keine endgültige Entscheidung von ihm bekommen“, erklärte Tornieporth in Bezug auf die Personalie Bektas.

Der DSV-Coach gab dann gegenüber BOLZJUNGS aber auch noch eine erfreuliche Nachricht bekannt: Der 18-jährige Lasse Voigt wird den Landesligisten zur kommenden Spielzeit verstärken. Der defensive Mittelfeldspieler kommt vom Regionalliga-Team der SV Eichede U19, wohnt in Geesthacht und lief in der Jugend auch schon für die Düneberger auf. „Er ist sehr variabel und hat dort eine super Ausbildung genossen. Ich freue mich, so einen jungen, motivierten und vom Kopf her klaren Spieler zu bekommen. Er kann die Position von Eren ersetzen“, freute sich „Tornie“ auf seinen ersten Sommer-Neuzugang, mit dem er dann erneut in der Landesliga Hansa an den Start gehen will.

DSV: Kikillus; Gottschalg (68. Ketschojan), Behrens, Jeremias, Pauels; El Osman, Özcerkes; Hoffmann (75. Wöhl), Scharnberg (82. Bektas), Utecht; Cosgun
Elazig: Ermis; Pein, Güler, Bogucki, Ahmad; G. Tunc, Schumann, Polat (46. E. Tunc), Jernane; Bachir, Akdogan