Drei Mal geführt, doch erst im Elfmeterschießen gewonnen: SVA II nach Pokalkrimi eine Runde weiter!

Der Teamkreis des SV Altengamme II am erfolgreichen Pokalabend. Foto: Privat

SV Altengamme II – Nikola Tesla II 8:7 n.E. (3:3, 2:1)
Holsten-Pokal, 3. Runde (Mi., 14.08.19, 18.30 Uhr)

Ohne große Probleme marschierte der SV Altengamme II bislang durch den Hamburger Holsten-Pokal für Zweitherren-Mannschaften: 3:0 (Verwaltungsentscheid) beim Escheburger SV II, 3:0 beim Kreisliga 3-Staffelkonkurrenten TuS Dassendorf II, unter anderem durch zwei Tore von Christoph Albers. In Runde 3 wartete am Mittwochabend (14.08.19) – erstmals auf heimischem Untergrund in diesem Wettbewerb – Nikola Tesla II aus der Parallelstaffel KL7. Und dieses Spiel bot neben acht Toren abseits des Elfmeterschießens einiges.

Viele Tore, drei Elfmeter und eine Rote Karte

Die Spielankündigung des SVA II auf den eigenen Social-Media-Kanälen. Foto: SVA

Alles schien für die Gastgeber zu laufen: Nach 21 Minuten marschierte Liga-Leihgabe Max Böttcher über seine linke Seite, steckte durch auf Kapitän Lukas Domin, der den Ball auf Benedikt Lehmann quer legte. Letzterer vollendete zur 1:0-Führung. Nur vier Minuten später erhöhte Vorlagengeber Domin per Handelfmeter auf 2:0 (25.). Als dann auch noch Nikola-Torhüter Darko Lejic aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte sah (39.), schien alles für die Altengammer Zweitvertretung zu laufen – zumal mit Innenverteidiger Aleksandar Pavlovic aufgrund mangelnder Alternative auf der Bank kurzerhand ein Feldspieler ins Gehäuse ging. „Als Fußballer weiß man, dass man gegen zehn Mann dann noch einen Schritt mehr machen muss. Das haben wir um die Pause herum aber nicht getan. Ich hatte ihnen schon in der Pause gesagt, dass sie mehr tun müssen“, warnte SVA-Trainer Frank Graf. Doch unmittelbar vor der Pause verkürzten die Gäste: SVA-Keeper Marco Fedgenhäuer eilte aus seinem Tor heraus, erwischte den Ball aber nicht mehr, sodass Tesla-Stürmer Semir Topuzovic zum 1:2-Halbzeitstand traf (44.).

Der Platzverweis kurz vor dem Seitenwechsel schien die Gäste von Nikola Tesla zu beflügeln. Nach einer Großchance (46.) holte Altengammes Verteidiger Jan Pernitt Gäste-Spieler Timur Ölcüm im Strafraum von den Beinen – Kapitän Samir Softic hämmerte den Ball vom Punkt unter die Latte und traf zum 2:2-Ausgleich (50.). „Tesla ist eine technisch hervorragende Mannschaft“, analysierte Graf, der mit seinem Team neun Minuten später auch noch beinahe in Rückstand gegangen wäre. Miroslav Chipenko und Malte Duwensee stießen zusammen, Schiedsrichter Mehmet Dogan entschied auf Strafstoß. Erneut trat Softic an, erneut schoss der Stürmer hoch – dieses Mal aber zu hoch. Der Ball flog über das SVA-Gehäuse (59.). Es entwickelte sich ein hitziges Duell auf dem Kunstrasenplatz am Gammer Weg. In dieser Phase kamen die Gastgeber allerdings zurück und gingen erneut in Führung! Ein Freistoß Höhe der Mittellinie fand auf der linken Seite in Simon Cohausz einen Abnehmer, der auf den zweiten Pfosten flankte, an dem der eingewechselte Jasper Harms – wenn auch in abseitsverdächtiger Position – frei zum Kopfball kam und ins kurze Eck einnickte (78.).

Mit 3:3 in die Verlängerung, im Elfmeterschießen rettet der Keeper

Doch dann ein Kuriosum auf der Gegenseite: Während SVA-Keeper Fedgenhäuer noch seine Mauer stellte, schoss Topuzovic aus rund 30 Metern aufs Altengammer Gehäuse – kein Pfiff, doch das Tor, mit Hilfe des Innenpfostens erzielt, zählte und der Ausgleich war perfekt (84.). „Da waren wir einfach zu Grün hinter den Ohren. Dieses Tor darf nicht passieren. Dann muss sich einer vor den Ball stellen und sich Gelb abholen“, ärgerte sich Graf. Dann war Schluss mit der regulären Spielzeit, es ging in die Verlängerung! In dieser kamen die Gastgeber wieder zurück und gingen wieder in Führung! In der zweiten Minute der Overtime spielte Böttcher seinen Gegenspieler aus, legte quer auf Jan Kiesling, der zum 4:3 traf. Doch es wäre nicht dieses Drittrunden-Pokalduell, wenn Nikola Tesla nicht erneut zurückkommen würde! Nachdem ein Abseitstor von Böttcher nicht gegeben wurde (94.), glichen die Gäste aus: Der stärkste Tesla-Spieler, Haluk Ileri, nahm den Ball mit der Brust an und schob zum 4:4 ein (95.). Und beinahe wäre Tesla erstmals in diesem Spiel in Führung gegangen, doch Topuzovic trat nach einer Flanke von Chipenko über den Ball (98.). Nun spielten beide Teams mit offenem Visier, wollten die Entscheidung herbeiführen. Nach dem zweiten Seitenwechsel war aber Altengammes Lehmann nicht erfolgreich (111.). Dann die größte Chance der Verlängerung für den SVA: Kiesling steckte auf Pernitt durch, der alleine auf Keeper Pavlovic zulief, erst scheiterte und dann auch im Nachschuss aus elf Metern verpasste (114.). Eine Minute danach vergab auch Domin eine Riesenchance. „Wir hatten die Chancen zur Entscheidung“, sagte Graf. So ging es nach je einer weiteren Großchance mit 4:4 ins Elfmeterschießen!

In diesem begannen die Gäste mit dem Schießen, SVA-Schlussmann Fedgenhäuer ging zuerst ins Tor: Topuzovic netzte ein, für die Gastgeber war Kapitän Domin ebenfalls erfolgreich. In der Folge trafen auch Ileri (Tesla), Harms (SVA), Pavlovic (Tesla), Pietsch (SVA) – und dann scheiterte Teslas Chipenko an SVA-Keeper Fedgenhäuer! Anschließend traf Pernitt für die Gastgeber und Teslas Kapitän Softic vergab, da Fedgenhäuer dessen dritten Strafstoß in die Mitte erahnte! „Ich habe ihm gesagt, dass er einfach mal stehenbleiben soll“, freute sich Graf mit seinem Mann des Tages. Somit siegten die Altengammer mit 8:7 nach Elfmeterschießen und stehen nach einem Pokalkrimi in der nächsten Runde!

SVA II: Fedgenhäuer; Pernitt, Wyrwinski, Mahnke (57. Harms), Cohausz; Mohr (95. Gronwald), Duwensee (63. T. Puttfarcken); Lehmann (116. Pietsch), Kiesling, Böttcher; Domin
Nikola II: Lejic; Carvalho, Pavlovic, Valikhanov, Milovanov (63. Tajbert); Ileri; Mohammadi (68. Wottschal), Chipenko, Ölcüm; Softic, Topuzovic