DSV meldet sich mit 2:1 gegen Altengamme zurück – Coach Tornieporth: „So geht Abstiegskampf!“

Szenen, wie es sie beim Düneberger SV zuletzt nur selten gab: Die Kicker vom Silberberg bejubeln einen Dreier. Foto: Vahlendieck

Düneberger SV – SV Altengamme 2:1 (2:0)
Landesliga Hansa, 20. Spieltag (Sa., 02.03.19, 15.00 Uhr)

Noch am Freitag betonte Jörn Geffert, Trainer des SV Altengamme, in unserer Landesliga-Vorschau, man wolle „in Richtung der 50-Punkte-Marke und unter die ersten Sechs“. Den Grundstein dafür hätten die Deichkicker gestern beim Abstiegskandidaten Düneberger SV legen können. Hätten. Denn der favorisierte Gast unterlag dem wiedererstarkten DSV am Silberberg letztlich verdient mit 1:2. Auch, weil der SVA erschreckend schwach agierte. „Diese Wortwahl aus der Vorschau ist mir jetzt sehr unangenehm. Es war eine verstörende Leistung unsererseits, für die es keine Erklärung gibt. So etwas habe ich ganz, ganz selten nur erlebt. Eine verstörende Kreativität, eine verstörende Einstellung“, fand Geffert nach der Pleite harte und deutliche Worte.

Vergebener Elfmeter leitet SVA-Pleite ein – zwei DSV-Neuzugänge bescheren Sieg

Die beiden Trainer begrüßen sich vor der Partie herzlichst. Foto: Vahlendieck

Womöglich hätte die Landesliga-Partie einen anderen Verlauf genommen, hätte Altengammes Patrick Bierwagen nach acht Minuten den Handelfmeter erfolgreich verwandelt. Doch DSV-Schlussmann Domenic Kikillus parierte und sorgte so für ein Aufbäumen bei den Gastgebern. Dass diese Aktion den SVA aus der Spur brachte, wollte Geffert derweil nicht gelten lassen: „Wenn es so sein sollte, dann würde ich mich kaputt lachen. Wir haben ja nur einen Elfmeter verschossen. Das war nicht der Grund.“ Doch bis auf Kevin Herzberg attestierte der Gäste-Coach all seinen Spielern einen katastrophalen Auftritt – sein Gegenüber hingegen war natürlich hochzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. „Der vergebene Elfmeter war der Dosenöffner. Von der darauf folgenden Einstellung und Mentalität war das eine Steigerung um einhundert Prozent im Vergleich zu vielen Spielen im vergangenen Jahr“, frohlockte es Tornieporth. Der DSV-Coach durfte nach rund einer halben Stunde den 1:0-Führungstreffer von Neuzugang Dennis Utecht bejubeln (32.). Auch das kurz darauf folgende Tor zum 2:0 erzielte mit Tolga Cosgun ein Winter-Neuzugang (39.) – ganz zur Freude des Übungsleiters. „Das zeigt, dass man da ein gutes Händchen hatte. Die beiden sind voll in der Mannschaft angekommen und bereichern einfach unser Spiel. Das sind Düneberger, das hat uns in der Hinrunde gefehlt“, sagte Tornieporth.

Auf Seiten des SVA, der erstmals mit den fünf starken Offensivspielern Reinhardt, Buck, Alpen, Heitmann und Schraub in der Startelf auflaufen konnte (Geffert: „Eigentlich war das für mich im Kopf schon der sichere Sieg.“), gab es noch vor der Pause einen Doppelwechsel. Doch schon nach 54 Minuten war das Wechselkontingent der Gäste ausgeschöpft, da der kurz zuvor reingekommene Dennis Herzberg sich laut Coach Geffert nicht richtig warmgemacht habe und so mit einer Zerrung wieder das Feld verlassen musste. Ein Sinnbild für diesen Altengammer Nachmittag. So ging bei den Gästen nicht mehr viel zusammen, lediglich in der Nachspielzeit verkürzte Kevin Herzberg noch auf 1:2 (90.+2). „Ich habe keine Erklärung dafür. Wie kann man nach sieben Wochen dieser Tortour, die man auf sich genommen hat, so etwas abliefern“, schloss Coach Geffert die Analyse, der sich sein Ligamanager Philipp Mohr anschloss: „Das war über 90 Minuten eine absolut schlechte Vorstellung. Man kann Düneberg nur gratulieren, denn sie haben uns verdient geschlagen. Ich drücke die Daumen, dass sich unsere Nachbarschaftshilfe am Ende der Saison noch auszahlt.“

Die DSV-Spieler bejubeln ein weiteres Mal einen Treffer. Foto: Vahlendieck

Diese angesprochene „Nachbarschaftshilfe“ nahmen sie am Silberberg gerne an, doch sie haben sich diesen Dreier auch selbst hart erarbeitet. „Es ist ein geiles Gefühl, nach einer nicht so tollen Vorbereitung mit einem solchen Spiel in das Jahr zu starten – und dann auch noch gegen einen so starken Gegner“, betonte Tornieporth, der zugleich direkt auf die nächsten Wochen vorausblickte. „Es war eine geile Mannschaftsleistung – von der Nummer eins bis zur Nummer 16 auf der Bank. Das war ein Team, genauso geht Abstiegskampf! Aber: Das war erst das erste von zwölf Endspielen.“ Die Düneberger feierten noch bis tief in die Nacht – und hatten dafür von ihrem Trainer extra die Erlaubnis ausgesprochen bekommen. Tornieporth abschließend: „Bei uns war kein Mannschaftsabend angedacht, aber sie haben kurzerhand einen einberufen, als ich gefahren bin. Überall, wo es laut ist und gute Stimmung ist, wird sicher ein Düneberger dabei sein!“ Und das nach diesem gelungenen Start ins Pflichtspieljahr 2019 völlig zu Recht.

DSV: Kikillus; Pauels, Behrens, Jeremias, K. Hoffmann (67. Wöhl); Gottschalg, Özcerkes, Bektas (83. Gieseke), Bannenberg (30. Ketschojan); Cosgun, Utecht
SVA: Golinske; K. Herzberg, Scheu, Schulz; Bierwagen, Putfarcken (43. D. Herzberg, 54. Detjens); Reinhardt (43. Glitza), Buck, Alpen; Schraub, Heitmann