Düneberg feiert dank schlechtem Platz und starkem Pressing 6:0-Kantersieg bei Dersimspor

Dünebergs Ruven Scharnberg hatte auch im Spiel bei Dersimspor Hamburg wieder Grund zum Jubeln. Archivfoto: Herzog

Dersimspor Hamburg – Düneberger SV 0:6 (0:5)
Landesliga Hansa, Nachholspiel des 19. Spieltags (Fr., 29.03.19, 19.00 Uhr)

Die Ausgangslage sprach nicht zwingend für den Düneberger SV. Das Team vom Silberberg reiste am Freitagabend zum Nachholspiel bei Dersimspor Hamburg. Der Tabellenvorletzte mit gerade einmal 16 Zählern gastierte beim Achten mit mehr als doppelt so vielen Punkten (34)! Doch nach diesem Flutlichtspiel an der Winsener Straße bleibt nur noch festzustellen: Das knappe 0:1 des DSV gegen den Rahlstedter SC vor zwei Wochen war nur ein Ausrutscher, denn auch beim 1:2 gegen den FC Voran Ohe am vergangenen Wochenende präsentierte sich das Team von Trainer Dennis Tornieporth ordentlich. Somit sammelte der Düneberger SV mit dem 6:0-Kantersieg (!) bei Dersimspor, das unter anderem mit Spielern wie Beytullah Atug (ehemals TuS Dassendorf) und Dejan Sekac (ehemals SV Curslack-Neuengamme) bestückt ist, die Punkte sieben, acht und neun im Pflichtspieljahr 2019 und hat damit seit dem Jahreswechsel bereits fast so viele Punkte gesammelt, wie in der gesamten Hinrunde im vorherigen Jahr.

Düneberger SV verabschiedet sich von den Abstiegsrängen

Dersims Coach Sven Siebert dürfte nach dem 0:6 bedient gewesen sein. Archivfoto: Herzog

DSV-Trainer Dennis Tornieporth wusste vor allem in Anbetracht des schlechten Rasenplatzes, mit welcher Marschroute er seine Elf in das Spiel schicken wollte: Frühes Pressing weit in der gegnerischen Hälfte, den Gegner schnell attackieren und ihn so zu langen Bällen zwingen. „Dersim ist eine Mannschaft mit vielen starken individuellen Spielern. Ihr Platz liegt ihnen aber nicht“, erklärte der Düneberger Übungsleiter seine Taktik – die letztlich aus Sicht der Gäste mehr als zufriedenstellend aufgehen sollte. Bereits in der Anfangsphase gelang ihnen ein Doppelschlag: Erst besorgte Lucas Gottschalg die Führung (8.), nur vier Minuten später erhöhte Ruven Scharnberg per Elfmeter – Tolga Cosgun war gefoult worden – sogar auf 2:0. Der erneute Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte war dann auch schon die Vorentscheidung. Geburtstagskind Eren Bektas traf zum 3:0 (23.), Cosgun zum 4:0 (25.). „Eren (Eren Bektas, d. Red.) schrieb mir heute morgen, dass er sich selbst mit einem Tor belohnen möchte“, verriet Tornieporth. Gesagt, getan! Vor dem Halbzeitpfiff schraubte erneut Cosgun mit dem 5:0 den Spielstand dann sogar noch einmal höher. Eine 5:0-Pausenführung für den DSV – damit hätten wohl nur die Wenigsten gerechnet.

Nach dem Seitenwechsel spielten die Gäste ihren deutlichen Vorsprung dann clever aus, Kapitän David Özcerkes musste angeschlagen das Feld verlassen (55.). Doch das sollte die einzige (kleine) Negativnachricht eines ansonsten perfekten Freitagabends für die Düneberger bleiben. In der Schlussphase setzte Dersimspors bester Torschütze, Malang Jawla (sieben Treffer), dann noch einen Strafstoß am Tor vorbei (86.). Das bestrafte Dünebergs Scharnberg mit dem darauf folgenden Tor zum 6:0-Endstand (90.), der nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Leif Jischkowski (VfL 93) ausgelassen gefeiert wurde. „Gegen eine solche Mannschaft muss man erstmal so auftreten. Wir haben beide Halbzeiten gewonnen, das taktische Konzept hat zudem sehr gut funktioniert. Ich bin absolut zufrieden“, bilanzierte Dünebergs Coach Tornieporth, der mit seinem Team in keiner der diesjährigen fünf Landesliga-Partien mehr als zwei Gegentore kassierte. Dersimspor muss mit dem 0:6 hingegen die bereits vierte Pleite im fünften Pflichtspiel des Jahres hinnehmen und am kommenden Freitag zudem zum Spitzenteam Hamm United FC reisen (Anstoß 19.30 Uhr).

Durch den Kantersieg verabschiedet sich der im Winter für viele aus dem Heimatgebiet bereits für abgestiegen erklärte Geesthachter Stadtteilverein von den Abstiegsrängen. Die Tabelle interessiert den Trainer trotz dessen aber nicht. „Die ist wirklich zweitrangig für mich. Wir haben jetzt noch sieben Spiele und müssen bis Ende Mai punkten. Wir haben heute den nächsten großen Gegner besiegt“, so Tornieporth, der mit seiner Mannschaft am kommenden Samstag mit dem Bramfelder SV den aktuellen Spitzenreiter der Staffel am Silberberg empfängt (Anstoß 15 Uhr). „Wir spielen noch gegen Bramfeld und Inter. Wenn wir da ordentlich punkten, können wir beruhigt ins Oster-Wochenende gehen!“

Dersimspor: Kroner; Sekac, Topuzovic, Toprak (77. Capan), Basoah; Janaszek (66. Ludiexe), D’Urso, Atug, Grundlach; Jawla, Düring
DSV: Kikillus; Behrens, Wöhl, Pauels, Gottschalg; Özcerkes (55. Siepelt), Bektas (81. El Osman); Hoffmann, Scharnberg, Utecht (81. Ketschojan); Cosgun