Dustin Siegmund: „Von der Liga war es ein Schritt zurück, aber ich spiele unglaublich gerne in Glinde!“

Verbissener Blick: Glindes Dustin Siegmund (li.) gibt alles für seinen neuen Verein – wie hier gegen Börnsen Joshua Wolter. Foto: Zerbian

Am 16. Mai diesen Jahres war die Freude beim TSV Glinde riesengroß: Nicht etwa ein hochklassiges Bezirksliga-Spiel wurde gewonnen, sondern ein lang ersehnter Transfer wurde über die Bühne gebracht. Torjäger Dustin Siegmund wechselte vom Hansa-Landesligisten SV Nettelnburg/Allermöhe nach Glinde. „Dieser Transfer ist für uns der Hammer!“ (Teammanager Frank Kehr), „Geiler Typ, geiler Kicker!“ (Trainer Sören Deutsch) lauteten die Reaktionen der TSV-Verantwortlichen. 120 Tage nach diesem getätigten Transfer belegt der Ost-Bezirksligist den dritten Tabellenplatz und stellt mit 23 erzielten Treffer die zweitbeste Offensive der Staffel. Einen großen Anteil daran hat auch Dustin Siegmund, der mit seinen zwei verwandelten Last-Minute-Elfmetern gegen den ETSV Hamburg und den SC Schwarzenbek dem TSV zwei Siege bescherte (jeweils 3:2 für Glinde). Darüber hinaus markierte der 24-Jährige beim 7:1-Kantersieg gegen den SC Wentorf einen Treffer. Das macht drei Tore nach den ersten sieben Spieltagen für den Neuzugang. „Von der Liga war es natürlich ein Schritt zurück, aber ich spiele unglaublich gerne in Glinde! Für mich geht es nicht mehr darum, Profi zu werden. Ich möchte mit vielen Freunden Spaß am Fußball haben – und das habe ich in Glinde mehr als genug!“, bilanziert Siegmund seine ersten Monate bei den Stormarnern.

Bei diesem positiven ersten Fazit spielt selbstverständlich auch der geglückte Saisonstart eine Rolle. „Von der Punkteausbeute her war der Start sehr gut! Ich muss aber dazu sagen, dass wir zwei Mal etwas glücklich in der letzten Minute gewonnen haben. Aber das gehört dazu und auch diese Siege haben wir uns erarbeitet. Geschenkt wurde uns da nichts. Von daher sind wir sehr zufrieden und es macht definitiv Lust auf mehr“, erklärt der Stürmer, der beim TSV die Rückennummer acht trägt. Nachdem die Mannschaft von Trainer Sören Deutsch in der vergangenen Spielzeit mit 48 Treffern nach 26 Partien zu den schwächsten Offensiven der Liga gehörte, sind 23 Tore nach sieben Partien nun eine enorme Steigerung. „Wir arbeiten als Truppe gut zusammen nach vorne. Das sind nicht nur die Stürmer, die die Tore machen. Wir sind sehr vielseitig und unberechenbar in der Offensive und das macht uns so gefährlich“, erklärt der ehemalige Landesliga-Torjäger das Erfolgsgeheimnis. Apropos Landesliga: Spielt das Thema Landesliga nach dem erfolgreichen Saisonstart eine Rolle in Glinde, Herr Siegmund? „Wir sind da sehr bescheiden. Wir wollen einfach eine gute Saison spielen. Es wäre auch etwas vermessen, über die Landesliga zu sprechen. Man muss auch die vergangene Saison beachten, da hatte Glinde es sehr schwer – auch wegen einem unglücklichen Start. Der Kader wurde verstärkt und es läuft alles wunderbar. Nicht nur die Ausbeute, sondern auch das Training, die Trainingsbeteiligung und die Stimmung in der Truppe. Von daher ist momentan alles gut und ich bin zuversichtlich, dass es so bleibt“, redet Siegmund das Thema Aufstieg klein.

Am Sonntag trifft Siegmund auf seinen Ex-Klub: „Ich freue mich auf jeden Fall auf das Spiel!“

Ob die Deutsch-Equipe denn das Zeug für die Landesliga hätte, da hat der Ex-Nettelnburger eine klare Meinung. „Ich würde sagen, dass wir an einem guten Tag den einen oder anderen Landesligisten ärgern könnten“, gibt er mit einem Zwinkern zu Protokoll. Wenn es nach Siegmund geht, soll am Ende der Saison ein Platz unter den ersten Fünf rausspringen. „Wo es uns am Ende genau hinverschlägt, schauen wir mal“, fügt ‚Siggi‘ an. Neben dem sportlichen Aspekt hob Siegmund bei seinem Vereinswechsel auch das menschliche Umfeld hervor – und dieses hat ihn in seiner Anfangszeit positiv bestätigt. „Ich fühle mich super und bin richtig gut in der Mannschaft angekommen. Neben den Jungs, die ich sowieso schon sehr gut kannte, habe ich auch zu einigen anderen guten Kontakt über den Fußball hinaus. Das passt alles!“, resümiert der gebürtige Hamburger, der in seiner ersten Saison beim TSV zwischen 15 und 20 Treffer anpeilt.

Die nächste Chance ein Tor zu erzielen, ergibt sich am Sonntag (15.09.19, 14.30 Uhr) beim Auswärtsspiel beim SC Vier- und Marschlande, für den Siegmund zwischen Juli 2013 und 2014 in der Oberliga ein Jahr auf Torejagd ging – und dabei 14 Treffer in 31 Partien erzielte. An diese Zeit hat ‚Siggi‘ noch heute gute Erinnerungen: „Vor allem die Hinrunde lief ganz gut für mich und es wurden einige andere Vereine aufmerksam, sodass ich es als sinnvoll empfunden habe, den nächsten Schritt zu machen. Das habe ich dann mit dem Wechsel zum SV Curslack-Neuengamme gemacht. Dennoch habe ich mit vielen Leuten vom SCVM noch Kontakt. Das war eine geile Truppe, in der einige Freundschaften entstanden sind.“ So ist bei Dustin Siegmund die Vorfreude auf diese Partie groß. „Ich freue mich auf jeden Fall auf das Spiel, auch weil die letzte Partie gegen Elazig Spor unglücklich ausgefallen ist. Ich bin mit Tobias Kehr sehr gut und einigen anderen vom SCVM gut befreundet, von daher wird es schon ein besonderes Spiel“, erläutert Siegmund, der einen 3:1-Sieg für seine Farben tippt, „ohne den SCVM nur ansatzweise zu unterschätzen.“ Wenn dem TSV dies gelingen sollte, wäre die Freude bei allen Glindern riesengroß – ähnlich wie am 16. Mai 2019.