Eigene Hausaufgaben erledigt: DSV II schlägt Cordi II – und hält dank Patzern der Konkurrenz die Klasse

Der Moment, in dem DSV II-Trainer Carsten Schruhl seinem Team vom Klassenerhalt berichtet. Foto: BOLZJUNGS

Düneberger SV II – SC Concordia Hamburg II 5:1 (2:1)
Kreisliga 3, 30. Spieltag (So., 26.05.19, 13.00 Uhr)

Ja, sie hatten ihre eigenen Hausaufgaben – wohlgemerkt mehr als anständig – gemacht. Doch reichte der 5:1-Kantersieg gegen den SC Concordia Hamburg II dem Düneberger SV II zum Klassenerhalt? Um exakt 14.44 Uhr pfiff der gute und stets kommunikative Schiedsrichter Marco Heppner (SC Hamm 02) die Partie der Kreisliga 3 am Silberberg ab. Doch sowohl DSV-Trainer Carsten Schruhl („Ich wollte während des Spiels nichts von den anderen Plätzen wissen!“) als auch der Düneberger Anhang und die Spieler der „Zweiten“ wussten keine Ergebnisse der Konkurrenz. So griff der BOLZJUNGS-Redakteur kurzerhand zum Telefon, rief Sven Lemke, Trainer der TSG Bergedorf, an und fragte nach deren Endergebnis im Duell mit der ebenfalls abstiegsbedrohten SpVgg Billstedt-Horn. „Ich habe nicht viel Zeit, stehe gerade mit den Jungs im Kreis. Wir haben 0:0 gespielt“, hielt sich Lemke kurz, überbrachte damit allerdings eine Nachricht, die die Düneberger Zweitvertretung in Feierlaune versetzte. Somit zog das Team vom Silberberg an Billstedt-Horn – sowie der TuS Aumühle-Wohltorf (0:2 gegen den SV Altengamme II) – vorbei und durfte fünf Minuten nach Abpfiff den Klassenerhalt feiern!

Personell arg dezimierter Favorit – Schruhl: „Wussten über deren Situation Bescheid!“

Es ging für die Hausherren zwar gegen den bärenstarken Aufsteiger Cordi II, der den dritten Rang bereits vor diesem letzten Spieltag sicher hatte. Doch Schruhl und seine Spieler wussten, was sie erwartet. „Wir wussten über deren Situation Bescheid“, so der DSV II-Coach, der damit auf das in wenigen Tagen anstehende Holsten-Pokalfinale der Cordi-Reserve gegen den Niendorfer TSV II (Freitag, 31.05.19, 19 Uhr, Brucknerstraße) anspielte. Cordis Trainer Rainer Pump erklärte nach dem letzten Ligaspiel: „Wir haben hier zehn Stammspieler nicht mit gehabt, in der ganzen Rückrunde zu viele schwer verletzte Akteure gehabt. Wir mussten Federn lassen, da die jungen Spieler das aktuell einfach noch nicht auffangen können.“ Der Übungsleiter sei dennoch mit der zurückliegenden Spielzeit mehr als zufrieden. Positiv aus Sicht der Gäste: Am Freitagabend werden aller Voraussicht nach bis zu sieben der zehn verletzten Akteure zurückkehren. Das wird auch bitter nötig sein, um nicht wie gegen den DSV II unter die Räder zu geraten.

Von Beginn an zeigten sich die Hausherren präsent, kamen nach sechs Minuten zu einer Doppelchance von Leon-Maurice Haut. Während der Youngster noch vergab, zeigte sein älterer und erfahrenerer Offensiv-Partner Andreas Wölfel ihm, wie das mit dem Toreschießen funktioniert: Der Mittelstürmer wurde von George Jajan in die Tiefe geschickt und lupfte den Ball sehenswert über Cordi-Keeper Henry Kern zur 1:0-Führung ins Tornetz (12.). Und siehe da: Der junge Haut schien sich etwas abgeschaut zu haben. Zehn Minuten nach dem Führungstreffer legte sich der Spielmacher den Ball auf halbrechter Position hin, trat zum Freistoß an – und hämmerte das Spielgerät mit seinem starken linken Fuß über die Mauer in den rechten Winkel (27.). 2:0 – alles sah nach einem positiven Ausgang für den DSV II aus. Kurz vor der Pause schafften es dann die Gäste, sich erfolgreich durchzuspielen. Richard Oppong erzielte den 1:2-Anschlusstreffer (37.). Dennoch sprach in diesem Moment alles für die Düneberger. Denn zwischen dem Konkurrenten Billstedt-Horn und der TSG Bergedorf stand es zur Halbzeit 0:0.

„Das war alles sehr schlimm in den letzten Wochen. Das muss ich nicht jedes Jahr haben!“

Reicht es, reicht es nicht? DSV II-Trainer Carsten Schruhl zitterte bis zum letzten Moment. Foto: BOLZJUNGS

Und diese positive Ausgangsposition verbesserte sich immer mehr. Kurz nach dem Wiederanpfiff sorgte erneut der starke Haut für die Vorentscheidung und traf nach einem dicken Bock der Cordi-Abwehr zum 3:1 (48.). Sturmpartner Wölfel legte mit dem 4:1 dann sogar noch einmal nach (57.). Es folgte ein Schreckensmoment, der die Euphorie über die deutliche Führung ein Stück weit minderte. Dünebergs Spielmacher Haut ging nach einem Sprint in die Offensive mit starken Schmerzen im rechten Oberschenkel zu Boden, musste nach einer Behandlungspause von Spielern gestützt vom Feld getragen und anschließend mit dem Krankenwagen abgeholt werden (62.). BOLZJUNGS wünscht gute Genesung! Als George Jajan in der Endphase zum 5:1-Endstand getroffen hatte (82.), fingen sie auf der DSV-Bank an, über die Spiele der Konkurrenz zu reden. „Ich will nichts davon hören!“, unterbrach Trainer Schruhl seine ausgewechselten und verletzten Akteure. Zehn Minuten darauf waren die eigenen Hausaufgaben gemacht, den Jubel gab’s wie eingangs angesprochen allerdings erst einige Minuten später.

Nach den freudigen Nachrichten stellte einer der Matchwinner klar: „Es ist einfach nur genial und ich freue mich riesig! Ich denke, dass wir nächste Saison angreifen werden. Solange die Greten mitmachen, werde ich weiterspielen – und das bei Düneberg II“, betonte Wölfel, dessen Trainer Carsten Schruhl sichtlich erleichtert anfügte: „Wir waren schon zuversichtlich, dass wir hier heute drei Punkte mitnehmen.“ Logischerweise freute sich der Coach über diesen Klassenerhalt, betonte im selben Atemzug aber abschließend auch: „Dieser ganze Abstiegskampf war schlimm in den vergangenen Wochen. Das muss ich nicht jedes Jahr haben. Nun fängt bald die Kaderplanung an. Aber erst einmal genießen wir es und lassen alles sacken.“

DSV II: Treichel; Jajan, Bednar, Scholz, Funk (80. Haller); Dugolli (70. Elghrari), Harnisch, Schädel, Barry; Haut (64. Aslan); Wölfel
Cordi II: Kern; Bussert, Pump, Opoku (54. Dahmani), Mürz; Seidel-Whitelaw, Jäckel, Blazevic; Oppong (78. Mohr), Pliszka, Gyaase