Erst Altengamme, nun den SVNA besiegt: Düneberger SV setzt ein weiteres Zeichen im Abstiegskampf

Während Nettelnburgs Philipp Sander (grün) geknickt daher guckt, bejubeln die Düneberger Spieler einen Treffer. Foto: Herzog

SV Nettelnburg/Allermöhe – Düneberger SV 0:3 (0:2)
Landesliga Hansa, 21. Spieltag (Fr., 08.03.19, 19.00 Uhr)

Es sollte eigentlich etwas Wiedergutmachung betrieben werden beim SV Nettelnburg/Allermöhe gegen den abstiegsbedrohten Düneberger SV. Doch als Verteidiger Flemming Milke gleich dreimal per Kopfball scheiterte (19., 23., 30.) und Co-Trainer Matthias Hildebrandt „Das kann doch heute wieder nicht wahr sein!“ schrie, war die Landesliga-Partie scheinbar entschieden – und der Gast aus Düneberg bereits mit zwei Treffern in Front. Nach vier Minuten spielte Joscha Behrens einen Pass durch das Zentrum, Ruven Scharnberg ließ sich nicht lumpen und brachte die Gäste per Heber in Führung. Inmitten der Drangphase der Hausherren konnte Scharnberg sogar noch einmal erhöhen. Die Hereingabe über rechts torpedierte der Offensivmann dermaßen ins Tor, dass Nettelnburgs Keeper Fynn Körner die Arme erst hoch riss, als das Spielgerät schon im Netz einschlug (26.). Glück für den DSV, da ein Einsatz von Scharnberg vor Spielbeginn auf der Kippe stand. Der Doppeltorschütze betonte freudestrahlend: „Ich habe wegen der Arbeit ewig nicht mittrainieren können und konnte heute nur spielen, weil mein Arbeitskollege für mich eingesprungen ist in den letzten beiden Stunden. Dadurch war ich 30 Minuten vor dem Anpfiff hier. Meinem Arbeitskollegen gebe ich auf jeden Fall noch ein, zwei aus!“

René Seibert muss verletzt runter, SVNA zündet nur auf „Tribüne“

Die Nettelnburger Anhänger zündeten während der Partie Pyrotechnik. Foto: Herzog

Auf der Gegenseite rissen dagegen die schlechten Nachrichten nicht ab. In der 35. Minute verletzte sich René Seibert an der Leiste und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Dominik Schindler in die Partie. Der Stürmer wechselte erst in der Winterpause vom DSV zurück zu seinem Heimatverein nach Nettelnburg, konnte jedoch keine Akzente setzen und blieb während der restlichen Spielzeit blass. „Gegen seinen Ex-Club zu spielen, macht eigentlich Spaß. Heute aber überhaupt nicht. Wir wollten oben dran bleiben, haben aber gar nicht ins Spiel gefunden – enttäuschend“, resümierte Schindler, der vor dem Spiel im „BOLZJUNGS Spieltags-Tipp“ noch einen 3:2-Heimsieg vorhergesagt hatte. Nach dem Seitenwechsel versuchten einige SVNA-Anhänger, ihrer Mannschaft mit Pyrotechnik einzuheizen, doch auch dies half an diesem Abend nicht. Zündende Ideen blieben aus, die Möglichkeiten hatte der DSV. Behrens‘ Kopfball wurde von Oliver Franz auf der Linie geklärt (62.) und Dennis Utecht beförderte den Ball aus kurzer Distanz über das Gehäuse (65.). Angetrieben von ihrem Trainer Dennis Tornieporth kämpften die Akteure um jeden Zentimeter am Henriette-Herz-Ring. Allem voran sein Stürmer Tolga Cosgun empfing lobende Worte, allerdings mit der Bitte, sich für das Gezeigte doch bitte selbst zu belohnen.

Tolga Cosgun macht den Deckel drauf, „DAG“ ist „schockiert“

DSV-Trainer Dennis Tornieporth war die Freude über den 3:0-Sieg deutlich anzusehen. Foto: Herzog

Kaum ausgesprochen, konnte Tornieporth prompt jubeln. Utecht war über rechts durch und fand in der Box tatsächlich Cosgun, der den Ball mit der Hacke zum 3:0 ins Netz bugsierte (80.). Ein Aufbäumen der Gastgeber gab es nicht mehr. Die Mentalität war nach der Partie beim Bramfelder SV erneut nicht vorhanden. „Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte Daniel Andrade-Granados. „Wir haben uns unter der Woche richtig gut präsentiert, deswegen bin ich heute auch extremst schockiert. Man muss deutlich sagen, dass so ziemlich jeder Leistungsträger aktuell nicht performt.“ Während „DAG“ sichtlich niedergeschlagen war, war ordentlich Partystimmung bei den Gästen zu vernehmen. Aus der Kabine dröhnte ein Remix des Songs „El Sonidito“ und eine Discokugel untermalte die Laune der Gäste. „Einen 3:0-Auswärtssieg bei Nettelnburg/Allermöhe hätte ich vor der Partie sofort unterschrieben. Wir haben das heute überragend gemeistert und auch in der Höhe absolut verdient gewonnen. Jetzt haben wir zwei von zwölf Endspielen gewonnen. Wenn wir so weiter machen, brauchen wir uns keine Sorgen machen, aber der Weg ist noch weit“, jubelte Tornieporth mit angezogener Handbremse und verschwand wieder in die Kabine zu seiner Mannschaft, die die Nacht im Anschluss unter anderem am heimischen Silberberg zum Tag gemacht hat. Für den DSV war es nach dem 2:1-Sieg gegen den SV Altengamme der zweite Sieg im zweiten Punktspiel im Jahr 2019. Vor den weiteren Partien des 21. Spieltages beträgt der Abstand auf das rettende Ufer aktuell nur noch einen Punkt, kann aber noch wieder auf maximal vier Zähler wachsen.

SVNA: Körner; Spiewak, Franz, Milke; Müller, Ali, Seibert (38. Schindler), Schewa (75. Sander); Satari, Wischnewski (60. Siegmund), Czech
DSV: Kikillus; Pauels, Jeremias, Gottschalg; Behrens, Özcerkes, Bektas, Hoffmann; Utecht (89. Wöhl), Scharnberg (70. Ketschojan), Cosgun (85. Gieseke) 

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: