Erst die Enttäuschung, dann der Triumph: Nikolic und der VfL Lohbrügge jubeln am Lokstedter Steindamm!

Die U15 des VfL Lohbrügge mit ihrem Chefcoach Elvis Nikolic (li.) und Co-Trainer Dimitrij Rikspun (2. v. r.) ist Hamburger Meister 2019. Foto: VfL

Die Enttäuschung war groß: Zusammen mit seinem Trainerkollegen Sven Schneppel und seinem Landesliga-Team, dem VfL Lohbrügge, wollte Elvis Nikolic am vergangenen Pfingstmontag in die Oberliga aufsteigen. Doch bekanntlich wurde aus diesem Traum nichts. Der VfL verlor gegen den FC Union Tornesch mit 1:2 am Lokstedter Steindamm 75. Doch lange Zeit zum Trauern blieb dem 43-Jährigen nicht. Neben seiner Tätigkeit als Herren-Trainer ist der gebürtige Kroate auch noch als Jugendcoach bei den Lohbrüggern aktiv: Er trainiert die U15-Mannschaft des Vereins. Und mit dieser ging es für Nikolic am Samstag (15.06.19) im Zuge der U15-Oberliga-Meisterschaft im letzten Saisonspiel zum Eimsbütteler TV – und damit wieder an den Lokstedter Steindamm 75! Während Nikolic fünf Tage zuvor noch enttäuscht den Heimweg an den Binnenfeldredder antrat, waren es am Samstag große Glücksgefühle, die den Übungsleiter unmittelbar nach Abpfiff begleiteten. Denn: Seine Jungs krönten mit dem 4:3-Auswärtssieg beim ETV die bereits gesicherte Hamburger Meisterschaft in der U15-Oberliga!

„Dass wir der Konkurrenz – vor allem dem HSV und dem ETV – so enteilen, war nicht zu erwarten“, freute sich Nikolic, der mit seinem Team die 20 Partien umfassende Saison nach 17 Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen mit 52 von 60 möglichen Punkten abschloss und damit 14 (HSV) beziehungsweise 15 (ETV) Zähler Vorsprung auf den Zweit- und Drittplatzierten hatte. Besonders Bemerkenswert: In der Rückserie holten die Lohbrügger das Maximum und gewannen alle zehn Spiele. „Obwohl wir die Meisterschaft schon einige Spiele zuvor gesichert hatten, war der Jubel bei der Übergabe der Schale sehr groß“, untermauerte der Coach, der bis dato kein Spiel als Trainer auf der Anlage des ETV siegreich gestalten konnte. „Vielleicht haben wir damit jetzt den Bann gebrochen“, schmunzelte Nikolic, der zugab: „Natürlich war das für mich ein komisches Gefühl und ich wurde vor der Partie auf der Anlage auch auf unser verlorenes Aufstiegsspiel angesprochen.“ Umso größer war die Freude nach dem Sieg. Denn die im Hinspiel erlittene 2:7-Niederlage gegen den ETV war die höchste Schlappe für die U15 des VfL. Das wollten sie wieder geradebiegen. „Dass wir bei der Mannschaft, die uns im Hinspiel so deutlich bezwungen hat, die Meisterschaft perfekt machen, ist natürlich etwas Besonderes“, unterstrich der in Börnsen lebende Coach, der mit seiner Mannschaft die Partie nach einem 1:3-Rückstand in den letzten 13 Minuten noch zu einem 4:3 drehen konnte.

Gökhan Acar übernimmt die U17, Rikspun assistiert Nikolic – ‚Agenda 21‘ gibt die Richtung vor

Doch beim VfL ruhen sie sich auf diesem Erfolg nicht aus und blicken bereits auf die kommende Spielzeit – damit in Verbindung steht die ‚Agenda 21‘, die Nikolic und Schneppel bei ihrem Amtsantritt im vergangenen Sommer ausgerufen haben. „Wir wollen unsere Spieler bestmöglich ausbilden und entwickeln, sodass sie in Zukunft bei uns in der Ligamannschaft spielen können. 2021 stoßen dann die ersten Spieler aus der aktuellen U17 in den Kader der Herrenmannschaft. Jahr für Jahr sollen dann weitere bei uns ausgebildete Jugendspieler nachrücken“, erläutert Nikolic, um anschließend zu betonen: „Wir haben eine langfristige Vision, von der die Jugend und die Herren beim VfL Lohbrügge profitieren.“ So geht der VfL in der kommenden Spielzeit mit drei Jugendmannschaften in der Oberliga an den Start: Die U15, trainiert von Sven Schneppel, die U16 trainiert von Elvis Nikolic und Co-Trainer Dimitrij Rikspun – dem ehemaligen Spieler des FC Bergedorf 85 – und die U17, trainiert vom ehemaligen FCB-Trainer Gökhan Acar. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, hebt Nikolic hervor, der mit seiner Mannschaft, die dann in der U16-Oberliga an den Start geht, den Aufstieg in die Regionalliga anpeilt. „Das ist das klare Ziel“, untermauert der Coach, der nach der Meisterschaft einige Abgänge zu verzeichnen hat. „Uns verlassen sechs Spieler – davon einige in die Nachwuchsleistungszentren. Ab der B-Jugend finde ich es okay, wenn die Jungs den Weg in die Leistungsspitze suchen. Ich kann den Jungs ihren Traum ja nicht nehmen und wir sind stolz, dass die bei uns ausgebildeten Jungs diesen Schritt machen können“, freut sich Nikolic abschließend.