ETSV gelingt gegen SCS erster Sieg auf neuem Kunstgrün, aber „Ergebnis ist zu hoch ausgefallen“

Endlich dürfen die Kicker des ETSV Hamburg auf dem neuen Kunstgrün am Mittlerer Landweg einen Heimsieg bejubeln. Archivfoto: Herzog

ETSV Hamburg – SC Schwarzenbek 3:0 (0:0)
Bezirksliga Ost, 26. Spieltag (Fr., 26.04.19, 19.00 Uhr)

Die Freude schwenkte um in Verzweiflung: Beim ETSV Hamburg bejubelten sie Anfang des Jahres die Eröffnung des neuen Kunstgrüns. Da die Bezirksliga-Fußballer die gesamte Hinrunde das Heimrecht abgegeben hatten und zwischen verschiedenen Plätzen der Region hin und her wechselten, hatten sie endlich ihre Heimat am Mittlerer Landweg zurück – und wollten eine Serie starten. Doch in den ersten fünf Anläufen in der Liga gab’s keinen Sieg – nicht einmal ein Unentschieden. Dafür aber bittere Niederlagen (2:3 gegen den ASV Hamburg, 2:3 gegen den ASV Bergedorf 85, 2:3 gegen den SC Wentorf), eine Pleite gegen den damaligen Vorletzten Wandsetal sowie ein deutliches 1:7 gegen den SC Vier- und Marschlande. Am 26. Spieltag war nun der aktuelle Vorletzte SC Schwarzenbek zu Gast – und den „Eisenbahnern“ gelang erstmals ein Dreier auf neuem Geläuf! „Darüber freuen wir uns sehr! Leider hat es länger gedauert, weil wir uns das in den Spielen davor immer wieder durch individuelle Fehler darum gebracht haben“, erläuterte ETSV-Trainer Christopher Leitlof, der auch gleich den Grund für den ersten Heimerfolg nannte: „Wir konnten endlich unsere individuellen Fehler abstellen.“

SCS-Offizielle verhindert – ETSV sorgt erst spät für die Entscheidung

Dieses „Jubiläum“ des ETSV konnten Schwarzenbeks Trainer Sven Reinke, der beruflich verhindert war, und SCS-Teammanager Florian Leibold (Urlaub) nicht live mit ansehen. Vielleicht war das angesichts der deutlichen 0:3-Niederlage auch besser so. Doch die Pleite fiel zu hoch aus, da waren sich alle Anwesenden einig. „Vielleicht ist es am Ende auch zu hoch ausgefallen, ja“, resultierte „Eisenbahns“ Trainer Leitlof, der zusammen mit Hauke Klug das gleichberechtigte Trainer-Duo der Gastgeber bildet.

Co-Trainer Finn Apel übernahm beim SCS die Leitung gegen den ETSV Hamburg. Archivfoto: SCS

Lange war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem keine Mannschaft mit einem Treffer ein Zeichen setzen konnte. Es dauerte bis zur 61. Minute – und brauchte eine Standardsituation. Nach einem Foul von Max Nowak gab es berechtigterweise den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Andre Busch (TuS Germania Schnelsen). „Eisenbahns“ Richard Grönsel verwandelte sicher vom Punkt, der ETSV war in Führung. In der Folge gab der SCS aber keinesfalls auf – was Schwarzenbeks Co-Trainer Finn Apel, der für Reinke übernommen hatte, honorierte: „Wir können den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben die taktischen Vorgaben richtig gut umgesetzt. Hohes Pressing, wenige Torchancen zugelassen. Im letzten Drittel haben sie aber häufig die falschen Entscheidungen getroffen – dadurch ist das intensive Spiel zu einem sehr intensiven Spiel geworden. Nach dem 0:1 waren wir dran, haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt.“ Die Auswärts-Niederlage gab’s trotzdem. Auch, weil die Gäste aus der Europastadt in der Schlussphase aufmachten. So kam der ETSV durch zwei klassische Kontertore von Mehmet Gür (90.) und Kevin Göde (90.+3) zum 3:0-Erfolg, der „definitiv zu hoch ausgefallen“ ist, wie auch Finn Apel anschließend betonte. Dem schloss sich sein Gegenüber Christopher Leitlof an. Der ETSV-Coach erklärte nach dem ersten Heimsieg auf dem neuen Kunstgrün zufrieden: „Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Es wurde erst zum Ende hin deutlicher. Wir freuen uns aber natürlich, den ersten Sieg bei uns zu Hause geholt zu haben und schauen nun, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.“

Einen Vorwurf wollte sein Gegenüber Apel seiner Mannschaft trotz des 0:3 aber auch nicht machen. „Das ist immer noch eine junge Mannschaft. Für uns ist das Ganze ein Lernprozess. Wir müssen weiter arbeiten. Ich kann den Jung, was die Einstellung angeht, gar nichts vorwerfen“, resultierte der eingesprungene „SCS-Chef“ weiter. „Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen.“ Doch da dieses eben nicht gelang, zogen die „Eisenbahner“ in der Tabelle an den Schwarzenbekern vorbei und sind nun Tabellenelfter, während der SCS auf den vorletzten Rang abgerutscht ist – aber keinerlei Gefahr ob eines möglichen Abstiegs in die Kreisliga hat. Das Schlusslicht TuS Hamburg – lediglich der Tabellenletzte steigt ab, da der SVCN II und der FC Bergedorf 85 frühzeitig abgemeldet hatten – ist nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen den SC Wentorf drei Spieltage vor Schluss bereits abgestiegen.

ETSV: Einfeldt; Hinz (62. Ohmsen), Becker, Weigel, Schlufter; Gür, Guasch Pla; Grönsel (71. Dede), Briese, Uebachs (73. Lilje); Göde
SCS: Bleck; Nowak, Weber (67. Oertel), Grottke; Krebs (67. von Frieling), Hanich, Kuß, Schner; Johns, Lüders (79. Melsbach), Sen