„Gefühlt 40 Chancen nicht genutzt!“ – SC Vier- und Marschlande II scheidet gegen TuS Osdorf II aus

Und wieder eine Chance vergeben: SCVM II-Stürmer Alexander Behrens kann es nicht mehr mit ansehen. Foto: Herzog

TuS Osdorf II – SC Vier- und Marschlande II 4:0 (1:0)
Holsten-Pokal, Achtelfinale (So., 09.12.18, 12.30 Uhr)

Da wäre es beinahe schon vor dem Achtelfinale des Holsten-Pokals gegen den TuS Osdorf II (Kreisliga 7) für den SC Vier- und Marschlande II (Bezirksliga Süd) in die Hose gegangen. Bei der Freigabe der Aufstellung im DFB.net fiel den Gästen auf, dass Neuzugang Tobias Scharnweber bereits beim SCVM III im Pokal eingesetzt worden ist und somit nicht spielberechtigt gewesen wäre. So hieß es also wieder umziehen und duschen für den Spieler. „Das wäre es noch, dass wir dadurch am grünen Tisch verlieren“, so der O-Ton der Gäste-Verantwortlichen vor der Partie. Der als Zuschauer anwesende Erik Wegner (SCVM I) rutschte dafür in den Kader und nahm auf der Bank Platz. Dass die Hausherren so einen Ausrutscher gar nicht benötigten, damit rechneten wohl nur wenige Zuschauer.



SCVM II rennt an – Osdorfs Marc Eggerstedt mit Sonntagsschuss zur Führung

Die „Red Devils“ begannen stark, hatten prompt einige Abschlüsse zu verzeichnen. Doch weder Kay Jacobsen, noch Thorben Richardt konnten ihre Möglichkeiten nutzen. Die erste dicke Chance der Hausherren hatte Kevin Mixdorf nach 15 Minuten. Er verzog jedoch deutlich freistehend vor SCVM II-Schlussmann Janik Mahr. In der 29. Minute probierte es Benjamin Pehmöller aus der Distanz. Seinen Schuss aus 35 Metern lenkte Mahr zur Ecke, in Folge derer das 1:0 entstand. Marc Eggerstedt bekam die abgewehrte Ecke auf seinen starken rechten Fuß serviert und schloss vom Sechzehnereck ab. „Ich wollte ihn aufs lange Eck ziehen, dass ich ihn so treffe, ist natürlich auch Glückssache. Der Torwart hat ihn eigentlich, lenkt den Ball dann ins Tor. Gut für uns!“, freute sich Torschütze Eggerstedt.

Die Gäste zeigten sich unbeeindruckt und spielten weiter munter nach vorne. Doch Anton Karau (35.), Alexander Behrens (39.) und auch Peer Wegner (41., 44.) brachten das Spielgerät nicht im Tor vom gut reagierenden Keeper Dennis Werth unter. „Wir haben gefühlt 40 Torchancen nicht genutzt. Die Abschlüsse waren zu zentral oder der Torwart hat gut gehalten“, haderte Übungsleiter Olcay Günay mit dem betriebenen Chancenwucher seiner Mannen. Nach dem Pech hatten die Vierländer dann wieder Glück, als Mixdorf in der 45. Minute erneut verzog und es somit lediglich mit eine. 0:1-Rückstand in die Pause ging.

SCVM II verschläft Anfangsphase in Durchgang zwei – TuS Osdorf II eiskalt

„Wir haben damit gerechnet, dass der SCVM II, der eine sehr gute Mannschaft hat, die ersten 15 Minuten in Halbzeit zwei richtig Gas gibt. Aber stattdessen brachten sie sich selbst in Bedrängnis. Das haben wir anders erwartet und war schon enttäuschend“, erklärte Osdorfs Trainer Daniel Schulz seine Ansicht über das Abwehrverhalten der Gäste. SCVM-Keeper Mahr legte unfreiwillig perfekt für Osdorfs Glen-Marc Liebscher auf, doch der Sturmtank nahm das „Geschenk“ nicht an und setzte den Ball übers Tor (46.). Keine 60 Sekunden später konnte Schlussmann Mahr einen Fehler seiner Vorderleute ausbügeln, war dann bei einem Flachschuss von Eggerstedt zum 2:0 aber machtlos (47.) – das zweite Tor des Offensivmanns. In der 55. Minute dann die Entscheidung: Mixdorf setzte Liebscher in Szene – trockener Abschluss zum 3:0! „Das Spiel haben wir in diesen zehn Minuten verloren. Bis dahin war noch alles offen“, haderten die mitgereisten Zuschauer treffend.

Danach stellte Gäste-Coach Günay auf eine Dreierkette um und sah fortan, wie seine Spieler weiter anliefen. Es sollte aber einfach nicht sein, die Kugel wollte nicht ins Tor. Mario Timmann (in den Fangzaun, 58.), Alexander Behrens (an die Latte, 69.) und Peer Wegner (am Tor vorbei, 74.) verpassten den Anschlusstreffer. Osdorf war in der Folge allerdings auch nicht ungefährlich, setzte immer wieder Konter und besiegelte das Ausscheiden des SCVM II mit einem verwandelten Handelfmeter zum 4:0 durch Glen-Marc Liebscher in der Nachspielzeit (90. +1). „Wir haben verdient gewonnen. Vielleicht ist das Ergebnis am Ende etwas zu hoch ausgefallen. Der Gegner hatte im Gegensatz zu uns heute extrem viel Pech im Abschluss. Wir haben die Bälle gut gehalten und viele Zweikämpfe gewonnen. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann clever gemacht“, resümierte Schulz den deutlichen Erfolg und den damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale. Seinen Gegenüber Günay machte der Chancenwucher zu schaffen: „Für mich ist es eigentlich schwer in Worte zu fassen, aber Osdorf hat es verdient. Sie waren kämpferisch mehr da, der Keeper hat gut gehalten. Wenn wir unsere Chancen nutzen, läuft es anders ab. Aber so ist es im Fußball nun mal. Wir verlieren zusammen und gewinnen zusammen als Team, ich möchte niemandem die Schuld zuweisen.“ Trotz des Ausscheidens zieht der SCVM-Coach ein positives Fazit des ersten halben Jahres: „Wir müssen zufrieden sein. Wir sind Dritter in der Liga, im Pokal ins Achtelfinale gekommen. Damit hat keiner, auch ich nicht, gerechnet. In 2019 gucken wir nur noch von Spiel zu Spiel, ohne Ziele herauszugeben.“

TuS Osdorf II: Werth; Ehlert, Wolst, Blume (89. Manaz), Bernhard (84. Fauvin); Bode, Pehmöller, Eggerstedt, Mixdorf (90. Leßner); Liebscher, N. Schulz
SCVM II: Mahr; Timmann, Toll, Stut, Richardt (59. E. Wegner); P. Wegner, Gathmann; Gosch (52. Mülter), Karau (89. Rickler), Jacobsen; Behrens

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: