Geführt und dann keine Einstellung gezeigt: Düneberg verliert verdient gegen Bramfeld

Platt nach der Pleite: Die Spieler des Düneberger SV sind nach dem 1:3 geknickt. Foto: Herzog

Düneberger SV – Bramfelder SV 1:3 (1:0)
Landesliga Hansa, 24. Spieltag (Sa., 06.04.2019, 15.00 Uhr)

„Den hält nicht mal ein Bundesliga-Keeper, aber er!“, konnte sich Mirko Schulz, Co-Trainer des Bramfelder SV, einen Spruch nicht verkneifen. Mit „er“ war Dünebergs Schlussmann Vincent Wojatzek gemeint. Mit „den“ meinte er einen satten Schuss von Kevin Mellmann aus 20 Metern. Der Ball sprang an den Pfosten und hatte so einen Drall, dass er in die Arme des schon geschlagenen Keepers flog. Das erinnerte etwas an Oliver Kahn im Spiel gegen den BVB aus dem Jahr 2001, als ein Freistoß von Tomas Rosicky an den Pfosten und dann in Kahns Arme fiel. Dies war die zweitbeste Chance der Gäste aus Bramfeld im ersten Durchgang, datiert aus der 44. Spielminute. Die beste Möglichkeit hatte Marcel Perz. Seinen Kopfball aus kurzer Distanz entschärfte Wojatzek mit dem Fuß (30.). Zuvor gingen die Hausherren in Führung. David Özcerkes spielte einen langen Ball auf Angreifer Tolga Cosgun, der diesen gefühlvoll zum 1:0 im Tor unterbrachte (23.).

Konzentrationsmangel beim DSV, Bramfeld mit Respekt vor dem Gegner

Dennis Tornieporth war nicht angetan von der Leistung seines Teams. Foto: Herzog

Bis zu diesen Szenen war es ein schwaches Spiel. Irgendwie ein typisches „Kann nicht gegen will nicht“-Duell. Die Düneberger, die in diesem Jahr schon viel ansprechendere Leistungen gezeigt hatten, spielten viele Fehlpässe, sodass sich Cosgun diesbezüglich zu Wort meldete. „Was sind denn das für Pässe man?“, fragte er laut. Sein Trainer hatte mit „Konzentrationsmangel ist das!“, prompt die Antwort parat. Und die Bramfelder? Die wirkten gehemmt. Wusste man ja von der eigentlichen Qualität der Hausherren. „Wir haben uns richtig schwer getan, hatten auch deutlichen Respekt vor Düneberg. Wir sind erst nach dem Rückstand wach geworden“, erklärte Coach Carsten Henning später. Zum Ausgleich dauerte es dann bis zur 57. Minute, als Perz punktgenau auf Milos Ljubisavljevic spielte. Danach hätte Perz schon alles klar machen können. Der Offensivmann traf den Pfosten (58.), dann vergab er per Flugkopfball (60.) und brachte im Anschluss die Latte zum Wackeln (62.). Erst in der 73. Minute belohnte sich Perz und schloss aus 20 Metern trocken ab – das Spiel war gedreht.

Bramfeld bleibt Tabellenführer, Düneberg war es zu warm

Weitere gute Einschusschancen ließen die Gäste zunächst aus. Doch Gefahr für das eigene Tor gab es nicht, die Düneberger waren platt, ausgepumpt und überhaupt nicht mehr bei der Sache. Der eingewechselte Juro Julardzija machte mit seinem 3:1 schließlich den Deckel drauf (88.) und fügte den Hausherren die 17. Niederlage zu. Für die Bramfelder heißt es weiterhin: Tabellenführer in der Landesliga Hansa. „In der zweiten Halbzeit hatten wir ein deutliches Chancenplus. Wir hätten das Ergebnis leicht hochschrauben können, aber wir wollen nicht unzufrieden sein. Wir haben gewonnen und daher alles richtig gemacht“, freute sich Henning, der den anschließenden Mannschaftsabend entspannt angehen konnte. Auf der anderen Seite war der enttäuschte Trainer Dennis Tornieporth überhaupt nicht zufrieden, im Kreis mit seinem Team stellte er ein „Armutszeugnis“ aus und wurde im Gespräch noch deutlicher. „Das war eine klare und verdiente Niederlage. Gegen Bramfeld muss man nicht gewinnen. Aber von der Einstellung her hat es mir heute nicht gepasst. Mir ist die Ausrede zu einfach, wie ich sie schon gehört hab. Dass es heute warm ist, das gilt für Bramfeld ja auch. Wir haben einfach zu viele Stellungsfehler gemacht und es wurde sich nicht an taktische Absprachen gehalten, da verliert man halt 1:3 gegen Bramfeld. Nächste Woche muss das Spiel gegen Inter 2000 ohne wenn und aber gewonnen werden“, so Tornieporth abschließend.

DSV: Wojatzek; Pauels, Behrens, Jeremias, Gottschalg (57. Ketschojan); Wöhl (65. Siepelt), Bektas, Özcerkes, Utecht (69. El Osman); Scharnberg; Cosgun
BSV: Rehnert; Westphal, Remark, Bahn; Skalnik, Müller (69. Sadownik), Stoppel, Mellmann, Ljubisavljevic (84. Julardzija); Perz, Polzin (78. Ntiri)

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: