Gegen einen Regionalligisten bei 36 Grad: Düneberger SV verkauft sich teuer gegen den Hamburger SV II

Freundliche Begrüßung für den HSV II: DSV-Kapitän David Özcerkes überreicht Sebastian Haut einen Wimpel und Blumen. Foto: Vahlendieck

Düneberger SV – Hamburger SV II 0:6 (0:2)
Testspiel, (So., 30.06.19, 14.00 Uhr)

Es lief die 59. Minute im Testspiel zwischen dem Düneberger SV und dem Hamburger SV II, als Dünebergs Jannik Wöhl beim Stand von 0:2 eine Flanke von der rechten Seite genau auf den Fünfmeterraum des Regionalligisten brachte. DSV-Stürmer Dennis Utecht kam heran geflogen und köpfte das Spielgerät druckvoll auf das Gehäuse. Doch der Ball flog einige Zentimeter über den Querbalken hinweg. Ein lautes Raunen ging durch das mit 184 zahlenden und insgesamt rund 300 Zuschauern gut besetzten Stadion in Geesthacht. „Den kann man machen“, war auf der Ersatzbank des Landesligisten zu hören. „In drei Wochen macht er den. Ein Kopfballpendel haben wir noch nicht. Das baue ich vielleicht für ihn auf“, sagte DSV-Trainer Dennis Tornieporth nach der Partie, die im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Düneberger Vereinsjubiläum ausgetragen wurde, mit einem Schmunzeln im Gesicht. So ließ Utecht die große Möglichkeit, auf 1:2 zu verkürzen, liegen.

Das kuriose an dieser Szene: Nach dieser ausgelassenen Tormöglichkeit – der einzigen gefährlichen – klappte beim Geesthachter Stadtteilverein nicht mehr viel. So kassierte die Tornieporh-Elf in der Folge binnen fünf Minuten drei Gegentreffer. Dadurch schraubte der Favorit das Ergebnis nach der 2:0-Halbzeitführung in kürzester Zeit auf 5:0. In Anbetracht dieses Ergebnisses und dem Nachlassen der eigenen Kräfte kamen die heißen Temperaturen bis zu 36 Grad noch erschwerend hinzu. Das machte das Leben der DSV-Kicker nicht unbedingt leichter. Neben den Trinkpausen wurde beinahe keine Möglichkeit ausgelassen, sich mit den an den Seitenlinien positionierten Wassereimern zu erfrischen. Lediglich in der Schlussphase wehte ein leichter Wind. So hatte der HSV II das Geschehen auf dem Platz im Griff, so sorgte der leichte Windstoß für Unordnung auf der Ersatzbank der ‚Rothöschen‘: Aus einer Taktikmappe lösten sich zahlreiche Zettel, die einige Meter auf der angrenzenden Tartanbahn entlang flogen. Trainer und Betreuer waren bemüht, diese wieder einzufangen. Als alle Papiere wieder geordnet waren, fiel auf dem Platz auch der letzte und sechste Treffer zum 6:0-Endstand für den favorisierten Regionalligisten.

HSV II-Trainer Drews über den DSV: „Sie haben viel Engagement gezeigt. Großes Lob!“

HSV II-Trainer Hannes Drews sprach dem Düneberger SV ein großes Lob aus: Foto: Vahlendieck

„Es war ein durchwachsener Auftritt, der für den Start aber ganz in Ordnung war. Sicherlich haben wir in einigen Bereichen noch viel Luft nach oben. Vom Willen her kann ich den Jungs nichts absprechen. Sie haben Gas gegeben und die ganze Woche intensiv trainiert. Wir freuen uns, dass wir hier sein durften. Die Bedingungen waren gut – fast zu heiß“, analysierte der neue HSV II-Coach Hannes Drews die Leistung seiner Mannschaft im ersten Testspiel der Vorbereitung. Auch für den DSV war es die erste Partie. „Unser Manager Andreas Kreutzer hatte ja gesagt, alles unter 0:10 sei vertretbar. Die Meinung konnte ich nicht teilen, ich bin da schon etwas ambitionierter. Aber wie wir uns gegen eine Profi-Mannschaft präsentiert haben, das war völlig in Ordnung. In der ersten Halbzeit fallen die beiden Tore durch zwei individuelle Fehler. Im zweiten Abschnitt haben sie dann mehr Feuer reingebracht – das haben wir aber ganz gut überstanden und hatten sogar zwei, drei Entlastungsangriffe. Da hätten wir gerne den Ehrentreffer erzielen können. Aber mit dem 0:6 kann ich gut leben. Die Jungs haben gut gearbeitet und für den jetzigen Stand haben sie das richtig gut gemacht“, lobte ‚Tornie‘ seine Schützlinge.

Lob gab es auch von den Hamburgern, bei denen Matti Steinmann zum Aufgebot zählte, aber nicht zum Einsatz kam. „Sie haben sehr kompakt verteidigt. Es war für uns nicht einfach, dort durchzukommen. Es hat ja auch lange gedauert, bis das erste Tor gefallen ist. Sie haben viel Engagement gezeigt. Großes Lob! Ich wünsche dem Düneberger SV für die Saison alles Gute und dass sie ihre Ziele auf jeden Fall erreichen“, fand Drews positive Worte in Richtung des DSV. So war es für alle Beteiligten ein gelungener Nachmittag, der nach den 90 Minuten, die der Dassendorfer Schiedsrichter Adrian Höhns mit seinen Assistenten Mike Franke und Michael Zühlke souverän über die Bühne brachte, bei einem gemeinsamen Essen beider Mannschaften mit 54 Personen im Gasthaus Hagen in Geesthacht einen passenden Abschluss fand. „Ein schönes Erlebnis und ein toller Abschluss der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum“, resümierte Tornieporth die Erlebnisse am Sonntagnachmittag (30.06.19).

Torfolge: 0:1 Gentrit Limani (25.), 0:2 Herdi Bukusu (42.), 0:3 Maximilian Geißen (63.), 0:4 Arianit Cerati (64.), 0:5 Khaled Mohsen (68.), 0:6 Ogechika Heil (88.)

DSV: Kikillus (46. Wojatzek); Pauels, Behrens, Wolter; Voigt (46. Tunc), El Osman (70. Voigt), Özcerkes, Wöhl; Faqiri, Utecht; Cosgun (46. Elghrari)
HSV II: Schauer; Schneider, Pinckert, Haut, Kwame (46. Kabuya); Geißen, Limani (46. Kwarteng); Huber (46. Mohsen), Ferati, Fagerström (46. Heil); Bukusu

Eine Bildergalerie von Henrick Vahlendieck: