Geglückte Revanche und vier ehemalige Spieler besiegt: SVCN triumphiert im Hammer Park!

Während sich HUFC-Keeper Frederic Böse über den Gegentreffer ärgert, drehen Marco Schubring (li.) und Hamed Mokhlis ab zum Jubel. Foto: Bode

Hamm United FC – SV Curslack-Neuengamme 2:4 (1:2)
Lotto-Pokal, 2. Runde (Di., 06.08.19, 18.30 Uhr)

Sebastian Spiewak musste erstmal nachzählen. „Freddy (HUFC-Keeper Frederic Böse, Anm. d. Red.), Flo (HUFC-Spieler Florian Klein, Anm. d. Red.), Landau (HUFC-Spieler Jan Landau, Anm. d. Red.) und Sousa (HUFC-Spieler Adrian Sousa, Anm. d. Red.). Stimmt, vier Stück. Wunderbar, das freut einen umso mehr, dass wir vier Dinger gemacht haben“, gab der Defensivspezialist des SV Curslack-Neuengamme nach dem erfolgreichen Zweitrundenmatch des Lotto-Pokals gegen den Hamm United FC mit einem Schmunzeln zu Protokoll. Gegen den mit gleich vier ehemaligen Curslackern bestückten HUFC gelang dem SVCN mit diesem 4:2-Erfolg in einem sehr attraktiven Pokalspiel die geglückte Revanche zur 0:2-Niederlage und dem damit verbundenem Ausscheiden vor einem Jahr. „Selbstverständlich war diese Niederlage immer noch Thema. Im vergangenen Jahr waren sie noch in der Landesliga und somit noch mehr in der Underdog-Rolle. Wir wollten sie nach der Aufstiegseuphorie und zwei Siegen in der Oberliga bremsen und zeigen, wo der Hammer hängt“, erklärte Spiewak, der neben den Offensivspieler Marco Schubring, Hamed Mokhlis und Timo Lenz aus einer starken, geschlossenen Mannschaftsleistung herausstach.

Dieser starke Auftritt der Vierländer begann von der ersten Minute. Das Team von Trainer Matthias Wulff startete im Hammer Park vor 220 Zuschauern wie die Feuerwehr. Durch zwei Mal Mokhlis, Florian Rogge und Lenz kamen die Gäste in der ersten Viertelstunde zu vier Abschlüssen (3., 8., 9., 12.). Doch der erste Treffer gelang den Gastgebern durch einen der vier Ex-Curslackern – Adrian Sousa (23.). „Die erste Halbzeit haben wir absolut dominiert. Das erste Tor für Hamm war beinahe ein Geschenk von uns, weil in dieser Situation die Mitte komplett offen war und, dass Adrian Sousa diese Qualität hat, wissen wir“, gab auch Spiewak zu. Dennoch ließen sich die Wulff-Schützlinge nicht beirren und spielten weiterhin ansehnlich sowie mit viel Tempo nach vorne – und drehten noch vor der Pause die Partie durch die Treffer von Schubring und Mokhlis (27., 43.). „Ich hatte durchgehend das Gefühl, dass wir wieder zurückkommen werden“, bestätigte auch Spiewak. Der Auftritt der Gäste vom Gramkowweg in den ersten 45 Minuten wurde auch von den Hausherren respektiert. „In der ersten Halbzeit habe ich bisschen Panik gehabt, was Curslack für ein Tempo nach vorne gegangen ist“, sagte HUFC-Manager Jassi Huremovic nach der Partie.

HUFC wird stärker und verkürzt, SVCN muss zittern und Ecken-Festival überstehen

Doch dieses angesprochene Tempo wurde im zweite Durchgang weniger. Dadurch kam das von Sidnei Marschall trainierte Team von Hamm United immer besser in die Partie. So gehörten Sousa, Klein, Landau und Kapitän Stephan Rahn die ersten Abschlüsse im zweiten Abschnitt (47., 49., 52., 54.). In der 66. Minute hatte der HUFC dann aber Glück nicht mit 1:3 in Rückstand zu gehen, als Spiewak per Kopf nur den Querbalken traf. 180 Sekunden später kam es dann zum Knackpunkt, wie Marschall später beschrieb. Nach einem Foulspiel auf Höhe der Mittellinie an Mokhlis sah der bereits mit Gelb verwarnte Sebastiao Mankumbani die Ampelkarte (69.). Und es kam noch dicker für den Oberliga-Aufsteiger: Nach einem starken Solo von Schubring und anschließender Flanke nickte Moritz Kühn zum 3:1 für den SVCN ein (73.). Nun schien die Partie gelaufen zu sein. Die Gäste hatten im weiteren Verlauf noch die ein oder andere Gelegenheit vorzeitig alles klar zu machen, ließen diese Chancen aber teils fahrlässig liegen. So wurde es zwei Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit nochmal spannend, als Sousa mit seinem zweiten Treffer auf 2:3 verkürzte (88.). Und als die 90 Minuten schon längst vorüber waren, kam die Marschall-Equipe noch zu einigen Standards. Doch daraus schlugen sie kein Kapital mehr und mussten in Minute 97 nach einem Eckball – auch Torwart Böse war im Curslacker Strafraum – durch Rogge, der mit dem Ball ins verwaiste Gehäuse dribbelte, den Treffer zum 4:2-Endstand hinnehmen.

„Zum Glück haben wir das Ecken-Festival in der Nachspielzeit überstanden und machen dann in der 97. Minute den Deckel drauf. Jetzt gehen wir strahlend in die 3. Runde“, sagte SVCN-Trainer Matthias Wulff auf der anschließenden Pressekonferenz, ehe er sich auf das Pokalaus vom vergangenen Jahr bezog. „Natürlich ist das ein stückweit Extra-Motivation wenn man im vergangenen Jahr hier mit 0:2 verloren hat und ausgeschieden ist. Das ist dann natürlich schön Revanche zu nehmen und nicht nochmal hier zu verlieren“, erklärte der Übungsleiter. „Wir sind sehr froh dieses Mal hier die zweite Runde überstanden zu haben. Wir wollen dieses Jahr unbedingt weit im Pokal kommen. Auch wenn der Weg noch lang ist: Mal sehen ob wir es schaffen, dass wir im nächsten Jahr noch dabei sind und möglichst dicht ans Pokalfinale kommen“, ergänzte sein ‚Co‘ Daniel Grosse. Wulffs Gegenüber haderte mit dem Auftritt im ersten Durchgang, konnte hinter der Leistung seines Teams in der zweiten Halbzeit jedoch einen Haken setzen. „Curslack hat die Qualität, eine Überzahl auszuspielen. Wir haben bis zum Schluss alles versucht und Gas gegeben. Mit der Leistung meiner Mannschaft in der zweiten Hälfte bin ich komplett einverstanden“, analysierte Marschall.

„Für Reinbek wird es das Spiel der Saison. Wir wissen alle wie es manchmal ist – siehe Dassendorf.“

Und Spiewak? Der wagte bereits den Blick auf die Partie in der 3. Runde am kommenden Dienstag (13.08.19, 18:30 Uhr) bei der TSV Reinbek. Für den Oberligisten dürfte dieses Gastspiel beim drei Klassen tiefer spielendem Kreisligisten eine Pflichtaufgabe sein? „Wobei das natürlich auch nicht zu unterschätzen ist. Für Reinbek wird es das Spiel der Saison. Wir wissen alle wie es manchmal ist – siehe Dassendorf. Deshalb dürfen wir diese Aufgabe keineswegs unterschätzen und müssen mit voller Spannung nach Reinbek fahren“, zeigte sich der erfahrene Abwehrspieler ganz professionell. Eines ist aber sicher: In Reinbek wird Sebastian Spiewak am kommenden Dienstag nicht nachzählen müssen – zumindest nicht auf wie viele ehemalige Akteure er trifft. Denn bei der TSV spielt derzeit kein Ex-Curslacker.

HUFC: Böse; Mankumbani, Klammer (46. Schirosi), Rahn, Cholevas; Schwarck, Kamalow; Landau, D’urso, Klein (90.+1 Seifert); Sousa
SVCN:
Babuschkin; Beldzik, Spiewak, Bannasch, Wilhelm; Iscan, Rogge; Kühn (87. Schlufter), Schubring (80. Radic), Mokhlis; Lenz