Hausaufgaben gemacht: Dassendorf schlägt „Cordi“ – die urlaubenden TuS-Offiziellen freut’s

Dassendorfs Kristof Kurczynski (Mi.) wird von Benjamin Bambur (r.) attackiert. Cordi-Spielmacher Sascha de la Cuesta schaut zu. Foto: Herzog

TuS Dassendorf – Concordia Hamburg 1:0 (0:0)
Oberliga Hamburg, 29. Spieltag (Sa., 13.04.2019, 13.00 Uhr)

Alles war wie gewohnt angerichtet für das Oberliga-Heimspiel der TuS Dassendorf. Die 134 zahlenden Zuschauer verteilten sich rund um den Rasenplatz am Wendelweg. Nur die Ecke links neben der Heim-Auswechselbank blieb zu Spielbeginn frei. Dort stehen eigentlich Heimspiel für Heimspiel die Dassendorfer Funktionäre um Sportchef Jan Schönteich, Ligamanager Alexander Knull und Fußball-Abteilungsleiter Frank Flatau. Beim Duell mit Concordia Hamburg fehlten aber alle drei in der Anfangsphase. Während Schönteich im Skiurlaub in Österreich weilt, trudelte Knull Mitte des ersten Durchgangs direkt von seinem Familienurlaub auf Fehmarn am Wendelweg ein. Und auch Flatau kam im Laufe des ersten Abschnitts direkt vom Düsseldorfer Flughafen aus seinem Karibik-Urlaub. „Ein bisschen Jetlag habe ich schon noch“, erzählte der nun braun gebrannte Abteilungsleiter. Doch für ihre TuS tun sie eben alles. Und die Spieler belohnten das Kommen ihrer Offiziellen mit einem kämpferisch überzeugenden, aber fußballerisch eher unrühmlichen 1:0-Arbeitssieg.

Kurczynski gelingt nach doppeltem Doppelpass das Tor des Tages

Mattia Maggio wird von Cordi-Keeper Frederic Böse am Einschuss gehindert. Foto: Herzog

Die Gastgeber legten ansehnlich los, kamen durch Samuel Louca (3.) und Mattia Maggio (7.) zu ersten guten Gelegenheiten. Doch an diesem Tag, das sahen nach dem Schlusspfiff alle Anwesenden unisono, war der stark auferlegte Cordi-Keeper Frederic Böse nur schwer zu überwinden. Nach neun Minuten kamen dann auch die Gäste durch Rechtsaußen Chris Heuermann zur ersten Möglichkeit. Anschließend wurde es etwas ruhiger, das Wetter wurde schlechter: Auf den strahlenden Sonnenschein folgte stürmischer Regen und teils sogar Hagel. Dassendorfs Maggio umspielte Böse, lief mit dem Ball aber ins Aus (26.), Cordis Pascal El-Nemr zielte neben das Tor (28.). Den eine Minute darauf folgenden Versuch von Kristof Kurczynski parierte erneut Böse in inzwischen starkem Schneetreiben ebenso souverän wie Maggios Schussversuch kurz vor der Pause (42.). „Wir haben es gut gemacht, anfangs aber auch ein bisschen Glück gehabt, dass Dassendorf die Chancen nicht verwertet“, bilanzierte Böse gegenüber BOLZJUNGS den ersten Durchgang.

Nach dem Wiederanpfiff erwischte dann „Cordi“ den besseren Start, doch Heuermann (52.), Maurizio D’urso (56.) und Sascha de la Cuesta (57.) scheiterten. Auch als die Gäste von Schiedsrichter Michael Ehrenfort (TuRa Harksheide) einen indirekten Freistoß aus 15 Metern zugesagt bekamen – TuS-Schlussmann Chris Gruhne erhielt Gelb wegen Meckerns – war das Glück nicht mit den Concorden. So waren es die Dassendorfer, die durch eine wirklich überragende Kombination mit jeweils nur einem Ballkontakt über Maximilian Dittrich, dem eingewechselten Mark Hinze und dem Torschützen Kurczynski in Führung gingen (73.) – inzwischen hatte sich auch wieder die Sonne über dem Wendelweg blicken lassen. Anschließend spielte die TuS die Führung runter. Concordias de la Cuesta sah nach einem harten Einsteigen von hinten an Hinze in der Nachspielzeit noch die Rote Karte (90.+2). Mehr sollte nicht mehr passieren. Am Ende sprach TuS-Trainer Jean-Pierre Richter von einem „nicht unbedingt verdienten, aber hart erlaufenen und erarbeiteten Sieg“.

„Natürlich glaube ich noch an die Meisterschaft!“

„Dasses“ Jean-Pierre Richter erklärt Maggio sein Vorhaben. Foto: Herzog

Auf der ursprünglich mangels anwesender Dassendorfer Offizieller abgesagten Pressekonferenz – letztlich übernahm Knull – stellte Richter ebenso klar: „Natürlich glaube ich noch an die Meisterschaft!“ Der 32-Jährige wusste aber auch: „Wir hatten unglaublich große Probleme, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Cordi hat uns das sehr sehr schwer gemacht, wir mussten sehr viele Wege gehen. In der Umsetzung unserer Spielidee hat es heute aber häufig gehapert.“ Sein Gegenüber Frank Pieper von Valtier ging mit dieser Meinung konform: „Aus meiner Sicht waren es drei glückliche Punkte für Dassendorf. In der ersten Halbzeit war es ein offenes Spiel, allerdings mit einem Chancenplus für Dassendorf. Von daher gehen wir etwas glücklich mit 0:0 in die Pause, haben uns aber auch viele Probleme selbst bereitet, weil wir es vermieden haben, die einfache Lösung zu favorisieren. In der zweiten Halbzeit haben wir dann deutlich früher gepresst, hatten die Partie im Griff und haben dreißig Minuten lang dominiert. Es war sehr ärgerlich, dass wir aus unseren Chancen kein Tor gemacht machen.“

Nach der Pressekonferenz wollte sich Dassendorfs Ligamanager Knull dann noch einmal offiziell bei einer „Aushilfe“ an diesem Tag bedanken: Gonne Gruel, Betreuer der zweiten Herren, half vor der Partie bei den organisatorischen Angelegenheiten aus. „Der wird getränketechnisch noch von uns eingedeckt werden“, schloss Knull am Ende eines ob der drei Punkte gelungenen Tages und dürfte sich nach der langen Rückfahrt aus dem Urlaub erst einmal etwas Schlaf gegönnt haben.

TuS: Gruhne; Büchler, Aust, Lenz, Carolus; Louca (68. Hinze); Maggio (87. Saqib), Möller, Dettmann (46. Blohm), Dittrich; Kurczynski
Cordi: Böse; El-Nemr, Rohweder, Vierling, Bober; Pinner (43. Kastl); Heuermann (86. Labiadh), de la Cuesta, Bambur, D’urso; Baur (81. Marstaller)

Eine Fotogalerie von Maurice Herzog: