Heimmacht an der Hamfield: SV Börnsen gewinnt auch gegen den Spitzenreiter Oststeinbeker SV

Die Börnsener konnten auch im Duell mit Spitzenreiter Oststeinbek drei Punkte bejubeln. Archivfoto: Herzog

SV Börnsen – Oststeinbeker SV 2:1 (1:1)
Bezirksliga Ost, 22. Spieltag (Sa., 16.03.19, 15.00 Uhr)

Diese Bilanz ist absolut sehenswert! Der SV Börnsen bleibt in der Bezirksliga Ost an der „Hamfieldroad“, wie der Verein seine heimische Sportanlage nennt, weiterhin ungeschlagen. Selbiges gelang bislang nur dem Spitzenduo ASV Hamburg und Oststeinbeker SV. Der SVB feierte nämlich am Samstagmittag (16.03.19, 15.00 Uhr) einen weiteren Heimsieg – und das gegen den Spitzenreiter OSV. Das Titelrennen zwischen dem ASV und Oststeinbek ist damit wieder völlig offen, die Börnsener rücken vorerst auf Rang drei vor.

Trainerfrau als Orakel – „unendliche Gier in den Augen“ der Börnsener

„Co“ Alexander Kaya musste sich mit dem OSV mit 1:2 geschlagen geben. Archivfoto: Herzog

Nach dem ausgiebigen Jubel über den nächsten Heimsieg – der SVB gewann auf demselben Platz zu derselben Zeit bereits vergangenes Wochenende gegen den SC Eilbek (5:1) – hatte Börnsens Trainer Dennis Tesch eine interessante Anekdote parat. „Beim Frühstück vor dem Spiel sagte mir meine Frau, dass ja meistens alles gut läuft, wenn die Aussichten eher beschaulich sind“, erklärte der Übungsleiter. Beschauliche Aussichten, da der Gastgeber personell aktuell eher auf dem Zahnfleisch läuft. Lediglich zwei Auswechselspieler der „Ersten“ saßen auf der Bank, die restlichen Reservekräfte kamen aus der A-Jugend oder zweiten Herren, die wenige Minuten vor dem Anstoß gegen den OSV selbst einen 4:0-Kantersieg gegen den Düneberger SV II (Kreisliga 3) bejubeln durfte. Doch unmittelbar vor dem Anstoß war sich Tesch dann auch selbst sicher, dass es gegen den Spitzenreiter nur positiv laufen kann.

„Ich war aufgrund organisatorischer Dinge nicht beim Warmmachen dabei. Als ich dann in die Kabine gegangen bin, habe ich den Jungs in die Augen geschaut und diese unendliche Gier in ihren Augen gesehen“, berichtete der Coach. „Ich war kurz davor, das erste Mal in meiner Trainerkarriere vor dem Spiel gar nichts zu sagen, weil die Jungs so heiß waren. Ähnlich war es dann auch im ganzen Spiel!“ Auch bei den Gästen aus Stormarn fehlten in Maximilian Grünberg, Kapitän Dave Fehlandt oder auch Youness Sbou wichtige Akteure. Bereits früh entwickelte sich das Duell zu einem Topspiel, das seinen Namen verdient hatte. SVB-Kapitän Marcel Hamester war es dann in Minute 20, der die Gastgeber – wenn auch überraschend – in Führung brachte. In der Folge hatte der OSV einige Torgelegenheiten, doch zum Erfolg kamen sie erst nach 37 Minuten, als Mittelstürmer Erdinc Örün den 1:1-Ausgleich besorgte (37.). Kurz vor der Pause gab es dann den nächsten Rückschlag für den SVB. Finn Bern sah nach einem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (45.). Oststeinbeks Co-Trainer Alexander Kaya, der sich mit Chefcoach Simon Gottschling für eine aufgrund des engen Platzes gewählte und ungewohnte 3-3-3-1-Variante entschieden hatte, gab in Bezug auf diese Szene zu: „Da muss man für den Börnsener keinen Platzverweis geben.“

SVB 45 Minuten in Unterzahl – Auch Oststeinbeks Kochsiek sieht die Rote Karte

Börnsens Alexander Tamm besorgte den 2:1-Siegtreffer. Archivfoto: Herzog

Die Gastgeber mussten somit eine ganze Halbzeit in Unterzahl spielen – und das gegen den Spitzenreiter. Doch die eingangs angesprochene „unendliche Gier“ war es, die das Team aus Sicht ihres Trainers im Spiel hielt. „Das war ein großartiger Fight, ein sehr intensives Spiel. Aber es war 90 Minuten dieses Gefühl da, dass auch in Unterzahl hier was geht“, lobte SVB-Coach Tesch sein Team. Und dieses Gefühl sollte sich bewahrheiten. Denn Alexander Tamm besorgte schließlich die erneute Führung (65.) – und diese sollte bis zum Schlusspfiff bestehen bleiben.

Eine unschöne Szene ereignete sich dann noch in der Schlussphase. Oststeinbeks Maximilian Kochsiek sah für ein hartes Einsteigen an Patrick Steffens die Rote Karte (86.). „Beide grätschen, der Börnsener schreit, ich von außen und weit weg habe es als Gelbe Karte gesehen. Als Maxi (der vom Feld verwiesene Kochsiek, d. Red.) dann zu uns kam, meinte er aber, dass er den Börnsener am Sprunggelenk getroffen hat. Somit geht das in Ordnung und an dieser Stelle gute Besserung an den Börnsener“, sagte OSV-„Co“ Kaya in fairer Manier, um anschließend in die Analyse zu gehen: „Das Spiel müssen wir eigentlich aufgrund des Ballbesitzes und der Torchancen gewinnen. Wir machen unsere Chancen nicht rein.“ In Bezug auf den Kampf um die Tabellenspitze erklärte er: „Der Kampf um Platz eins war schon vor der Niederlage offen. An der Dramatik hat sich nichts geändert. Klar wäre ein Sieg in Börnsen ein Big Point gewesen! Aber ich habe immer gesagt, dass es sich bis zum letzten Spieltag hinziehen wird.“ Von seinem Gegenüber und SVB-Trainer Dennis Tesch gab es am Ende noch einen Satz als Resümee für diesen Heimspieltag: „Jeder der nicht da war, hat was verpasst! Mehr ‚Hamfield‘ geht einfach nicht!“

SVB: Stephan; Rutkowski (90.+4 Knoblauch), Brinkmann, Senkpiehl, Lüdemann; Tamm, Kleinert, Rössing, Bern; Hamester (77. Bolz), Steffens (90. Gorny)
OSV: Joost; Oshoffa, Köksal, Gimeno (64. Fischer); M. Sbou, Voigt, Sejdi; Youssef Sbou (68. Aliu), Yazici, Kochsiek; Örün (90. Frers)