Heiße Endphase im Abstiegskampf der Kreisliga 3: Sechs Teams kämpfen um den Klassenerhalt!

Im Abstiegskampf der Kreisliga 3 geht es ordentlich zur Sache. Hier grätscht Börnsens Kapitän Andre Brausendorf im Duell gegen die SpVgg Billstedt-Horn. Foto: Herzog

Spätestens seit dem vergangenen Wochenende geht die laufende Spielzeit in die heiße Endphase! Besonders spannend wird es in diesem Jahr in der Kreisliga 3 – aber nicht etwa im Aufstiegsrennen mit dem wohl feststehenden Meister MSV Hamburg, sondern vielmehr im Abstiegskampf. An den verbleibenden fünf Spieltagen hat eine Mannschaft nur noch eine theoretische Chance auf den Ligaverbleib, fünf Teams kämpfen hingegen noch mit aller Macht. Und so viel ist sicher: Zwischen diesen wird es verdammt eng!

Neben der Top sechs der Kreisliga 3, die auch rechnerisch den Klassenerhalt bereits in der Tasche hat, dürften auch der SC Wentorf II (7. Platz, 36 Punkte), der SV Hamwarde (8., 36), die TSG Bergedorf (9., 33) und die TSV Reinbek (10., 31) durch sein. Diese solide Ausgangslage sicherten sich der SCW II mit einem 1:0 gegen den Willinghusener SC und die TSG mit einem 2:1 gegen den BFSV Atlantik 97 erst am vergangenen Wochenende. Doch hinter diesen Teams wird es mächtig spannend.

Dank bärenstarkem Fußballjahr 2019: SVB II mit guter Ausgangslage

So wollen sie auch am Saisonende beim SVB II jubeln. Foto: Herzog

Die Hinserie ging beim SV Börnsen II aber mal so richtig daneben. Nach den ersten 15 absolvierten Partien stand das Team vom Hamfelderedder mit dem Rücken zur Wand – und mit nur acht Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Anfang November vergangenen Jahres zogen die Vereinsverantwortlichen dann die Reißleine, trennten sich vom glücklosen Trainer Mario Friedrich und gaben fortan dessen bisherigen „Co“ Christian Somann die Verantwortung. Seit seinem Amtsantritt holte der Nachfolger vor der Winterpause starke neun von zwölf möglichen Zählern – und legte im neuen Jahr gleich nochmal nach. Lediglich gegen Spitzenreiter MSV Hamburg und den Dritten Concordia II unterlag der SVB II, ansonsten blieb Letzterer sogar ohne Punktverlust. Somit steht die Zweitvertretung von der „Hamfield“ in der Rückrundentabelle auf Rang drei!

Ein Grund für diese erfolgreiche Zeit liegt in den hochkarätigen Neuzugängen um Torhüter Björn Krüger, Söhnke Lorenz (beide erste Herren), Gerrit Knoblauch (SC Vier- und Marschlande), Jannik Krienke (Barsbütteler SV, nicht spielberechtigt) und dem aus Frankfurt zurückgekehrten Stephan Burmeister. „Es läuft tatsächlich ganz gut, das muss man so sagen. Es lässt sich mit diesem Fünf-Punkte-Polster nun etwas leichter arbeiten, da wir wissen, dass man auch mal ein Spiel verlieren kann“, erklärt Trainer Somann, ehe er einen Blick voraus wirft: „Wir haben noch ganz gut was vor uns. Gegen Altengamme II und Geesthacht wird es verdammt schwer. Aber da wir in der Rückrundentabelle direkt hinter den beiden stehen, denke ich, werden wir gegen die anderen Gegner unsere Punkte auf jeden Fall holen. Ich denke mal, dass wir noch zwei Siege brauchen, um sicher in der Liga zu bleiben.“ Gelingt ihnen dies, werde man „auf Börnsener Art mit ganz viel Schnaps, Freude und einem großen Miteinander feiern.“ Die Mannschaftsausfahrt nach Mallorca jedenfalls ist schon gebucht. BOLZJUNGS sagt: Der SV Börnsen II wird auf der balearischen Lieblingsinsel der Deutschen ordentlich Grund zum Feiern haben.

TuS mit viel Optimismus dank wichtigem Erfolg am Wochenende

Auch Melih Kavukcu wusste, dass der 2:1-Erfolg vom Wochenende im direkten Abstiegsduell mit dem Düneberger SV II „ein sehr wichtiger“ für seinen TuS Aumühle-Wohltorf war. René Sommer (14.) und Zweitherren-Leihgabe Kirill Lorenzen (20.) besorgten den 2:0-Vorsprung, ehe George Jajan für seinen DSV II den Anschlusstreffer erzielte (33.) und Aumühles Leonhard Knorr nach 39 Minuten die Gelb-Rote Karte sah. Doch der TuS brachte den Erfolg über die Zeit und steht dank diesem nun fünf Spieltage vor Schluss zwei Punkte über dem Strich. „Dieser Abstand ist vorerst natürlich ein bisschen beruhigend, aber noch nicht ausreichend und das wissen wir! Mein Gefühl sagt mir, dass die Jungs es schaffen werden! Dass sie es wollen, bestätigten die Jungs in den vergangenen Spielen schon und werden es auch in den kommenden zeigen“, gibt sich Kavukcu optimistisch.

Gelingt Patrick Lang und seinem TuS Aumühle-Wohltorf am Ende der Klassenerhalt? Foto: Herzog

Das Restprogramm sei laut dem Übungsleiter „lösbar und machbar“. Während sie im Sachsenwald noch Willinghusen und die TSV Reinbek empfangen und zudem bei der TSG Bergedorf gastieren, geht es aber auch noch gegen die beiden Spitzenteams Concordia II und Altengamme II. „Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen. Dann ist es am Ende irrelevant, welches Programm wir oder die Konkurrenten haben“, betont TuS-Trainer Kavukcu, der gegen den WSC „definitiv etwas Zählbares mitnehmen“ will, um dann beruhigter in die folgenden Spiele gehen zu können. BOLZJUNGS sagt: Gelingt es dem Team aus dem Sachsenwald, am übernächsten Freitag (26.04.19, 19.45 Uhr) auf heimischem Geläuf den direkten Konkurrenten Willinghusen zu besiegen, dürfte der Klassenerhalt der „Füchse“ nur noch Formsache sein.

Für diese beiden wird’s eng – WSC-Coach Phelps: „Meine Truppe hat das Potenzial!“

Willinghusens Benedict Kummerfeldt. Steht der WSC vor dem Abstieg? Foto: Herzog

Die Rückrunden-Tabelle spricht klar gegen diese beiden Teams: Der Willinghusener SC belegt mit gerade einmal sechs Punkten den vorletzten Rang, die SpVgg Billstedt-Horn mit vier Zählern den letzten Platz – sogar das abgeschlagene Schlusslicht FC Lauenburg sammelte in der Rückserie mehr Zähler! „Erst einmal wünsche ich allen Mannschaften viel Erfolg. Ich gönne es keinem Verein oder Kollegen, abzusteigen“, zeigt sich WSC-Trainer Maxwell Phelps fair, will natürlich vor seinem Abgang zum SV Hamwarde aber besonders selbst nicht den Abstieg verantworten müssen: „Ich hoffe, dass wir es in den direkten Duellen schaffen, unsere PS auf die Bahn zu bringen.“ In den vergangenen beiden Partien gab es jeweils eine knappe 0:1-Niederlage (SC Wentorf II, TSV Glinde II). „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Meine Truppe hat das Potenzial und denkt positiv. Wir werden unsere Hausaufgaben machen!“ Doch mit Phelps verlassen auch diverse Spieler den WSC am Saisonende, die A-Jugend rückt auf. Wird diese Mannschaft die Moral haben, den Klassenerhalt dennoch zu erreichen? BOLZJUNGS sagt: Dies könnte ein Überlebenskampf bis zur letzten Sekunde werden.

Den Gang in die Kreisklasse abwenden will natürlich auch die SpVgg Billstedt-Horn. Der Absteiger aus der Bezirksliga würde durchgereicht werden, daher weiß Trainer Andreas Brandt: „Unsere Situation ist schon recht angespannt. Ein erneuter Abstieg wäre für uns als Verein sehr bitter und muss um jeden Preis verhindert werden.“ Doch das Restprogramm zeigt: Die SpVgg hat noch alles selbst in der Hand, trifft auf die direkten Konkurrenten Düneberg II und Willinghusen. „Und in den Partien gegen Reinbek und TSG Bergedorf muss man schauen, für beide wird es um nichts mehr gehen“, hofft Brandt, der klarstellt: „Wenn man als Bezirksliga-Absteiger den Klassenerhalt in der Kreisliga gerade mal so und wahrscheinlich auch knapp verhindern kann, da hat man nicht unbedingt etwas zu feiern. Aber die Erleichterung wird schon recht groß sein.“ BOLZJUNGS sagt: Billstedt-Horn will diesen Doppel-Abstieg mit aller Macht verhindern – und könnte dies auch knapp schaffen.

DSV II: Die schwere Pleite verdaut, nun wird nach vorne geschaut

Dünebergs George Jajan (r.) im Duell mit Geesthachts Torben Krauel. Foto: Herzog

„Das wären natürlich Big Points gewesen“, ärgert sich Carsten Schruhl nach dem 1:2 seines Düneberger SV II im direkten Abstiegsduell mit dem TuS Aumühle-Wohltorf. Doch die Leistung seines Teams macht dem Trainer Mut: „Wir waren die bessere Mannschaft. Daher bin ich noch immer sehr optimistisch.“ Drei Punkte hat die Mannschaft vom Silberberg Rückstand aufs rettende Ufer – und in zwei Wochen steht ein richtungsweisendes Spiel an. Es geht zur SpVgg Billstedt-Horn. Es folgen das schwere Heimspiel gegen Spitzenreiter MSV, der Pflichtsieg gegen Schlusslicht FC Lauenburg, ein weiteres Abstiegsduell bei Willinghusen sowie am letzten Spieltag am heimischen Silberberg die Partie gegen das Spitzenteam Concordia II. „Die Erfahrung zeigt, dass wir uns vor allem gegen die unten stehenden Teams sehr schwer tun. Trotzdem bin ich sicher, dass diese Serie irgendwann einmal reißen wird. Wenn wir die Spiele gegen die Konkurrenten von unten gewinnen sollten, dann sollte der Klassenerhalt drin sein“, ordnet Schruhl die schwierige Situation ein. Logisch, dass der Übungsleiter da noch gar nicht ans Feiern denken mag. „Das werden wir spontan machen. Beim letzten Heimspiel, wenn der Klassenerhalt fix sein sollte, werden wir sicher ausgiebig feiern.“ BOLZJUNGS sagt: Für die Düneberger Reserve wird der Klassenerhalt im Jubiläumsjahr eng, Erfolge gegen die direkten Konkurrenten Billstedt-Horn und Willinghusen müssen dringend her.

Das Schlusslicht gibt ein Lebenszeichen von sich – wenn auch vermutlich zu spät

Konditionsprobleme, kaum Erfahrung, ständige Ausfälle. Daher weiß auch Senol Kocaman, dass es für das abgeschlagene Schlusslicht FC Lauenburg verdammt schwer werden wird. Aber, betont der Trainer: „Es gibt im Deutschen ein Sprichwort: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ich bin auch der Meinung, dass wir 13 Punkte aus den verbleibenden fünf Spielen rausholen können – aber nur wenn die Spieler alle dabei sind. Wir hatten die ganze Saison Probleme damit, dass die Spieler nicht gekommen sind. Deswegen sind wir auch da ganz unten gelandet.“ Die Elbestädter bewiesen am Wochenende Moral, besiegten den SV Hamwarde auf heimischem Geläuf mit 3:0 (Tore: Ahmet Ulug (2), Hakan Yilmaz). BOLZJUNGS sagt: Die aktuell zehn Punkte Rückstand bei noch fünf ausstehenden Spielen sind letztlich zu viel – der FCL wird den Gang in die Kreisklasse antreten müssen.

Doch welche zwei Teams am Ende neben den Lauenburgern absteigen, wird sich erst noch zeigen. Die heiße Endphase im Abstiegskampf der Kreisliga 3 ist jedenfalls eröffnet!