HUFC siegt 1:0 beim SVA – Zweimal Krankenwagen und ein angedrohter Spielabbruch am Gammer Weg

Am Ende eines langen Fußball-Nachmittags konnte der HUFC am Gammer Weg jubeln. Foto: BOLZJUNGS

SV Altengamme – Hamm United FC 0:1 (0:1)
Landesliga Hansa, 25. Spieltag (Sa., 13.04.19, 15.00 Uhr)

In der 77. Minute des Landesliga-Duells zwischen dem SV Altengamme und dem Hamm United FC wurde es am Gammer Weg unübersichtlich. Alessandro Schirosi, der nur wenige Augenblicke zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte, sollte das Feld verlassen. Der HUFC-Kapitän wollte seine Binde an Torwart Samuel Graudenz übergeben – tat dies nach der Meinung des Schiedsrichters, der mit seinem Gespann aufgrund eines Austausch-Projektes zwischen dem Hamburger Fußball-Verband und dem Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern diese Partie leitete, aber zu langsam. Zweimal pfiff Lissner, um Schirosi ins Lauftempo zu bringen. Daraufhin soll der Hammer Akteur laut Aussage des Unparteiischen „beruhig dich mal, Alter“ gesagt haben – weshalb dieser die Gelb-Rote Karte zeigte. Da Schirosi das Feld aber nicht direkt verließ und die Situation aufgrund der zahlreichen Akteure beider Teams um den Schiedsrichter herum unübersichtlich – aber dennoch ohne jegliche Auseinandersetzungen, Handgreiflichkeiten oder ähnliches – wurde, holte Lissner seine Linienrichter zu sich und entfernte sich mit seinen Assistenten einige Meter von der Spielertraube. „Spielabbruch“ skandierten daraufhin einige Anwesende am Gammer Weg.

HUFC-Kapitän Alessandro Schirosi (li.) sah die Ampelkarte. Archivfoto: Herzog

Dem entgegnete der Unparteiische nach dem Schlusspfiff und erklärte gegenüber BOLZJUNGS: „Ich wollte nur die Situation beruhigen. In solch einer unübersichtlichen Lage gewinnt man als Schiedsrichter keine Erkenntnisse. Für einen Spielabbruch gab es aber überhaupt keinen Grund.“ HUFC-Trainer Sidnei Marschall entgegnete in seiner Sichtweise: „Es haben alle gesagt, dass überhaupt nichts los war – auch die Gegner. Ich begrüße normalerweise vor jedem Spiel die Schiedsrichter. Aber vor dieser Partie war es merkwürdig, sie kamen mir ein wenig arrogant vor und haben nicht wirklich mit mir geredet. Das fand ich schon ein bisschen schade.“ Besonders ärgerte sich Marschall am Ende darüber, dass sein Team nun wohl nicht mehr die fairste Mannschaft der Liga sei. Der Übungsleiter konnte, nachdem die Partie fortgesetzt worden war, am Ende mit seinem HUFC an einem verrückten Fußball-Nachmittag am Gammer Weg dennoch den 1:0-Sieg gebührend feiern und rückt mit seiner Mannschaft damit wieder auf einen Zähler ran an Spitzenreiter Bramfeld.

Früher Siegtreffer für den HUFC, großer Schock für den SVA kurz vor der Pause

Feuerwehrleute betreuten den verletzten Dennis Herzberg. Foto: BOLZJUNGS

In Abschnitt eins stand derweil noch der Fußball im Vordergrund – zumindest bis kurz vor dem Halbzeitpfiff. Nach drei Chancen für die Gastgeber, die Philipp Heitmann (2., 3.) und Philip Alpen (5.) aber vergaben, traf Hamm Uniteds Eren Eröksüz mit einem sattem Schuss aus rund 15 Metern zur 1:0-Führung (9.). „Da haben wir einmal wirklich gepennt. Ansonsten kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, erklärte SVA-Coach Jan Krey. Nach 23 Minuten folgte dann die Riesen-Chance für den SVA: Jonas Buck lief alleine auf HUFC-Keeper Samuel Graudenz zu, überlupfte diesen – der Ball ging aber nur an die Latte. Den Nachschuss setzte sein Teamkollege Sebastian Peters an den rechten Pfosten. Kurz vor der Halbzeitpause geriet das fußballerische Geschehen dann für einen Moment lang in den Hintergrund. Nachdem Torschütze Eröksüz einen hohen Ball unterlief, fiel sein Gegenspieler Dennis Herzberg äußerst unglücklich und blieb mit starken Schmerzen am Handgelenk liegen. Der Schiedsrichter pfiff zur Pause, doch Herzberg musste mit dem Krankenwagen abgeholt werden. BOLZJUNGS wünscht von dieser Stelle gute Besserung!

Nach einer gut 30-minütigen Halbzeitpause, nach der aufgrund einer Kopfverletzung von Hamms Ersatzkeeper Ismaila Barrow ein zweiter Krankenwagen kommen musste, ging es in die hektische zweite Hälfte. Bucks Treffer in Minute 59 wurde aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition abgepfiffen. In der Folge sollten Torchancen eher Mangelware bleiben, beim SVA fehlte Top-Torjäger Sandro Schraub, beim HUFC kam der Ex-Curslacker Jan Landau erst in der Nachspielzeit in die Partie (90.+2). Es folgten bis zur besagten 77. Spielminute viele Zweikämpfe und harte Duelle. Nach dem Platzverweis schaffte es der SVA aber nicht mehr, die Überzahl gegen nun clever agierende Gäste zu nutzen, sodass die Altengammer nach knapp 100 Spielminuten mit einer 0:1-Heimniederlage das Feld in Richtung der am Abend anstehenden „Ballerbudenfete“ verlassen mussten.

SVA: Schwartz; Behr (80. Glitza), K. Herzberg, Scheu, D. Herzberg (46. Detjens); Peters, Reinhardt, Bierwagen, Alpen (80. Ludwig); Buck, Heitmann
HUFC: Graudenz; Kauth, Schlichting, Hartung, Balzis; Patrin (90.+2 Landau), Schwarck, Schirosi, Eröksüz; Bamba (63. Ayim), Kamalow (80. Seifert)