„Ich habe die Mannschaft reden lassen“: DSV siegt dank starker zweiter Hälfte Sieg im Abstiegsduell

Dünebergs Offensiv-Duo Dennis Utecht (Nr. 9) und Tolga Cosgun bejubeln ihre Treffer. Archivfoto: Herzog

Inter 2000 – Düneberger SV 1:4 (0:0)
Landesliga Hansa, 25. Spieltag (Sa., 13.04.19, 15.00 Uhr)

Trainer Dennis Tornieporth rechnete vor: „Wenn wir neun Punkte aus den verbleibenden fünf Spielen holen, sind wir sicherlich auch nächstes Jahr in der Landesliga dabei.“ Seine Mannschaft vom Düneberger SV hatte gerade drei extrem wichtige Punkte im direkten Abstiegsduell bei Inter 2000 geholt und darf sich aktuell über einen Vorsprung von zwei Zählern auf die drei Abstiegsränge der Landesliga Hansa freuen. Der Gastgeber von der Snitgerreihe bleibt hingegen auf dem vorletzten Rang kleben und verliert so langsam den Anschluss an das rettende Ufer.

Tornieporth: „Da haben wir gar nicht stattgefunden!“

In den ersten 25 Minuten hatten die Düneberger so ihre Probleme, in die Partie zu finden. „Da haben wir gar nicht stattgefunden“, brachte es Trainer Tornieporth nach dem Spiel auf den Punkt. Aber Inters Bülent Imanci (3.) sowie Furkan Pinarlik und Murat Bayram per Doppelchance (9.) verpassten es, ihr Team in Führung zu bringen. Ertan Sahins Flanke konnte Bayram ebenfalls nicht richtig verwerten (19.). Erstmals Mitte des ersten Abschnitts kamen dann auch die Gäste zum Abschluss: Nach einer Ecke von Eren Bektas kam Nasser El Osman, der seit seiner langen Verletzung und dem zwischenzeitlichen Karriereende erstmals wieder in der Startformation gestanden hatte, zum Abschluss, verzog aber über das Gehäuse von Inter-Schlussmann Abdulhakim Bozkaya (22.). „Wir können froh sein, dass wir nicht mit zwei, drei Toren in Rückstand geraten sind. Wir können uns da echt bei unserem Torwart bedanken“, kritisierte DSV-Coach Tornieporth, der in der Pause aber die richtigen Maßnahmen ergriffen hatte – wie sich später herausstellen sollte. Der Übungsleiter überließ in der Kabine nach der schwachen ersten Hälfte die Ansprache dieses Mal anderen. „Ich habe die Mannschaft reden lassen und andere Leute nach vorne gestellt, um die Analyse machen zu lassen“, erklärte Tornieporth, der über diese Entscheidung im Nachhinein sehr froh war: „Das haben sie gut gemacht und die richtigen Schlüsse gezogen.“

Dennis Utecht traf beim 4:1-Sieg über Inter 2000. Archivfoto: Herzog

So kamen die Düneberger deutlich besser aus der Pause zurück – und gingen durch Tolga Cosgun nach 51 Minuten mit 1:0 in Führung! Der Stürmer verwertete eine flache Hereingabe von rechts von Jannik Wöhl. Nun lief es beim DSV: Fünf Minuten später kämpfte sich Dennis Utecht durch, scheiterte aber noch an Inter-Keeper Bozkaya. Keine 60 Sekunden später war der Außenspieler dann aber erfolgreich. Kevin Hoffmans Schuss aufs lange Eck ging an den Pfosten, „Ute“ konnte den Abpraller aber zum 2:0 vollenden (57.). Kurze Zeit später gelang es Inters Pinarlik nicht, den Ball am Düneberger Schlussmann Domenic Kikillus vorbei zu legen, da dieser mit einem starken Reflex parierte (60.). Spätestens mit dem anschließenden 3:0 durch Hoffmann per sattem Volleyschuss war der Sieg für den DSV besiegelt (65.). Zwar kamen die Gastgeber durch Bülent Imanci noch zum 1:3-Anschlusstreffer (79.). Doch Inter schwächte sich mit der Gelb-Roten Karte für Tufan Asan nur zwei Minuten später selbst. Jannik Wöhl per missglückter Flanke, die letztlich durch die Hände von Bozkaya im Tor landete, besorgte den 4:1-Endstand (90.+2).

Inter rutscht immer tiefer rein, der DSV „krabbelt“ vom Abstiegsplatz weg

Kurz nach der 1:4-Pleite im direkten Abstiegsduell fand Korcan Topbas nur schwer die Worte. „Wir haben fünf hundertprozentige Chancen, müssen zur Pause 2:0 oder 3:0 oder sogar höher führen“, erklärte der Inter-Manager. „Das war ein Spiegelbild unserer letzten Auftritte: Wir machen das Spiel, der Gegner die Tore und dann gehen die Köpfe runter.“ Die Köpfe beim Gegner gehen nach diesem weiteren so wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt nach einer schwachen Hinrunde nun immer weiter nach oben – sicher sind sie sich beim DSV allerdings logischerweise noch lange nicht. „Wir haben nun einen Vierkampf um die letzten zwei Plätze über dem Strich. Inter, Rahlstedt, Berne und wir“, erklärte Tornieporth, der mit seinen Dünebergern aktuell diese Vierergruppe in der Tabelle anführt. „Vom Abstiegsplatz sind wir wieder weggekrabbelt. Der Abstieg wird aber erst Ende Mai entschieden“, so der DSV-Übungsleiter, der aus den Partien gegen den Klub Kosova, Schlusslicht Elazig Spor, den Mitkonkurrenten TuS Berne, den SV Bergstedt und den Aufstiegsaspiranten Hamm United, wie eingangs angesprochen, noch neun Zähler holen will, um aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison in der Landesliga spielen zu können – und damit einen Abstieg im Jubiläumsjahr verhindern würde.

Inter: Bozkaya; Aliev (75. Owusu), Leinung, Sahin, Saß; Asan, Veloso Cande; Pinarlik (66. Baramashvili), Imanci, Ballester Martinez; Bayram (46. Baldé)
DSV: Kikillus; Wöhl, Behrens, Jeremias, Pauels; El Osman, Özcerkes; Hoffmann (78. Siepelt), Bektas (46. Ketschojan), Utecht; Cosgun