Kappmeyer sei Dank: SV Hamwarde bezwingt in Sternschanze den dritten Landesligisten im Lotto-Pokal!

Pure Freude! Der Kreisligist SV Hamwarde zieht nach dem Sieg gegen den SC Sternschanze ins Achtelfinale ein. Foto: BOLZJUNGS

SV Hamwarde – SC Sternschanze 7:4 n.E. (2:2, 1:1)
Lotto-Pokal, 4. Runde (Do., 03.10.19, 15.00 Uhr)

Er riss sich das Trikot vom Leib und rannte schreiend und jubelnd in Richtung Zuschauer: Max Helge Scharnberg vom Kreisligisten SV Hamwarde hatte soeben im Viertrunden-Duell gegen den Landesligisten SC Sternschanze in der Verlängerung den 3:2-Führungstreffer für seinen SVH erzielt (115.). Die Auswechselspieler, Offiziellen und alle Akteure der Heimmannschaft liefen ebenfalls zum Torschützen, der mit seiner Jubeltraube auch einige Zuschauer einschloss – inklusive dem Reporter. Dass Scharnberg für sein Trikotausziehen die Gelb-Rote Karte sah, war ihm in diesem Moment egal. Doch sie schienen sich zu früh gefreut zu haben: Denn nur zwei Minuten später glich Sternschanzes Nils Sörensen aus. Es ging mit einem 3:3 ins Elfmeterschießen.

Hoops mit Traumtor – mit einem 2:2-Unentschieden geht es in die Verlängerung

Doch von Beginn an: Schon früh war an der Mühlenstraße zu merken, dass für den klaren Underdog etwas geht. Vor einer großen Kulisse von etwa 200 Zuschauern, die einige eigens für das Pokalspiel angefertigte SVH-Fahnen in der Hand hatten, kam Top-Torjäger Pascal de Boer zur ersten Gelegenheit (7.). Selbiger war es dann, der fünf Zeigerumdrehungen später nach einem langen Pass von Gordian Dähn den Ball zum 1:0 ins Netz beförderte. Hamwardes Trainer kommentierte den Treffer mit den Worten: „Jetzt ist Pokal, Jungs!“ Doch kurz darauf kassierten sie durch eine Einzelleistung von Omar Boutrif das 1:1 (21.). Mit diesem Stand ging es auch in die Halbzeitpause. Sofort mit Wiederanpfiff kam Marvin Wollan zur Chance für den Gastgeber (46.). Nach einer ruhigeren Phase traf dann wie aus dem Nichts Hamwardes Benjamin Hoops per Traumtor aus der Drehung in den Winkel zur erneuten Führung (63.). Der Torschütze wurde dann noch vor dem Anstoß ausgewechselt. Nach einem Fast-Eigentor von Sternschanzes Daniel Gerhardt (71.) gab’s auf der Gegenseite per Doppelchance durch Niklas Schoettner und Sörensen beinahe den Ausgleich (74.). Diesen sollte dann in der Schlussphase SCS-Außen Boutrif mit seinem zweiten Treffer des Tages besorgen (83.). Somit ging es in die Verlängerung, die Kräfte wurden weniger, doch der Kampf der vorherigen 90 Minuten sollte bleiben.

Eine sinnbildliche Szene dafür ereignete sich in Minute 98: Der lauffreudige SVH-Stürmer Wollan, geplagt von Krämpfen, wurde von Auswechselspieler Benedikt Ahrens vom Feld getragen. Wie aus dem Nichts dann beinahe die erstmalige Führung für die Gäste aus der Schanze: Nach einem vermeintlichen Foulspiel von Keeper Dirk Kappmeyer an Boutrif gab’s den Elfmeterpfiff, doch der Schlussmann hielt diesen von Sörensen getretenen Schuss aus elf Metern (111.). So ging es nach den eingangs beschrieben zwei Treffern mit 3:3 ins Elfmeterschießen. Nach einer längeren Diskussion folgte das Ausschießen dann auf der Platzseite der Hamwarder Anhänger. Diese motivierten lautstark ihr Team – und einen scheinbar ganz besonders! SVH-Torwart Kappmeyer parierte gleich zwei weitere Elfmeter und wurde zum Helden des Tages. „Drei von vier, das ist eine gute Quote, oder?!“, sagte dieser mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Das Parieren der Elfmeter ist ein Talent, das vorher wohl verborgen war!“ Das 7:4 wurde anschließend mit ordentlich Flüssigstoff gefeiert. Dieses Gefühl kennen sie in Hamwarde in dieser Spielzeit allerdings nur zu gut: In Runde eins schlugen sie den Landesligisten SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt, in Runde zwei den VfL Lohbrügge, ebenfalls Landesligist. „Landesliga können wir!“, schmunzelte Phelps, ehe er sich auf das Phänomen Hamwarde bezog: „Was will man mehr! Es ist immer schwierig für unsere Gegner, auf diesem Acker mit dieser Wand im Rücken (Fans auf der Stehtraverse, Anm. d. Red.) zu spielen.“ In Bezug auf sein Wunschlos gibt’s dann aber nicht etwa einen erneuten Landesligisten: „Altona 93 oder Norderstedt sind unsere Traumlose. Aber ich würde mich auch auf Schwarzenbek freuen!“ Doch erst einmal dürfen sie sich über den heutigen Erfolg gegen den SC Sternschanze freuen – und da darf Max Helge Scharnberg dann auch oben ohne ausgiebig feiern!

SVH: Kappmeyer; H. Dähn (80. M. Scharnberg), Helling (118. Hermann), Schuhhardt, Scholz; Hintz, A. de Boer, G. Dähn, Hoops (63. Dethof); Wollan (98. Schulz), P. de Boer
SCS: Ortner; Kleinberns, Scheibe, Gerhardt, Henke; Chionidis, Jacobs (112. Kreuzer); Boutrif, Couybes, Vafaeimotlagh; Saunier (58. Sörensen)

Alle Ergebnisse des Mittwochabends (02.10.19) im Lotto-Pokal auf einen Blick:
UH-Adler 2:5 TSV Buchholz 08
Teutonia 10 0:5 FC Eintracht Norderstedt
HNT 1:2 SC Schwarzenbek
Niendorfer TSV 2:3 Teutonia 05
Eimsbütteler TV 2:3 HSV Barmbek-Uhlenhorst
Poppenbüttel : HEBC (Ausfall)