Marc Oldag: „Ich werde den SCVM definitiv verlassen.“ – Stoppte ein Kreuzbandriss die Profikarriere?

Marc Oldag kehrte zu seinem Ex-Klub SC Vier- und Marschlande zurück und gibt dort nun Anweisungen. Foto: Herzog

Am Sonntag trifft Marc Oldag mit seinem SC Vier- und Marschlande im Testspiel auf den SV Eichede II. Auflaufen kann er aufgrund einer Prellung dort zwar nicht, dennoch ist dies ein Gegner, der ihn in der Vergangenheit schwelgen lässt. Explizit für diese Mannschaft spielte der 27-Jährige in der Vergangenheit zwar nie, das Emblem des Klubs aus einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein trug er allerdings dennoch bereits auf der Brust. Von Januar 2015 an spielte der Mittelfeldallrounder zweieinhalb Jahre für die Ligamannschaft des SVE, belegte mit dieser nach seiner ersten Halbserie einen starken dritten Rang – und scheiterte mit nur drei Zählern Rückstand zum Spitzenreiter Schilksee an der Teilnahme an der Aufstiegsrunde. In der Folgesaison schaffte Oldag mit seinem Team, dem auch Arnold Lechler (heute SV Curslack-Neuengamme) und Ian Prescott Claus (ehemals TuS Dassendorf) angehörten, dann doch den ganz großen Coup und landete auf Platz eins. Auch die Aufstiegsrunde überstanden die Schleswig-Holsteiner, sodass Oldag in der Spielzeit 2016/17 in der Regionalliga kickte! Mittlerweile ist der Linksfuß zurück bei seinem Ex-Klub SCVM, spielt dort „nur“ noch in der Bezirksliga – was vor allem am bitteren Verletzungspech liegt.

Kreuzbandriss zwang Oldag zu langer Pause: „Wollte höher als Regionalliga spielen.“

16 Mal stand Oldag dort in der Startelf, spielte regelmäßig über 90 Minuten. Bis zum Februar 2017. Es war ein großer Schock und eine ganz bittere Nachricht, die den 27-Jährigen, der in der Jugend unter anderem für den FC St. Pauli gespielt hatte, da erreichte. „Nach meinem Kreuzbandriss habe ich mir mit der Reha dann Zeit gelassen, damit ich später keine Probleme mehr habe“, erinnert sich Oldag im Gespräch mit BOLZJUNGS an die schweren Zeiten. Besonders bitter: Zu dem Zeitpunkt strebte der ambitionierte Kicker an, noch eine Etage höher zu gehen. Es gab einige Anfragen, zudem absolvierte er ein Probetraining bei einem türkischen Verein. Doch die Verletzung machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Ich wollte höher spielen als in der Regionalliga, deshalb habe ich meinen Vertrag bei Eichede damals auch auflösen lassen“, erklärt Oldag, der aufgrund der Verletzung erst einmal in ein Loch gefallen war: „Als klar war, dass Berufsfußball einfach nicht mehr möglich ist, hatte ich damals mit dem Gedanken gespielt, komplett mit Fußball aufzuhören.“

Lange Mähne: Marc Oldag in seinen früheren SCVM-Zeiten. Foto: Herzog

Doch besonders eine Person brachte den Pechvogel zum Umdenken: Olaf Poschmann. Nachdem er den Kreuzbandriss auskuriert hatte, schloss er sich nach seinem Engagement bei den Vierländern (2013-2015) im Februar des vergangenen Jahres zum zweiten Mal dem SCVM an, ging so neben dem Gang ins Fitnessstudio und dem Kampfsport seinem dritten Hobby weiterhin nach. „Am Ende waren Gespräche mit Poschi (Olaf Poschmann, d. Red.) und Freunden der Punkt, weshalb ich dann doch ‚just for fun‘  mit Freunden in einer Mannschaft spielen wollte“, erklärt Oldag, der eine Ausbildung im Hamburger Vollzugsdienst absolviert, sein Comeback und ist Poschmann dabei dankbar für die bisherige Zusammenarbeit: „Ich habe unter Poschi die längste Zeit meiner Karriere gespielt (Poschmann war bei Eichede Co-Trainer unter Oliver Zapel, d. Red.) und viel von ihm lernen dürfen. Ich habe aufgrund der Erfolge und der Zeit ein anderes Verhältnis zu ihm, als zu anderen Ex-Trainern.“

„Am Ende muss man auch sagen, dass andere Mannschaften im Kollektiv weiter sind als wir.“

Und in dieser Spielzeit wollte der SC Vier- und Marschlande mit Coach Poschmann und Offensivspieler Oldag in die Landesliga aufsteigen. So lautete das Ziel vor Saisonbeginn. Doch davon ist der SCVM als Tabellensiebter (22 Punkte nach 16 Spielen) mit 19 Punkten Abstand auf den Tabellenführer Oststeinbeker SV meilenweit entfernt. „Warum es bei uns bislang nicht so läuft, ist schwer zu sagen. Die Mannschaft hat auch Potential, allerdings sind viele junge Spieler im Kader, die sich erst entwickeln müssen und dort vielleicht zu viel erwartet wurde. Hinzu kommt, dass der Kader aufgrund von vielen Verletzungen dünn besetzt ist. Und am Ende muss man auch sagen, dass andere Mannschaften im Kollektiv weiter sind als wir“, erläutert Oldag seine Sichtweise über das sportliche Abschneiden seines Teams. Klar ist derweil, wie Oldag auf BOLZJUNGS-Nachfrage nun erklärt, dass sein Engagement bei den Vierländern im Sommer enden wird. Wo seine sportlichen Zukunft liegt, ist allerdings noch offen: „Was ich in der nächsten Saison mache, kann ich noch nicht genau sagen. Ich bin offen für Neues und höre mir nun alles an, denn ich werde den SCVM im Sommer definitiv verlassen.“ So, wie sein langjähriger Trainer Olaf Poschmann – ein Zufall?