Mato Mitrovic nach dem verpassten Aufstieg: „Das wird uns überhaupt nicht kaputt machen.“

Richtete den Blick nach dem verpassten Aufstieg gleich wieder nach vorne: Lohbrügges Sportlicher Leiter Mato Mitrovic. Foto: Herzog

Die Stimmung war aufgeheizt, die Emotionen kochten beinahe über und auch das Wetter mit strahlendem Sonnenschein sowie Temperaturen um 25 Grad sorgte nicht gerade für eine Erfrischung am Lokstedter Steindamm 75 am späten Nachmittag am Pfingstmontag (10.06.19). Soeben hatte der VfL Lohbrügge das Aufstiegsspiel um die Oberliga Hamburg gegen den FC Union Tornesch knapp mit 1:2 verloren und das nach einem nicht gegebenen Treffer in der Nachspielzeit. Während die VfL-Spieler unmittelbar nach Abpfiff voller Enttäuschung zu Boden sanken und Sven Schneppel, der zusammen mit Elvis Nikolic die Lohbrügger trainiert, sich lautstark ob des nicht gegebenen Ausgleichstreffer bei Schiedsrichter Martin Ghafury (HSV Barmbek-Uhlenhorst) beschwerte, behielt einer auf Seiten des Geschlagenen einen kühlen Kopf: Mato Mitrovic, gerade erst aus dem Heimaturlaub aus Kroatien an die Sportanlage des Eimsbütteler SV gereist, nahm die Niederlage sportlich, richtete den Blick direkt wieder nach vorne und auf die kommende Spielzeit. Im Gespräch mit BOLZJUNGS ordnete Lohbrügges Sportlicher Leiter den verpassten Aufstieg ein und gab Einblicke in die Planungen rund um das Team vom Binnenfeldredder. Mato Mitrovic über…

… die knappe Niederlage gegen den FC Union Tornesch: Auch wenn du 0:2 zurückliegst, dann noch das 1:2 erzielst, haben wir trotzdem Glück, dass wir nicht 1:3 oder 1:4 verlieren. Das sind für mich tausendprozentige Chancen, die Union Tornesch da liegen lassen hat. Dass sich das kurz vor Schluss noch so entwickelt mit dem nicht gegebenen Tor nach einem Freistoß, das musst du so akzeptieren. Sein (Schiedsrichter Martin Ghafury, Anm. d. Red.) einziger Fehler war, dass er das Tor mit der klaren Gestik Richtung Mittellinie erst gegeben – dann aber zurückgenommen hat. Ich gehe davon aus, dass er die Info von seinem Assistenten erhalten hat, dass es ein vermeintliches Foul war. Wir bekommen in der dritten Minute nach einer Ecke ein dummes Gegentor. Dann laufen wir in Folge an, haben drei, vier große Chancen, machen aber das Tor nicht, sondern erzielen unseren Treffer erst viel zu spät. Wir sind zu spät zurückgekommen. Unseren zweiten Gegentreffer dürfen wir so auch niemals bekommen. Wenn du zwei solche Tore in so einem Spiel kassierst, wäre es in der Oberliga noch schwieriger geworden, da hast du ganz andere Gegner, ganz andere Stürmer.

… die ausgelassenen Aufstiegschancen: Wir haben gesagt, wir wollen gerne aufsteigen, wenn es möglich ist, und haben auch entsprechend geplant. Wir haben uns nach dem Rückzug von Buxtehude schon mit der Landesliga abgefunden. Nach dem Ohe-Spiel hatten wir für die Landesliga geplant. Dass das so kommt und wir noch so eine Chance bekommen haben, ist sicherlich einmalig. Die haben wir aber leider nicht genutzt. Jetzt müssen wir uns erstmal berappeln, die Spieler in den Urlaub schicken und dann zusammen in der neuen Saison die Landesliga rocken und versuchen, direkt in die Oberliga aufzusteigen.

… die Personalsituation: Wir werden trotz des verpassten Aufstiegs versuchen, alle Spieler zu motivieren – auch Anto Zivkovic – und ihnen erklären, dass wir 2020 in die Oberliga aufsteigen wollen. Dafür brauchen wir jeden Spieler von uns. Uns ist aber auch klar, dass wir dazu noch wir vier, fünf neue Spieler benötigen. Wir brauchen einen Torwart, in der Abwehr und vorne in der Spitze Verstärkung – daran arbeiten wir und sind auch schon in Gesprächen. Namen möchte ich aber noch nicht verraten. Ich habe noch zwei Gespräche mit zwei Spielern und dann werden wir es bekanntgeben, wenn alles unter Dach und Fach ist.

… die Personalie Anto Zivkovic: Bis auf die bekannten Abgänge Gerrit Betzin und Goran Petrekovic-Loncar haben alle Spieler aus dem aktuellen Kader zugesagt. Der einzige Kandidat, dessen Zukunft noch unklar ist, ist Anto Zivkovic. Die Enttäuschung bei ihm ist sehr groß, er wollte unbedingt aufsteigen. Das hat man auch im Spiel gesehen. Er hat sicherlich alles gegeben und wir können ihm genauso wie keinem unserer Spieler einen Vorwurf machen. Wir werden auch mit Anto nochmal sprechen und versuchen, ihn zu überzeugen, nächste Saison gemeinsam mit dem Team und unseren Neuzugängen einen neuen Anlauf zu wagen und aufzusteigen.

… das Drumherum: Wir haben mit Christian Humpert einen Team-Manager geholt, der ganz nah am Team arbeiten und immer für die Mannschaft da sein wird. Des Weiteren kümmert er sich um unseren Internetauftritt mit der Facebook- und Instagramseite. Wir wollen mehr Propaganda und mehr auf uns aufmerksam machen. Wir wollen die Zuschauer überzeugen,  nach Lohbrügge zu kommen. Wir werden alles tun und haben dafür gute Leute. Darüber hinaus haben wir auch einen neuen Physiotherapeuten. Das Trainerteam bleibt ebenfalls zusammen, die Mannschaft bleibt weitestgehend komplett und dazu kommen noch ein paar neue Spieler. Allgemein wollen wir das Team Stück für Stück verbessern. Das wird uns noch stark machen, wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir müssen hart arbeiten und Gas geben. Dieser verpasste Aufstieg wird uns noch stärker machen!

… einen spekulierten Umbruch nach dem gescheiterten Aufstieg: Ach Quatsch, das wird uns überhaupt nicht kaputt machen. Wir hatten diese Chance, die haben wir leider nicht genutzt. Das macht uns nicht kaputt. Mich stärkt diese Niederlage und ich denke, die Jungs gehen auch gestärkt aus diesem Spiel, um nächste Saison zu zeigen, dass wir noch besser sind.

… das Saisonziel für die Spielzeit 2019/20: Das Ziel ist der Aufstieg in die Oberliga. Wir haben in dieser Saison gesagt, wenn es klappt, ist es gut und dass wir das mitnehmen wollen. Aber nächstes Jahr ist es das ganz klare Ziel aufzusteigen.