Mit Lang(em) Anlauf: Voran Ohe siegt bei Hamm United und gibt dem VfL Lohbrügge Schützenhilfe

Doppeltorschütze Phillip Lang (2.v.l.) wurde von seinen Mitspielern auf den Händen getragen. Foto: Herzog

Hamm United FC – FC Voran Ohe 1:2 (1:0)
Landesliga Hansa, 28. Spieltag (Fr., 10.05.19, 19.30 Uhr)

Die Vorzeichen waren nicht die Besten für den FC Voran Ohe vor dem Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Hamm United FC: Viele Verletzte, nur zwei Auswechselspieler (darunter Ersatzkeeper Paul Malik im Feldspieler-Dress) und unter der Woche gab es am Montag eine Kiste Bier statt Training, weil nur acht Spieler den Weg zum Trainingsgelände am Amselstieg fanden. Ein Selbstgänger hätte es also werden können im Hammer Park Stadion für die „Geächteten“. Doch völlig wiedererwartend schlug Voran Ohe die Hausherren! „Hätten wir mit 18 Mann trainiert, wäre das nichts geworden“, sagte Doppeltorschütze Phillip Lang nach dem Schlusspfiff lachend.

Hamm United mit Feldvorteilen und der verdienten Führung durch Kauth

Tonangebend war an diesem Abend jedoch zunächst Hamm United. Klare Feldvorteile für die Hausherren, Ohe verteidigte teilweise geschlossen in der eigenen Hälfte. Gefühlt die meisten Ballkontakte hatte Ohes Schlussmann Michél Thomä. Es hätte früh eine klare Angelegenheit werden können, wenn Alessandro Schirosi etwas mehr Fortune in der 8. Spielminute gehabt hätte, als Thomä eine Hereingabe von Eren Eröksüz passieren ließ. Doch der Offensivmann war schließlich den berühmten Schritt zu spät – eine frühe Führung also verpasst. Im weiteren Verlauf plätscherte die Partie dann so vor sich hin. Stephan Rahn setzte eine Ecke direkt an den Außenpfosten (31.), Ohes Yannik Andersson traf das Außennetz (39.). Als alle mit einem torlosen Remis zur Pause rechneten, hatte Hamms Lucas Kauth Glück, dass ein Pressschlag gegen Andersson bei Raffael Kamalow landete und dieser das Spielgerät wieder auf Kauth legte. Letzterer war durch und netzte zur verdienten 1:0-Pausenführung gegen nicht stattfindende Gäste ein (42.).

FCVO dreht die Partie: Lang trifft doppelt, Keeper Thomä hält den Sieg fest

Wer nun dachte, dass Ohes Coach Rainer Seibert zum Rundumschlag in der Kabine ausholte, der lag falsch. „Nein, er war nicht sauer. Im Gegenteil, er war zufrieden, dass es zur Pause nur 0:1 stand. Er hat gesagt, wir sollen weitermachen und nach etwa 15 Minuten anfangen zu pressen“, erklärte Lang das Vorhaben. Doch bevor es dazu kam, wurde ein Abseitstor von Schirosi (48.) aberkannt und ein Abschluss von Rahn von Ohes Daniel Gläser auf der Linie geklärt (53.). Exakt nach 15 Minuten im zweiten Abschnitt begannen die Oher, die Hamm-Verteidiger anzulaufen. Der HUFC vertändelte den Ball, Marco Braesen erlief sich diesen und legte quer auf den aufgerückten Lang. Mit langem Anlauf hielt der Verteidiger drauf und traf zum Ausgleich (60.). Zwei Zeigerumdrehungen später parierte Thomä hervorragend gegen einen Abschluss von des ehemaligen SVCN-Akteur Florian Klein. In Folge rettete Ohes Verteidiger Gläser erneut für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie (67.).

Das Spiel nahm endgültig Fahrt auf, als Robin Woost einen Eckball hereinbrachte, der an Freund und Feind vorbei segelte und Lang direkt auf den linken Schlappen fiel. Lang zog ab und wieder schlug die Kugel unten links wuchtig ein – 2:1 und das Spiel gedreht! „Ja, mein linker Fuß, damit ging das immer schon ganz gut“, freute er sich später. Hamms Trainer Sidnei Marschall war natürlich mehr als bedient: „Es fehlte einfach der letzte Biss, der letzte Wille. Ohe schießt zweimal aufs Tor und beide Male ist unser Keeper machtlos. Auf der anderen Seite hält der Torwart fünf oder sechsmal.“ Oder es rettete mal wieder ein Oher Akteur auf der Linie: Dieses Mal war es Jens Schenkenberg, der den Einschlag verhinderte (82.). Thomä hatte zuvor gegen Dimitri Patrin pariert und hielt in der Nachspielzeit den Sieg mit weiteren guten Paraden gegen Rahn und Klein fest (87., 90.) . „Wir wussten nicht einmal, ob wir eine Mannschaft zusammenkriegen, aber das ist Ohe!“, jubelte Matchwinner Lang, während ein sehr enttäuschter Marschall seinem Team attestierte, dass es „in der Verfassung und mit der Einstellung noch nicht für die Oberliga reicht und ein weiteres Jahr Landesliga nicht verkehrt wäre, um sich zu festigen und die letzten Schritte entschlossener zu gehen.“

Durch die Niederlage von Hamm United kann der VfL Lohbrügge am Samstagnachmittag (11.05.19, 15.00 Uhr) im Falle eines Sieges im Derby gegen den SV Nettelnburg/Allermöhe auf Rang zwei vorrücken und die Karten um den möglichen Oberliga-Aufstieg neu mischen.

HUFC: Graudenz; Klein, Hartung, Schwarck, Schlichting (71. Märtens); Eröksüz (43. Landau), Rahn, Kauth, Patrin (83. Weber); Kamalow, Schirosi
FCVO: Thomä; Lang, Walek, Gläser, Schenkenberg; Pflug, I. Gassmann; Andersson, Woost (74. Sandig), Ohl; Braesen (90. Malik)

Eine Fotogalerie zum Spiel von Maurice Herzog: