Mit Ruhepuls zum Derbysieg: VfL Lohbrügge rückt nach 4:1-Erfolg gegen den SVNA auf Platz zwei vor!

Die beiden Doppel-Torschützen Oguzhan Gencel (li.) und Marcel Walter (Mitte) mit ihrem Kapitän Anto Zivkovic. Foto: Herzog

VfL Lohbrügge – SV Nettelnburg/Allermöhe 4:1 (1:0)
Landesliga Hansa, 28. Spieltag (Sa., 11.05.19, 15.00 Uhr)

„Wir können heute Historisches schaffen, die 50 Punkte-Marke knacken – und das am 28. Spieltag. Das hat noch keine SVNA-Mannschaft geschafft. Außerdem wollen wir unsere Bilanz gegen die Top-Teams weiter ausbauen. Es geht also auch für uns um etwas in diesem Spiel. Da ist die Tatsache, dass es ein ‚Derby‘ ist, die kleinere Motivation“, erklärte SVNA-Übungsleiter Daniel Andrade-Granados vor dem Spiel beim VfL Lohbrügge, der sich nach dem gestrigen Patzer von Hamm United den zweiten Platz ergattern könnte. Doch der Beginn war eine zähe Angelegenheit: Der VfL hatte definitiv dennoch den größeren Druck und sicherlich auch den Auftritt gegen Dersimspor im Hinterkopf, als man einen Big Point liegen gelassen hat. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, gab der Sportliche Leiter Mato Mitrovic den Spielern noch mit auf dem Weg.

VfL Lohbrügge presst gut – und erfolgreich

Luftduell zwischen Lohbrügges Domagoj Bozic (li.) und Masehullah Satari. Foto: Herzog

Die ersten beiden Chancen konnte jedoch der SV Nettelnburg/Allermöhe verbuchen. Aber weder Anton Wischnewski (8.) noch Dominik Schindler (10.) zielten genau. Angetrieben von Mitrovic sowie dem Trainergespann Sven Schneppel und Elvis Nikolic schob die VfL-Elf den SVNA immer weiter in die eigene Hälfte und brachte die Abwehr des Öfteren in die Bredouille. Allen voran Marcel Walter gelang es, fast jeden Ball zu erlaufen – der Stürmer funkte häufig dazwischen. So auch in der 27. Minute: Nettelnburgs Kapitän Oliver Franz verlor den Ball, Walter spielte einen Doppelpass mit Javad Gurbanian, umkurvte Schlussmann Fynn Körner und schob lässig zur 1:0-Führung ein. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Philipp Sander die Chance auf den Ausgleich, allerdings blockte Sandjar Ahmadi in höchster Not den Ball und rutschte dann in Sander hinein. Für Sander ging es nach dieser Aktion nicht mehr weiter. Nach längerer Behandlung musste der SVNA-Kicker ins Krankenhaus gebracht werden (38.).

Walter und Gencel sorgen für beruhigte Gemüter beim VfL

Die erste Chance des zweiten Durchgangs gehörte dann den Gästen. VfL-Keeper Alen Brandic konnte den Freistoß von Dominik Schindler jedoch parieren (50.). Kurz darauf hatte Verteidiger Domagoj Bozic einen langen Ball durch das Zentrum gespielt, Walter war im richtigen Moment gestartet, nahm die Kugel gekonnt mit und schoss Flemming Milke durch die Beine ins lange Eck zum 2:0. Keeper Körner war dabei chancenlos (52.). „Dann hatten wir für ein paar Minütchen eine gute Phase, in der man dachte: ‚Okay der SVNA ist jetzt im Spiel‘. Aber so schnell wie sie kam, verging sie auch wieder“, so der enttäuschte „DAG“. Zielstrebiger waren an diesem Nachmittag die Hausherren, die auch in der etwas hitzigen Phase kühlen Kopf bewahrten. Marcel Walter legte uneigennützig für Oguzhan Gencel zum 3:0 auf (81.). Die Messe war gelesen. Da half auch der Ehrentreffer von Masehullah Satari nichts mehr (88.), denn in der Nachspielzeit erhöhte Gencel per Heber und Hilfe vom Innenpfosten auf 4:1 und ließ den VfL  jubeln – Platz zwei wurde um exakt 16.55 Uhr endlich erreicht.

„Ich hatte einen Ruhepuls. Ich wusste einfach, dass wir gewinnen!“ freute sich Nikolic, während seine Mannschaft nach dem Derby ohne eine einzige Karte im Hintergrund „Derbysieger, Derbysieger“ skandierte und führte weiter aus: „Jetzt freuen wir uns, dass wir Zweiter sind. Wir haben gesagt, wir sind die Jäger und nun haben wir den zweiten Platz und da wollen wir auch bleiben. Auch die letzten beiden Spiele (der VfL spielt noch beim Rahlstedter SC und gegen den FC Voran Ohe, Anm. d. Red.) wollen wir gewinnen.“ Zwei Partien, in denen der VfL den Aufstieg klar machen kann und zwei Spiele, in denen der SVNA auch noch die 50-Punkte-Marke knacken könnte. Letzterer Fakt rückte bei Andrade-Granados jedoch in den Hintergrund: „Wir sind an all die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, nicht herangekommen. Deswegen war es eine verdiente Niederlage. Glückwunsch an Lohbrügge! Ich hatte mich auf dieses Spiel gefreut, weil die Voraussetzungen gut waren. Das Spiel ist mir aber nach der Aktion mit Philipp Sander völlig egal, weil ich sehr große Befürchtungen um sein Knie habe. Wichtig wäre daher, dass es nichts Schlimmes ist.“

VfL: Brandic; Santelmann (80. Pallasch), Hamdan, Bozic, Ahmadi; Gurbanian, Zivkovic, Hafiz (84. Indulto), Gencel; Bäker, Walter (88. Betzin)
SVNA: Körner; Spiewak, Milke, Franz, Wenk; Sander (42. Richard), Satari, Seibert, Schewa; Wischnewski (56. Czech), Schindler

Eine Fotogalerie zum Spiel von Maurice Herzog: