MSV und das Problem SV Hamwarde – Coach Puder: „Wir haben am Ende sogar um den Punkt gezittert!“

Bedröppelte Gesichter: MSV-Coach Markus Puder (li.) mit dem mittlerweile abgewanderten Ex-"Co" Sinisa Spiczek. Archivfoto: Herzog

SV Hamwarde – MSV Hamburg 2:2 (0:2)
Kreisliga 3, Nachholspiel des 18. Spieltags (So., 24.02.19, 15.00 Uhr)

Erdinc Özer konnte auch gute zweieinhalb Stunden nach dem Abpfiff des Nachholspiels gegen den MSV Hamburg – die ursprüngliche Ansetzung musste aufgrund von Witterungsproblemen verschoben werden – nicht glauben, was da am Sonntagnachmittag auf dem engen Rasenplatz in Hamwarde passiert ist. Der Trainer des SVH, der den Klub am Saisonende in Richtung ETSV Hamburg verlassen wird, erlebte eine sehenswerte Aufholjagd seiner Mannschaft, die dem unangefochtenen Ligaprimus aus Mümmelmannsberg nach dem 0:0 im Hinspiel bereits das zweite Mal das Leben schwer gemacht hatte. Nach hochinteressanten 90 Minuten an der Mühlenstraße luchsten die Hamwarder den Gästen zu Recht einen Punkt ab und konnten das 2:2-Unentschieden nach der Partie in einer Shisha-Bar gebührend feiern.

Blitzstart für den Favoriten MSV – SVH mit grandioser zweiter Hälfte

Dabei fing das Kreisliga-Duell so an, wie es wohl die meisten Zuschauer und Akteure sich gedacht hatten. Nach gerade einmal vier Zeigerumdrehungen netzte „Mümmels“ Emre Coskun das erste Mal ein. Keine zwanzig Minuten später gelang ihm selbiges noch einmal, der Offensivmann traf auch zum 2:0 (23.). „Die erste Halbzeit gehörte komplett dem MSV, das muss ich so zugeben. Die haben uns ganz klassisch ausgekontert“, gestand SVH-Coach Özer. „Wir hatten aber auch selbst Schuld, da wir keine Ordnung in unserem Spiel hatten.“ Sein Gegenüber Markus Puder hatte mit der Chancenverwertung seiner Elf logischerweise ordentlich zu hadern. „Wir sind gut reingekommen, hätten zur Pause 6:0 führen müssen“, betonte der MSV-Trainer. Während die Mümmelmannsberger ihr Spiel spielten, stellte Özer nach nicht einmal 120 Sekunden die anfängliche 4-2-3-1-Formation erstmals um – doch dieses taktische Mittel sollte erfolglos bleiben. In Abschnitt eins zumindest.

Fehlte dem MSV in Hamwarde: Topspieler Dieter Forkert. Archivfoto: Herzog

Denn nach dem Wiederanpfiff sah der 44-Jährige bei strahlendem Sonnenschein „ein komplett anderes Spiel. Wir waren drückend überlegen!“ Weitere zwei Male änderte Özer die taktische Ausrichtung und sah dies letztlich als Grund für den Erfolg an: „Der MSV ist damit nicht klar gekommen.“ Der Gastgeber, der ohne Topstürmer Pascal de Boer sowie Neuzugang Tjark Schuhhardt (nicht spielberechtigt, da dies ein Hinrunden-Nachholspiel war) angetreten war, markierte in Persona von Aushilfsstürmer Yasin Mohammadi den 1:2-Anschlusstreffer (64.). Doch damit nicht genug. Nach 74 absolvierten Minuten kam beim SVH neben Florian Hermann auch Alaa Al Kashani in die Partie – und sein Coach war sich bei der Einwechslung absolut sicher, dass der Offensivmann den Punkt sichern wird. „Ich habe zu ihm gesagt, dass er die Wende bringen wird“, erinnerte sich Özer. Gesagt, getan. Mit seinem erst zweiten Ballkontakt traf Al Kashani zum 2:2-Endstand. Nach einem langen Pass und einer kurzen Ballstafette setzte sich der Hamwarder gegen zwei Gegenspieler durch und zirkelte das Spielgerät mit dem Außenrist vorbei an MSV-Keeper Erik Buchmiller (83.). Ganz zur Freude Özers. „Also wäre ich Reporter, ich würde allen Hamwardern eine Eins mit Sternchen geben“, witzelte der Hamwarder Übungsleiter, ehe es ihn mit seinen Spielern zur „Punktfeier“ in Richtung Shisha-Pfeife zog.

Der Gäste-Trainer Puder, der nur mit zwölf Mann angereist war und unter anderem auf die drei gesperrten Leistungsträger Burhan Sahin, Simon Lübbert und Topstürmer Dieter Forkert verzichten musste, zeigte sich nach Spielende sichtlich geknickt: „Schoko (Spitzname von SVH-Trainer Edinc Özer, d. Red.) macht dort in Hamwarde richtig gute Arbeit, er kennt uns sehr gut. Hamwarde liegt uns einfach nicht, egal ob auswärts oder zu Hause. Am Ende bin ich froh, dass wir noch einen Punkt mitgenommen haben. Wir haben um diesen Punkt gezittert.“ Nur ein Fakt stimmte Puder noch positiv: „Ich bin froh, dass ich nächstes Jahr vielleicht nicht mehr gegen Hamwarde spielen muss!“

SVH: Peter; Tippl (74. Al Kashani), Happe, Witt, Faqiri; Dethof, Hintz; Hoops, G. Dähn, Pisano (52. H. Dähn); Mohammadi (74. F. Hermann)
MSV: Buchmiller; Özcelik, Bieber, Pehlivan, Wagner; Kahyaoglu, Güzel; M. Fischer, Jurcic , Pinto Ferro (78. Kalisch); E. Coskun