Nach langer Leidenspause: El Osman ist zurück – „Außer mein Übergewicht spüre ich keinen Schmerz!“

Nasser El Osman feierte gegen den RSC nach langer Verletzungspause und zwischenzeitlichem Karrierende sein Comeback. Archivfoto: Herzog

Exakt 237 Tage ist es her, als wir am 27. Juli vergangenen Jahres in unserem Transferticker das Karriereende von Nasser El Osman verkündeten. Der Mittelfeldspieler des Düneberger SV konnte aufgrund von Rückenproblemen das Fußballspielen nicht mehr fortführen. Doch am vergangenen Wochenende gab der 32-Jährige sein überraschend schnelles Comeback, wurde im Abstiegsduell gegen den Rahlstedter SC (Endstand: Düneberg 0:1 Rahlstedt) in der 59. Minute eingewechselt. „Ich fühle mich wie ein Teenager, der richtig Bock hat! Es kribbelt in meinen Füßen. So schmerzfrei habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gespielt“, sagt El Osman mit einem breiten Grinsen im Gespräch mit BOLZJUNGS.

Erst gab der Arzt sein „Go“, dann die eigene Frau

Der Arzt stellte ihm damals frei, entweder operiert zu werden oder mit dem Fußball aufzuhören. El Osman entschied sich für Letzteres. Die lange Zeit ohne die schönste Nebensache der Welt war für ihn eine voller Leid. „Wenn ich ein Spiel gucke und nicht dabei sein kann, werde ich verrückt“, erklärt er. Deswegen habe sich der Ballfanatiker von der Mannschaft verabschiedet. Er dachte, dass das Thema Fußball für ihn vorbei sei. Doch Ende Februar gab es dann eine überraschende Aussage seines behandelnden Arztes: El Osman darf zurück auf den Platz, zurück an den Ball und zurück zu seinem geliebten Sport.

Er sprach daraufhin mit seiner Frau Hanadi. Er wollte „irgendwo in der Kreisklasse B“ erst einmal wieder locker anfangen – Anfragen von Vereinen gab es zu Genüge. Doch seine Frau widersprach dieser Idee. „Sie sagte, dass ich sowieso viel zu ehrgeizig dafür sei“, erklärt der Deutsch-Afghane. „Und dann hat sie mir gesagt, ich solle doch mal ‚Tornie‘ (DSV-Trainer Dennis Tornieporth, d. Red.) kontaktieren.“ Doch so richtig wollte El Osman diesen Schritt nach so langer Zeit ohne wirklichen Kontakt nicht wagen. Erst als er durch Zufall den beim DSV spielenden Tolga Cosgun vor der Partie der Silberbergler gegen den SV Altengamme (2:1-Sieg am 2. März) an der Tankstelle traf und dieser sagte, er würde Tornieporth diesbezüglich ansprechen, kam es zum Kontakt. „Dennis hat mich dann angeschrieben. Wir sind wie Brüder, aber wir hatten lange keinen Kontakt“, erklärt El Osman sein Zögern.

Schnelles Pflichtspiel-Comeback gegen den RSC: „Wir werden die Klasse halten!“

Dann ging alles ganz schnell. Am 5. März trainierte der Mittelfeldspieler das erste Mal wieder am Silberberg mit seiner „zweiten Familie Düneberg“ mit. Das einzige Problem an der Sache: El Osman hatte in den vielen Monaten ohne Sport („wenn ich aufs Laufband gegangen bin, tat der Rücken immer sofort weh.“) insgesamt 15 Kilogramm zugenommen. Zwei Wochen Training hatte er hinter sich – da gab’s auch schon das Comeback in der Landesliga. Gegen den Rahlstedter SC kam El Osman überraschend nach einer Stunde in die Partie. „Außer mein Übergewicht spüre ich keinen Schmerz“, sagt der Rückkehrer lachend. Sein Trainer Tornieporth erklärt die schnelle Einwechslung: „Die war wirklich nicht geplant, aber wir hatten wenig Kreativität und Ideen im Spiel nach vorne. Allgemein gesehen geben wir ihm aber nun Zeit. Wichtig ist, dass er gesund bleibt und uns in der entscheidenden Phase ab Ende April mit einhundert Prozent zur Verfügung steht. Nasser (DSV-Rückkehrer Nasser El Osman, d. Red.) ist ein Instinktfußballer, der mit dem richtigen Team um sich herum viel bewirken kann. Und das hat er bei uns in Düneberg.“ Zwar gab es gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf in allerletzter Minute eine 0:1-Niederlage (Lukas Baake traf per direktem Freistoß in der 93. Minute für den RSC), doch der Comebacker ist sich sicher: „Wir werden die Klasse halten. Ein Abstieg kommt für mich nicht in Frage!“ Und bei der Mission Klassenerhalt kann nun auch Nasser El Osman selbst wieder aktiv auf dem Platz mithelfen.